DASH-Diät: 41% weniger kognitiver Abbau in großer Studie
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 11:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das zeigen aktuelle Prognosen der Universitäten Trier, Rostock und Köln sowie der AOK. Ein Zuwachs um rund 800.000 Fälle – allein in Bayern steigt die Zahl von 200.000 auf 340.000 Betroffene.
Kein Wunder also, dass die Forschung nach wirksamen Präventionsstrategien sucht. Besonders im Fokus: die DASH-Diät, ursprünglich entwickelt gegen Bluthochdruck.
Ernährung als Schutzschild fürs Gehirn
Eine im Fachjournal JAMA Neurology veröffentlichte Studie mit rund 160.000 Teilnehmern liefert beeindruckende Zahlen. Wer die DASH-Diät konsequent einhält, senkt sein Risiko für kognitiven Abbau um 41 Prozent.
Zum Vergleich: Eine gesunde pflanzliche Ernährung reduziert das Risiko um 24 Prozent, die Mittelmeer-Diät um 16 Prozent. Teilnehmer mit strikter DASH-Ernährung hatten eine kognitive Funktion, die statistisch 0,8 Jahre jünger wirkte – beim Arbeitsgedächtnis sogar 1,3 Jahre.
Die Wirkung beruht vor allem auf der strikten Natriumkontrolle. Laut einer Untersuchung im New England Journal of Medicine senkt die Diät den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 11 mmHg, den diastolischen um 5,5 mmHg. Daten aus Nutrients beziffern die Reduktion des Herz-Kreislauf-Risikos auf 20 Prozent, das Schlaganfallrisiko sinkt um 19 Prozent.
Kaffee, Tee und entzündungshemmende Lebensmittel
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Der Bericht der Lancet Commission aus 2024 zeigt: Bis zu 45 Prozent aller Demenzfälle weltweit gehen auf 14 veränderbare Risikofaktoren zurück. Ernährung spielt dabei eine zentrale Rolle – aber nicht nur.
Eine Langzeitstudie in JAMA mit über 130.000 Teilnehmern über 43 Jahre belegt: Zwei bis drei Tassen koffeinhaltiger Kaffee oder ein bis zwei Tassen Tee täglich senken das Demenzrisiko um 18 Prozent. Entkoffeinierte Varianten? Ohne Effekt.
Auch die Muskelkraft spielt eine Rolle. Geringe Muskelkraft korreliert mit einem um 30 Prozent erhöhten Demenzrisiko, in Kombination mit Adipositas steigt der Wert auf 34 Prozent.
Eine schwedische Studie über 15 Jahre mit Personen ab 60 Jahren zeigt: Eine Ernährung reich an Flavonoiden und Polyphenolen – etwa aus Olivenöl, grünem Tee oder Brokkoli-Sprossen – senkt das Demenzrisiko um bis zu 30 Prozent. Selbst wenn bereits Alzheimer-Marker vorhanden sind.
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Medikamente als Risiko und Chance
Die Forschung blickt zunehmend auch auf Medikamente. Eine Analyse in Nature Metabolism von 66.000 Datensätzen warnt: Protonenpumpenhemmer (PPI) bei Langzeittherapie erhöhen das Demenzrisiko um 44 Prozent. Auch Glucosamin wurde bei Personen mit leichten kognitiven Einschränkungen mit einem um 25 Prozent gesteigerten Risiko in Verbindung gebracht.
Positiv: Daten des NIH deuten darauf hin, dass Diabetes-Medikamente wie SGLT2-Hemmer oder GLP-1-Agonisten das Alzheimer-Risiko um 43 beziehungsweise 33 Prozent senken könnten.
Soziale Aktivität als Schutzfaktor
Neben biochemischen Faktoren rückt die psychosoziale Komponente in den Fokus. Ein Pilotprojekt der Universität Krems mit Senioren ab 60 zeigt: Gezielte soziale und geistige Aktivitäten – etwa geführte Museumsbesuche nach dem „Slow-Viewing“-Prinzip – steigern das Wohlbefinden und reduzieren Einsamkeit. Beides trägt zur Hirngesundheit bei.
In der Grundlagenforschung arbeiten Wissenschaftler zudem an neuen Therapieansätzen. Am IMC Krems untersuchen Forscher den Rezeptor TLR10, der Entzündungsreaktionen im Gehirn bremsen könnte – möglicherweise eine Basis für künftige Behandlungen von Alzheimer und Parkinson.
Ein fachlicher Austausch zu Präventionsstrategien ist für den 22. September 2026 in Obernburg geplant.
