OpenAI-Börsengang: 38,5 Mrd. Verlust, über 1 Billion Dollar angestrebt
16.06.2026 - 17:07:33 | boerse-global.de
Der KI-Entwickler OpenAI hat seine Finanzen offengelegt: 34 Milliarden Dollar Ausgaben, 38,5 Milliarden Verlust – und das bei rasant steigenden Umsätzen. Der Börsengang könnte noch in diesem Jahr kommen.
Rekordausgaben für Forschung und Entwicklung
Die geprüften Finanzdokumente zeichnen das Bild eines Unternehmens im Investitionsrausch. Mit rund 19 Milliarden Dollar floss der Löwenanteil der Ausgaben in Forschung und Entwicklung. Auch Vertrieb und Marketing verschlangen mit knapp sechs Milliarden Dollar deutlich mehr als im Vorjahr – ein klares Zeichen für die aggressive Kommerzialisierung der KI-Technologie.
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Das operative Minus belief sich auf rund 20,9 Milliarden Dollar. Der ausgewiesene Nettoverlust von 38,5 Milliarden Dollar enthält allerdings eine einmalige, nicht zahlungswirksame Belastung von rund 30 Milliarden Dollar. Grund: die Umwandlung von der Non-Profit- in eine gewinnorientierte Struktur. Zum Vergleich: 2024 lag der Verlust noch bei 5,09 Milliarden Dollar.
Ein Großteil der Mittel floss an den strategischen Partner Microsoft. OpenAI überwies dem Tech-Giganten 17,2 Milliarden Dollar, erhielt im Gegenzug 303 Millionen Dollar von Microsoft und 867 Millionen Dollar von der SoftBank-Gruppe.
Umsatzsprung und Milliarden-Bewertung
Trotz der hohen Verluste wachsen die Einnahmen rasant. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte OpenAI 13,07 Milliarden Dollar Umsatz und übertraf damit das selbstgesteckte Ziel von zehn Milliarden Dollar. Besonders beeindruckend: Die monatlichen Erlöse stiegen von rund einer Milliarde Dollar pro Quartal Ende 2024 auf etwa zwei Milliarden Dollar monatlich zum Jahresende 2025.
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Der Börsengang rückt damit in greifbare Nähe. Am 8. Juni reichte OpenAI vertraulich den S-1-Antrag bei der US-Börsenaufsicht ein. Branchenbeobachter rechnen mit einem IPO im Herbst 2026. Nach einer Finanzierungsrunde über 122 Milliarden Dollar, die das Unternehmen mit 852 Milliarden Dollar bewertete, strebt OpenAI nun an der Börse eine Bewertung von über einer Billion Dollar an.
Milliarden-Investitionen in die Zukunft
OpenAI plant langfristig. Die Prognosen zeigen: Positiven Cashflow erwartet das Management frühestens 2030. Bis dahin sollen 600 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur und Rechenkapazitäten fließen. Im Gegenzug rechnet das Unternehmen für 2030 mit einem Jahresumsatz von 280 Milliarden Dollar.
Um die aktuellen Verluste in den Griff zu bekommen, setzt das Management auf operative Effizienz. Nicht zum Kerngeschäft gehörende Projekte wie das Video-Tool Sora werden zurückgefahren. Gleichzeitig prüft OpenAI Preisanpassungen, um gegen Konkurrenten wie Anthropic bestehen zu können.
Zum Ende des Geschäftsjahres verfügte das Unternehmen über Vermögenswerte von rund 50 Milliarden Dollar, etwa die Hälfte davon in bar.
