Blutdruck senken: Lactobacillus reduziert Werte um bis zu 14 mmHg
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 02:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Mediziner identifizieren Fehlfunktionen des Organs zunehmend als Ursache für sekundäre Hypertonie. Sowohl Über- als auch Unterfunktion können die Werte in die Höhe treiben.
Wenn die Schilddrüse den Kreislauf durcheinanderbringt
Bei einer Überfunktion (Hyperthyreose) kommt es häufig zu einer isolierten systolischen Hypertonie. Der periphere Widerstand sinkt, das Blutvolumen steigt. Typische Symptome: Herzrasen, Unruhe, Gewichtsverlust. In Deutschland ist etwa eine von 100 Personen betroffen. Als Auslöser gelten die Autoimmunerkrankung Morbus Basedow oder heiße Knoten.
Eine Unterfunktion (Hypothyreose) wirkt anders: Sie erhöht tendenziell den diastolischen Blutdruck. Grund ist ein gesteigerter Gefäßwiderstand. Ärzte empfehlen daher bei Bluthochdruck-Patienten grundsätzlich die Bestimmung des TSH-Werts. Gelingt die Therapie der Schilddrüsenerkrankung, normalisiert sich oft auch der Blutdruck.
Oxalsäure und Nieren: Ein entzündliches Duo
Der Zusammenhang zwischen Stoffwechsel und Blutdruck zeigt sich auch an den Nieren. Erhöhte Kreatininwerte können auf eine eingeschränkte Nierenfunktion hinweisen – begünstigt durch eine Schilddrüsenunterfunktion.
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Eine Studie in Cardiovascular Research (2026) untersuchte den Einfluss von Oxalsäure auf das Herz-Kreislauf-System. Ergebnis: Hohe Oxalatkonzentrationen aktivieren entzündliche Prozesse über den Botenstoff IL-17A. Die Folge sind kombinierte Schäden an Herz und Nieren. Im Tierversuch milderte die Blockade dieses Botenstoffs die Schädigungen ab.
Probiotika gegen Bluthochdruck?
Könnten Bakterien den Blutdruck senken? Ein Review im Journal of Hypertension (2026) deutet darauf hin. Bestimmte Lactobacillus-Arten senkten den systolischen Wert um 3 bis 14 mmHg. Die vermuteten Mechanismen: Hemmung des Angiotensin-Converting-Enzyms (ACE) und verbesserte Stickoxid-Produktion.
Drei Ansätze jenseits der Pille
Biofeedback statt Medikament: Das AIT Austrian Institute of Technology entwickelte mit BPRelax ein System, das atemgestütztes Biofeedback nutzt. Die Blutdrucksenkung soll mit der Wirkung von Medikamenten vergleichbar sein. 3.000 Geräte sind für den deutschsprachigen Raum angekündigt.
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Pfefferminzöl als Senker: Eine britische Studie mit 40 Teilnehmern zeigte: 0,1 ml Pfefferminzöl täglich senkten den systolischen Blutdruck und die Ruheherzfrequenz. Die Fachleute mahnen jedoch: Wegen der geringen Probandenzahl sind Langzeitstudien nötig.
Sartane schützen das Gehirn: Eine US-Studie in JAMA Network Open (2025) untersuchte über 22 Jahre den Zusammenhang zwischen Blutdrucksenkern und Hirnveränderungen. Ergebnis: Angiotensin-II-stimulierende Wirkstoffe wie Sartane waren mit einem geringeren Risiko für Arteriolosklerose der kleinen Hirngefäße assoziiert als ACE-Hemmer oder Betablocker.
Seltene Erkrankungen im Fokus
Auch für seltene Hormonstörungen gibt es Fortschritte. Im April 2026 erschien eine internationale Leitlinie zum Allan-Herndon-Dudley-Syndrom – einer Mutation, die den Schilddrüsenhormon-Transport beeinträchtigt. In Europa ist seit Anfang 2025 der Wirkstoff TRIAC zugelassen.
Die Forschung zeigt: Wer den Blutdruck in den Griff bekommen will, sollte die Schilddrüse nicht vergessen. Bewegung und salzarme Ernährung bleiben die Basis – aber Probiotika, Biofeedback und spezifische Hormontherapien eröffnen neue Wege.
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