Bluthochdruck, Minuten

Bluthochdruck: 5 Minuten Atemtraining senkt Druck um 9 mmHg

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 10:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kardiologen prÀzisieren Hypertonie-Grenzwerte und zeigen: TÀgliches Atemtraining kann den systolischen Blutdruck messbar senken.

Bluthochdruck 2026: Neue Grenzwerte, Atemtraining und PrĂ€vention im Überblick
Eine Person misst in einer ruhigen, hellen Umgebung gewissenhaft ihren Blutdruck mit einem digitalen MessgerĂ€t. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Stellungnahmen fĂŒhrender Kardiologen und neue Studienergebnisse werfen ein detailliertes Licht auf die Behandlung und PrĂ€vention von Bluthochdruck (Hypertonie). Dabei steht insbesondere die Abgrenzung zwischen populĂ€ren Hausmitteln und medizinisch notwendigen Interventionen im Fokus der Fachwelt.

Grenzen der Selbstbehandlung mit Hausmitteln

Kardiologen wie Dr. Max Fritschka von der CharitĂ© wiesen in ErklĂ€rungen von Mitte August 2026 darauf hin, dass gĂ€ngige Hausmittel wie Knoblauch, Zitronen oder Pfefferminztee nicht als Sofortmaßnahmen zur Senkung des Blutdrucks geeignet sind. Bei vorliegendem Bluthochdruck mit Werten von mindestens 140/90 mmHg sei die Gabe von Medikamenten erforderlich. Dr. Fritschka verwies hierzu auf Studien, nach denen ein systolischer Wert von unter 120 mmHg das gesundheitliche Risiko maßgeblich senke. Als Idealwert wird gemĂ€ĂŸ den Richtlinien der ESH (European Society of Hypertension) ein Wert von unter 120/80 mmHg angestrebt.

Definitionen und Grenzwerte der Fachgesellschaften

Die Einordnung von Blutdruckwerten folgt prÀzisen Vorgaben internationaler Fachgesellschaften. Die Deutsche Hochdruckliga sowie die ESC (European Society of Cardiology) prÀzisierten in Veröffentlichungen vom August 2026 die geltenden Grenzwerte. Eine Praxis-Hypertonie wird ab einem Wert von 140/90 mmHg diagnostiziert. Bei Messungen im hÀuslichen Umfeld gilt bereits ein Wert ab 135/85 mmHg als auffÀllig. Die ESC 2024 definiert zudem erhöhte Werte in einem Bereich von 120-139 mmHg systolisch sowie 70-89 mmHg diastolisch.

Besondere Vorsicht ist laut der Deutschen Hochdruckliga bei Werten ab 180/110 mmHg geboten. Sofern diese mit Symptomen wie Brustschmerzen oder Atemnot einhergehen, mĂŒsse umgehend der Notruf 112 gewĂ€hlt werden. FĂŒr eine korrekte Messung empfehlen Experten eine fĂŒnfminĂŒtige Ruhephase vor der Erhebung, die DurchfĂŒhrung von zwei Messungen an beiden Armen sowie eine lĂŒckenlose Dokumentation.

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PrÀvention und demografische Relevanz

Die Schweizer Herzstiftung rĂ€t zu einer systematischen Kontrolle des Blutdrucks ab dem 18. Lebensjahr im Abstand von fĂŒnf Jahren. Ab einem Alter von 40 Jahren sollte die Messung jĂ€hrlich erfolgen. Die Relevanz dieser Maßnahmen unterstreichen Daten aus der Schweiz, wonach etwa jede zweite Person ĂŒber 65 Jahren von Bluthochdruck betroffen ist. Global betrachtet leiden laut Untersuchungen der UniversitĂ€t Vermont mehr als 1,28 Milliarden Menschen an Hypertonie.

Neue AnsÀtze durch Atemtraining und ErnÀhrung

Neben der medikamentösen Therapie untersuchen aktuelle Studien die Wirksamkeit physiologischer Trainingsmethoden. Eine im August 2026 im Journal of the American Heart Association veröffentlichte Untersuchung belegt, dass ein tĂ€gliches, fĂŒnfminĂŒtiges Atemtraining (Inspiratory Muscle Strength Training, IMST) den systolischen Blutdruck bei Erwachsenen im Alter von 50 bis 79 Jahren um 9 mmHg senken kann. Die Ergebnisse der Studie mit 36 Probanden deuten darauf hin, dass dieser Effekt mit der Wirkung von Medikamenten oder Ausdauertraining vergleichbar sei. Zudem verbessere sich die Endothelfunktion um 45 %, wobei die Wirkung ĂŒber einen Zeitraum von sechs Wochen anhalte.

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ErgĂ€nzend dazu zeigen Forschungsergebnisse der UniversitĂ€t Vermont aus dem American Journal of Clinical Nutrition, dass eine erhöhte Zufuhr von Kalium in Kombination mit einer Salzreduktion die Blutdrucksenkung effektiv unterstĂŒtzt. Als kaliumreiche Lebensmittel werden insbesondere Bananen, Avocados, Aprikosen und Feldsalat genannt.

AltersabhÀngige Normalwerte und Befunde im Kindesalter

Daten der SPRINT-Studie verdeutlichen, dass die Normalwerte des Blutdrucks mit steigendem Lebensalter variieren. WĂ€hrend fĂŒr die Altersgruppe der 20- bis 24-JĂ€hrigen ein Wert von 120/79 mmHg als Norm gilt, liegt dieser bei 40- bis 44-JĂ€hrigen bei 125/83 mmHg und steigt bei 60- bis 64-JĂ€hrigen auf 134/87 mmHg.

Auch im Kindes- und Jugendalter ist das Thema von Bedeutung. Den Studiendaten zufolge weisen etwa 3 % der Kinder in Deutschland eine Hypertonie auf. Bei adipösen Jugendlichen liegt dieser Anteil deutlich höher bei rund 25 %. Als Orientierungswerte fĂŒr Kinder werden fĂŒr DreijĂ€hrige etwa 110/70 mmHg und fĂŒr 16-JĂ€hrige 140/90 mmHg angefĂŒhrt.

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