Curcumin-Dosis: EFSA nennt maximal 3 Milligramm je Kilo Körpergewicht
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 12:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deKurkuma und die darin enthaltenen Curcuminoide stehen vermehrt im Fokus ernährungsmedizinischer Diskussionen. Zahlreiche aktuelle Veröffentlichungen und fachliche Beiträge widmen sich der Frage, in welchem Umfang die Gelbwurz Entzündungsprozesse im Körper dämpfen kann. Während das pflanzliche Mittel bei bestimmten Beschwerden unterstützend wirken kann, mahnen Mediziner zugleich zu Vorsicht bei der Einnahme hochdosierter Nahrungsergänzungsmittel.
Mögliche Linderung bei Gelenkbeschwerden
In der Orthopädie werden Curcuminoid-Präparate vor allem im Zusammenhang mit degenerativen Gelenkerkrankungen diskutiert. Rund fünf Millionen Menschen in Deutschland sind von Arthrose betroffen. Studien liefern Hinweise darauf, dass Extrakte aus der Wurzel dazu beitragen können, Schmerzen bei Kniearthrose zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern.
Nach Einschätzung von Dr. Martin Rinio von der Gelenk-Klinik Gundelfingen können diese Naturmittel eine medizinische Therapie keineswegs ersetzen. Zwar ließen sich Beschwerden in vielen Fällen so weit abschwächen, dass Schmerzmittel reduziert werden könnten, eine Heilung der Arthrose oder eine Rückbildung von Gelenkschäden sei durch Gewürze oder Vitamine jedoch nicht möglich.
Auch im Sportbereich wird Curcumin zur Unterstützung der Regeneration nach intensiven Belastungen genutzt. Die Substanz hemmt entzündliche Mediatoren und weist antioxidative Eigenschaften auf. Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass Kurkuma nicht mit klassischen Entzündungsmedikamenten gleichzusetzen ist.
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Zudem warnen Kardiologen davor, das Gewürz als vermeintliches Wundermittel gegen schwere Erkrankungen wie Krebs oder Alzheimer darzustellen, da hierfür keine hinreichenden wissenschaftlichen Belege vorliegen.
Hürden bei der Bioverfügbarkeit
Ein zentrales Thema bei der Anwendung ist die geringe orale Bioverfügbarkeit von Curcumin, da der Wirkstoff im Magen-Darm-Trakt nur schlecht aufgenommen wird.
Um die Verwertung im Körper zu verbessern, werden Nahrungsergänzungsmitteln häufig Stoffe wie Piperin aus schwarzem Pfeffer zugesetzt, was die Aufnahme deutlich steigern kann. Auch die gleichzeitige Zufuhr gesunder Fette wie Olivenöl oder die Erwärmung von Speisen unterstützen die Löslichkeit des fettlöslichen Polyphenols.
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Bei der Verwendung als Küchengewürz gilt der Verzehr als unbedenklich. Als Orientierungsrahmen für Nahrungsergänzungsmittel nennt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine maximale Tagesdosis von 3 Milligramm Curcumin pro Kilogramm Körpergewicht.
Wechselwirkungen und Kontraindikationen
Trotz des pflanzlichen Ursprungs birgt die isolierte, hochdosierte Zufuhr Risiken. Curcumin kann Wechselwirkungen mit Arzneimitteln eingehen. Da der Stoff blutzuckersenkende Eigenschaften besitzt, besteht bei gleichzeitiger Einnahme von Diabetesmedikamenten wie Metformin oder Insulin das Risiko einer Unterzuckerung.
Zusätze wie Piperin können zudem den Abbau diverser Medikamente in der Leber beeinflussen, darunter bestimmte Blutdrucksenker, Schmerzmittel oder Lipidsenker.
Zudem wird bei Kombinationen mit Gerinnungshemmern wie Warfarin oder Aspirin zur Vorsicht geraten, da die Blutungsneigung steigen kann. Bei Gallenerkrankungen wie Gallensteinen oder Gallenwegsverschlüssen sowie während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte auf hochdosierte Präparate verzichtet werden.
Fachleute empfehlen generell, vor einer längerfristigen Anwendung konzentrierter Extrakte ärztlichen Rat einzuholen und gegebenenfalls die Leberwerte nach Beginn der Einnahme kontrollieren zu lassen.
