Darmgesundheit: PropionsÀure steigert MS-Abwehrzellen um 30%
08.06.2026 - 02:30:20 | boerse-global.de
Produkte wie Seitan rĂŒcken dabei verstĂ€rkt in den Fokus der ErnĂ€hrungsphysiologie â doch nicht alle vertragen das Weizengluten gleich gut.
Seitan besteht fast ausschlieĂlich aus Gluten und liefert 20 bis 25 Gramm Protein pro 100 Gramm. Es ist fettarm, aber fĂŒr Menschen mit Zöliakie, Weizenallergien oder GlutensensitivitĂ€t tabu. Fachleute betonen: Echte Nahrungsmittelallergien sind mit 0,1 bis 1 Prozent relativ selten. Die gefĂŒhlte UnvertrĂ€glichkeit hat dagegen zugenommen.
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Wenn der Bauch rebelliert: Gluten ist nicht immer der ĂbeltĂ€ter
BlĂ€hungen oder KrĂ€mpfe nach Seitan mĂŒssen nicht am Gluten selbst liegen. Oft stecken FODMAPs, Histamin oder eine ballaststoffarme ErnĂ€hrung dahinter. Auch ein sehr hoher Proteinkonsum kann dehydrierend wirken. Die Empfehlung der Experten: natĂŒrliche EiweiĂquellen sollten etwa ein Viertel der Mahlzeit ausmachen â der Rest gehört GemĂŒse und Beilagen.
Das Mikrobiom: Mehr als nur Verdauung
Rund 70 Prozent der Immunzellen sitzen im Verdauungstrakt. Ein vielfĂ€ltiges Mikrobiom kann sogar die Wirksamkeit von Chemotherapien und Immuntherapien positiv beeinflussen. Ballaststoffreiche Kost mit viel GemĂŒse und Vollkorn fördert die Darmvielfalt und schĂŒtzt die Darmbarriere.
Die neurologische Forschung zeigt zudem ZusammenhÀnge zwischen Darmmetaboliten und Autoimmunerkrankungen. PropionsÀure, eine kurzkettige FettsÀure, konnte in Studien die MS-Abwehrzellen um 30 Prozent steigern. Bifidobakterien aus fermentierten Lebensmitteln wie Kimchi oder Joghurt sowie PrÀbiotika wie Inulin gelten hier als wichtige Akteure.
Keine Belege gibt es dagegen fĂŒr die These, dass Darmbakterien Autismus verursachen. Eine groĂe Datenauswertung vom Juni 2026 zeigt: Genetische Faktoren stehen im Vordergrund.
Berliner Startup setzt auf PrÀzisionsfermentation
Die Branche entwickelt sich weiter. Das Berliner Unternehmen Formo arbeitet mit Partnern an prĂ€zisionsfermentiertem Kasein â einem rekombinanten Protein fĂŒr pflanzliche HartkĂ€se-Alternativen. Die US-Gesundheitsbehörde FDA prĂŒft das Produkt derzeit. Ein Bescheid wird noch fĂŒr 2026 erwartet. Erste Vorstellungen sind fĂŒr die Fachmesse IFT FIRST in Chicago Mitte Juli geplant.
Parallel dazu forschen Wissenschaftler an unkonventionellen Rohstoffen. Sargassum-Algen etwa sollen durch Hochdruckverarbeitung zu Lebensmittelzusatzstoffen werden. Die enthaltenen Polysaccharide könnten als Stabilisatoren fĂŒr Suppen oder Saucen dienen â vorausgesetzt, die Schadstoffe wurden entfernt.
FrĂŒhstĂŒck oder nicht? Die Datenlage ist eindeutig
Die Wahl der Proteinquelle ist nicht alles. Eine aktuelle Studie der UniversitĂ€t Leipzig mit 150.000 Teilnehmern zeigt: Risikofaktoren fĂŒr Demenz werden bereits in jungen Jahren durch Rauchen oder Bewegungsmangel gesetzt.
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In der ErnĂ€hrungsberatung bleibt die ĂbersĂ€uerung ein kontroverses Thema. Eine echte Azidose tritt nur bei schweren Erkrankungen auf. Dennoch empfehlen viele Fachleute eine pflanzenbetonte ErnĂ€hrung mit rund 80 Prozent basischen Lebensmitteln wie GemĂŒse, Obst und Kartoffeln. Das korreliert mit den Empfehlungen fĂŒr ein gesundes Mikrobiom.
Aktuelle Daten aus SĂŒdkorea unterstreichen zudem die Bedeutung regelmĂ€Ăiger Mahlzeiten: Wer aufs FrĂŒhstĂŒck verzichtet, hat ein deutlich erhöhtes Risiko fĂŒr depressive Symptome.
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