Demenz-PrÀvention, Kochen

Demenz-PrÀvention: Kochen senkt Risiko um bis zu 27 Prozent

23.06.2026 - 04:01:40 | boerse-global.de

Fischöl und Glucosamin enttÀuschen in Demenz-PrÀvention. Keto-DiÀt, Kochen und Diabetes-Medikamente zeigen positive Effekte.

Neue Studien: Fischöl nutzlos gegen Demenz, Kochen schĂŒtzt
Demenz-PrĂ€vention - Eine Nahaufnahme der Hand einer Ă€lteren Person, die nach einer SchĂŒssel mit frischen Beeren und NĂŒssen greift. 23.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Eine neue Studie zeigt: Die Pillen helfen nicht. DafĂŒr rĂŒcken andere Strategien in den Fokus.

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Omega-3 und Glucosamin: Nutzen fraglich, Risiken real

Forscher der University of Southern California untersuchten zwei Jahre lang 365 Probanden zwischen 55 und 80 Jahren. Sie gaben ihnen tĂ€glich 2.000 mg DHA – eine Omega-3-FettsĂ€ure aus Fischöl. Der DHA-Spiegel im Gehirn stieg um 17 Prozent. Doch die erhoffte Wirkung blieb aus: Weder GedĂ€chtnis noch Kognition oder das Volumen des Hippocampus verbesserten sich. Die Studie erschien im Juni in eBioMedicine.

Noch alarmierender sind die Ergebnisse zu Glucosamin. Das Mittel, das viele gegen Gelenkschmerzen nehmen, könnte das Demenzrisiko sogar erhöhen. Eine Analyse in Nature Metabolism zeigt: Bei Menschen mit leichten kognitiven BeeintrÀchtigungen steigt das Risiko, tatsÀchlich an Demenz zu erkranken, um 25 Prozent. Bereits Erkrankte haben ein um 25 Prozent erhöhtes Sterberisiko.

Ketogene ErnÀhrung zeigt vielversprechende Effekte

Positive Signale kommen dagegen aus der ErnĂ€hrungsforschung. Eine Review-Studie vom 21. Juni deutet an, dass eine ketogene ErnĂ€hrung den kognitiven Abbau bei Alzheimer-Patienten verlangsamen könnte. Die Auswertung zeigte weniger EntzĂŒndungsmarker im Gehirn und eine verbesserte kognitive Leistung. Allerdings stufen Fachleute die Evidenz noch als vorlĂ€ufig ein. Eine große Studie des National Institute on Aging lĂ€uft seit 2024 – sie soll in fĂŒnf Jahren Klarheit bringen.

Kochen senkt das Demenzrisiko

Nicht nur was wir essen, sondern wie wir es zubereiten, scheint eine Rolle zu spielen. Eine japanische Langzeitstudie mit 11.000 Teilnehmern ĂŒber sechs Jahre belegt: RegelmĂ€ĂŸiges Kochen senkt das Demenzrisiko signifikant – bei MĂ€nnern um 23 Prozent, bei Frauen um 27 Prozent. Die ErklĂ€rung: Kochen fordert Gehirn und Motorik gleichermaßen.

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Diabetes-Medikamente als Schutzschild

Der Stoffwechsel spielt eine SchlĂŒsselrolle fĂŒr die Gehirngesundheit. Eine NIH-Studie in JAMA untersuchte Daten von 2014 bis 2023 und fand: Diabetiker, die SGLT2-Inhibitoren einnahmen, senkten ihr Alzheimer-Risiko um 43 Prozent. Bei GLP-1-Rezeptoragonisten waren es 33 Prozent. Mediziner sehen darin einen Beleg fĂŒr den Zusammenhang zwischen Stoffwechselgesundheit und Neuroprotektion.

PrĂ€vention beginnt frĂŒh – sehr frĂŒh

Forscher der UniversitĂ€t Leipzig werteten Daten von knapp 150.000 Personen aus. Ihr Befund vom 22. Juni: Risikofaktoren wie FehlernĂ€hrung, Bewegungsmangel und Rauchen wirken sich bereits im Alter zwischen 20 und 39 Jahren messbar auf die kognitive LeistungsfĂ€higkeit aus. Experten des Deutschen Zentrums fĂŒr Neurodegenerative Erkrankungen schĂ€tzen, dass bis zu 36 Prozent aller DemenzfĂ€lle durch frĂŒhzeitige Lebensstilanpassungen vermeidbar wĂ€ren. Neben der ErnĂ€hrung nennen sie ausreichende Hydrierung und die Vermeidung von zu niedrigem Blutdruck als wichtige Faktoren.

de | wissenschaft | 69607219 |