DemenzprÀvention, Schritte

DemenzprÀvention: 5.000 bis 7.500 Schritte hÀngen mit sieben Jahren zusammen

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 17:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die WHO empfiehlt LebensstilĂ€nderungen und die Behandlung von Vorerkrankungen; Studien zeigen ZusammenhĂ€nge, aber keinen Beweis fĂŒr PrĂ€ventionswirkung.

WHO aktualisiert Demenz-Leitlinie: Empfehlungen zu Bewegung und PrÀvention
Ein ruhiger, sonnendurchfluteter Waldweg im Herbst, der zu Bewegung und körperlicher AktivitÀt einlÀdt. Illustration mit AI erstellt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Leitlinie zur PrÀvention von kognitivem Abbau und Demenz aktualisiert. Die Erstfassung des Regelwerks war im Jahr 2019 erschienen.

Angesichts der weltweiten demografischen Entwicklung kommt prÀventiven AnsÀtzen eine wachsende Bedeutung zu: Weltweit leben mehr als 57 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung, und jÀhrlich kommen fast 10 Millionen Neuerkrankungen hinzu.

Die Empfehlungen der WHO zielen darauf ab, bestehende wissenschaftliche Erkenntnisse fĂŒr PrĂ€ventionsstrategien im Alltag und im Gesundheitssystem nutzbar zu machen.

Modifizierbare Risiken und Lebensstilinterventionen

Laut der WHO sind bis zu 45 Prozent der DemenzfÀlle weltweit mit potenziell verÀnderbaren Risikofaktoren verbunden. Die aktualisierte Leitlinie hebt daher eine Reihe von Verhaltensweisen hervor, die dem geistigen Abbau entgegenwirken können.

Zu den zentralen Empfehlungen gehören regelmĂ€ĂŸige körperliche Bewegung, kognitives Training und die Aufrechterhaltung sozialer AktivitĂ€ten. Ebenso werden eine gesunde ErnĂ€hrung, ein Rauchstopp sowie ein reduzierter Alkoholkonsum angeraten.

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Auf medizinischer Ebene betont die Organisation die konsequente Behandlung von Vorerkrankungen, darunter Bluthochdruck, Diabetes und DyslipidÀmien. Von der Einnahme von NahrungsergÀnzungsmitteln ohne einen medizinisch nachgewiesenen Mangel rÀt die WHO hingegen ab.

Rechnerisches Potenzial statt individueller Garantien

Die SchĂ€tzung zu den verĂ€nderbaren Einflussfaktoren stĂŒtzt sich auf einen Bericht der Lancet-Kommission, der 2024 aktualisiert und von der WHO ĂŒbernommen wurde. Die Modellrechnung geht davon aus, dass sich theoretisch bis zu 45 Prozent aller weltweiten DemenzfĂ€lle verhindern oder verzögern ließen, wenn insgesamt 14 identifizierte Risikofaktoren gleichzeitig, vollstĂ€ndig und dauerhaft beseitigt wĂŒrden.

Dieser Wert beschreibt jedoch ein globales, theoretisches Gesamtszenario und keine persönliche Schutzwirkung. Eine individuelle Risikosenkung um 45 Prozent lĂ€sst sich durch einzelne Maßnahmen – wie etwa gezieltes Krafttraining – daraus nicht ableiten.

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Beobachtungen zu Alltagsbewegung und kognitivem Verlauf

Welche ZusammenhĂ€nge zwischen AktivitĂ€t und neurodegenerativen Prozessen bestehen, verdeutlichen Langzeituntersuchungen wie die im Fachjournal „Nature Medicine“ (2025) veröffentlichte Harvard Aging Brain Study. Darin wurden 294 zu Beginn kognitiv unauffĂ€llige Erwachsene im Alter zwischen 50 und 90 Jahren ĂŒber einen Zeitraum von 14 Jahren beobachtet.

Bei Personen mit erhöhtem Risiko zeigte sich ein Zusammenhang zwischen einem höheren Maß an Bewegung und einer verlangsamten Ablagerung von Tau-Proteinen im Gehirn.

Ein Pensum von 3.000 bis 5.000 Schritten tÀglich war mit einem um rund drei Jahre verlangsamten kognitiven Abbau verbunden, wÀhrend 5.000 bis 7.500 Schritte tÀglich mit einer Verzögerung von bis zu sieben Jahren einhergingen. Eine ursÀchliche PrÀventionswirkung im Sinne eines Beweises konnten die Studienautoren damit allerdings nicht belegen.

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de | wissenschaft | 70184481 |