ChatGPT-Marktanteil, Erstmals

ChatGPT-Marktanteil: Erstmals unter 50 Prozent, Gemini holt auf

16.06.2026 - 17:07:33 | boerse-global.de

ChatGPTs Marktanteil fällt erstmals unter 50 Prozent. Gemini und Claude gewinnen deutlich an Boden im KI-Wettbewerb.

ChatGPT verliert Marktführerschaft: Marktanteil unter 50 Prozent
ChatGPT-Marktanteil - A digital chart showing ChatGPT's market share falling below 50%, with competitors Gemini and Claude gaining ground, against a futuristic AI backdrop. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Dominanz von ChatGPT im generativen KI-Markt bröckelt: Erstmals seit dem Start des Chatbots fiel der Marktanteil unter die 50-Prozent-Marke.

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Gemini und Claude holen auf

Im Mai 2026 erreichte ChatGPT nur noch 46,4 Prozent des Marktes, wie der „State of AI 2026“-Bericht von Sensor Tower zeigt. Zwar bleibt die OpenAI-Plattform mit 1,1 Milliarden monatlichen Nutzern der größte einzelne Anbieter. Doch Google holt mit Gemini massiv auf: 662 Millionen Nutzer und 27,7 Prozent Marktanteil. Anthropics Claude kommt auf 245 Millionen Nutzer und 10,3 Prozent.

Besonders deutlich wird der Wandel bei den täglich aktiven Nutzern in den USA. Deren Anteil fiel bei ChatGPT von 69,1 Prozent Anfang 2025 auf 38,7 Prozent im März 2026. Gemini legte im selben Zeitraum auf 25,2 Prozent zu. Auch die weltweiten Web-Traffic-Anteile von ChatGPT gaben nach: von über 75 Prozent im Vorjahr auf 54,7 bis 61,7 Prozent.

Partnerschaft mit dem Pentagon als Wendepunkt?

Ein möglicher Auslöser für den Rückgang: Im Februar 2026 ging OpenAI eine Partnerschaft mit dem US-Verteidigungsministerium ein. Marktforscher brachten diesen Schritt mit einer anschließenden Welle von App-Deinstallationen in Verbindung.

Milliardenumsätze trotz Verlusten

Der gesamte generative KI-Markt boomt dennoch. Die Ausgaben für KI-Anwendungen erreichten im ersten Halbjahr 2026 über 4,2 Milliarden Euro – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum (1,83 Milliarden Euro). Weltweit verbrachten Nutzer 36 Milliarden Stunden mit KI-Apps, ebenfalls eine Verdopplung.

OpenAI reagiert auf die hohen Betriebskosten mit neuen Einnahmequellen. Seit Februar 2026 schaltet das Unternehmen Werbung in ChatGPT – vor allem für Software, Online-Shopping, Medien und Lebensmittel. Im Mai waren rund 17 Prozent der täglichen Nutzer diesen Anzeigen ausgesetzt.

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Die Wettbewerber setzen andere Akzente: Anthropics Claude hat mit 13 Prozent einen deutlich höheren Anteil an zahlenden Nutzern. Bei ChatGPT lag dieser Wert 2025 bei lediglich fünf Prozent.

Technologischer Wettlauf verschärft sich

Der Druck auf OpenAI wächst auch durch neue Leistungsbenchmarks. Anthropic veröffentlichte kürzlich sein Modell Claude Fable 5, das auf dem Epoch Capabilities Index 161 Punkte erreichte – zwei mehr als GPT-5.5 Pro. Auch bei Codierungs- und Mathematik-Benchmarks wie SWE-Bench Pro und FrontierMath Tier 4 lag Claude vorn.

Milliardenverluste und strategische Zukäufe

OpenAI steckt tief in den roten Zahlen: Für 2025 meldete das Unternehmen einen Verlust von 38,5 Milliarden Euro bei Einnahmen von 13,07 Milliarden Euro. Allein 19,18 Milliarden Euro flossen in Forschung und Entwicklung, dazu kamen hohe Zahlungen an Microsoft für Infrastruktur. Trotz der Verluste verfügte OpenAI Ende 2025 über Vermögenswerte von rund 50 Milliarden Euro, darunter 25 Milliarden Euro in bar.

Am 11. Juni 2026 übernahm OpenAI das deutsche Cloud-Startup ONA (ehemals Gitpod) für über 100 Millionen Euro. Die Technologie soll ab dem vierten Quartal 2026 in die sogenannten „Codex“-Agenten integriert werden – KI-Assistenten, die über Unternehmens-Cloud-Umgebungen hinweg aktiv bleiben können.

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