Curcumin nach Darmpolypen-OP: Risiko für größere Adenome sinkt um 44 Prozent
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 14:02 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie ernährungsmedizinische Prävention von Darmpolypen gewinnt durch neue klinische Daten an wissenschaftlicher Kontur. Eine Untersuchung der Universität Tokushima, die Ende August 2026 im Fachjournal The American Journal of Gastroenterology publiziert wurde, liefert fundierte Erkenntnisse zum Einsatz von hochresorbierbarem Curcumin nach der operativen Entfernung von Darmadenomen.
Die Ergebnisse einer großangelegten Studie deuten darauf hin, dass der Naturstoff zwar nicht das generelle Auftreten neuer Polypen verhindert, das Risiko für größere und potenziell gefährlichere Vorstufen jedoch messbar verringern kann.
Signifikante Reduktion bei Adenomen ab sechs Millimetern
Für die randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Multicenter-Studie wurden an 26 Zentren in Japan rund 600 Patientinnen und Patienten über einen Zeitraum von zwei Jahren beobachtet. Alle Teilnehmenden hatten sich zuvor einer endoskopischen Entfernung von Kolonadenomen unterzogen. Untersucht wurde die Wirkung des hochresorbierbaren Curcumin-Präparats „Theracurmin“ im Vergleich zu einem Scheinmedikament.
In der primären Gesamtinzidenz neu auftretender Adenome zeigte sich zwischen den beiden Behandlungsgruppen zwar kein statistisch signifikanter Unterschied.
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Eine deutliche Differenz ergab sich jedoch bei der Betrachtung fortgeschrittenerer Neubildungen: Adenome mit einer Größe von mindestens sechs Millimetern traten in der Curcumin-Gruppe bei 7,5 Prozent der Teilnehmenden auf, verglichen mit 13,3 Prozent in der Placegruppe.
Die Wissenschaftler ermittelten ein relatives Risiko von 0,56 bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,33 bis 0,95. Dies entspricht einer Risikoreduktion um rund 44 Prozent für diese Größenkategorie.
Deutliche Effekte bei Risikogruppen und gute Verträglichkeit
Über die Reduktion größerer Adenome hinaus stellten die Forschenden der Universität Tokushima fest, dass sowohl die absolute Anzahl als auch die Größe neu entstandener Adenome unter der Einnahme von Curcumin signifikant geringer ausfielen als in der Kontrollgruppe.
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Besonders ausgeprägt zeigte sich dieser Effekt bei Patientinnen und Patienten mit einer ausgeprägteren Vorgeschichte: Bei Personen, denen vor dem Studienbeginn mindestens sechs Adenome entfernt worden waren, lag das Risikoverhältnis für das Auftreten von vier oder mehr neuen Adenomen bei 0,40. Dies weist auf einen protektiven Nutzen speziell für Betroffene mit einer höheren Neigung zur Polypenbildung hin.
Hinsichtlich der Sicherheit des eingesetzten Präparats zogen die Studienautoren eine positive Bilanz. Unter der zweijährigen Anwendung von Curcumin wurden im Vergleich zur Placebogruppe keine vermehrten Nebenwirkungen verzeichnet.
Die Forschenden sehen in den Ergebnissen einen vielversprechenden Ansatzpunkt für ergänzende Strategien in der Nachsorge und Darmkrebsprävention, der durch standardisierte Formulierungen die biologische Verfügbarkeit des Wirkstoffs nutzt.
