DemenzprÀvention: Freizeitsport senkt Risiko um 24 Prozent
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 11:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen verdeutlichen die erhebliche Relevanz des Lebensstils fĂŒr die kognitive Gesundheit im Alter. Eine Mitte August 2026 in der Fachzeitschrift The Lancet Public Health veröffentlichte Meta-Analyse, die Daten von 4,2 Millionen Menschen aus 30 LĂ€ndern auswertete, liefert neue Erkenntnisse ĂŒber den Zusammenhang zwischen körperlicher BetĂ€tigung und dem Risiko, an einer Demenz zu erkranken.
Die von David Raichlen und Natan Feter von der University of Southern California geleitete Untersuchung zeigt dabei deutliche Unterschiede je nach Art der AktivitÀt auf.
GegensÀtzliche Effekte von Freizeit- und Arbeitssport
Die Analyse von insgesamt 74 Studien mit Teilnehmern im Alter von 45 bis 93 Jahren ergab, dass sportliche BetÀtigung in der Freizeit das Demenzrisiko um 24 Prozent senkt. Im Gegensatz dazu korreliert schwere körperliche Arbeit mit einem um 20 Prozent erhöhten Risiko. Die Autoren wiesen darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, weshalb keine direkte KausalitÀt nachgewiesen werden kann.
Neben klassischem Sport wurden auch alltĂ€gliche AktivitĂ€ten untersucht. WĂ€hrend Hausarbeit das Risiko fĂŒr eine Demenzerkrankung laut den Daten einer Studie um 15 Prozent verringert, scheint das Pendeln zur Arbeit die Gefahr zu erhöhen. In zwei untersuchten Studien wurde ein Anstieg des Risikos um 10 Prozent festgestellt.
Risikofaktoren und die Rolle der PrÀvention
Die Bedeutung modifizierbarer Faktoren wird durch weitere aktuelle Forschungsarbeiten unterstrichen. Laut aktualisierten Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2026 sind bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos durch beeinflussbare LebensumstÀnde geprÀgt.
Zu den zentralen Empfehlungen gehören regelmĂ€Ăige Bewegung, eine gesunde ErnĂ€hrung, der Verzicht auf das Rauchen sowie die Begrenzung des Alkoholkonsums. Zudem sei die Kontrolle von Bluthochdruck und Diabetes sowie die soziale Teilhabe von entscheidender Bedeutung.
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Eine US-amerikanische Studie, die am 17. August 2026 in der Fachzeitschrift Neurology veröffentlicht wurde, quantifizierte den Einfluss bestimmter Risikofaktoren bei 12.409 Probanden. Personen, die weder rauchten noch an Diabetes oder Bluthochdruck litten, blieben im Durchschnitt 30,1 Jahre demenzfrei.
Bei Probanden, auf die alle drei Faktoren zutrafen, reduzierte sich dieser Zeitraum auf 17,5 Jahre â eine Differenz von 12,6 Jahren. Das Sterberisiko erhöhte sich bei Vorliegen aller drei Faktoren um den Faktor 5,61.
ErnÀhrung und kognitive LeistungsfÀhigkeit
ErgĂ€nzend zur körperlichen AktivitĂ€t rĂŒckt die ErnĂ€hrung zunehmend in den Fokus der Forschung. Eine klinische Studie aus dem Jahr 2026 mit 47 ĂŒbergewichtigen Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren untersuchte die Effekte von zeitrestriktivem Essen. Unter der Leitung von Prof. Sue Shapses wurde festgestellt, dass ein acht- bis neunstĂŒndiges Essensfenster die rĂ€umliche Planung und Problemlösung verbesserte.
Untersuchungen aus Indien (ICMR-NIN) an 184 Erwachsenen in Hyderabad zeigten zudem eine Korrelation zwischen Vitaminmangel und kognitiven BeeintrÀchtigungen. Bei 36,4 Prozent der Teilnehmer wurde eine leichte kognitive Störung (MCI) diagnostiziert, wobei diese Probanden niedrigere Spiegel der Vitamine D, B6 und B12 aufwiesen. Höhere Werte der Vitamine D und B6 wurden mit einer besseren kognitiven Leistung assoziiert.
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Ganzheitliche AnsÀtze und soziale Kontakte
Experten wie der Neurologe Dr. David Perlmutter verweisen zudem auf die Gefahren sozialer Isolation. Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2024 mit ĂŒber 600.000 Teilnehmern belegt, dass Einsamkeit das Demenzrisiko um 31 Prozent steigert. Als prĂ€ventive MaĂnahmen werden neben sozialen Kontakten auch Hörschutz und die Vermeidung hochverarbeiteter Lebensmittel empfohlen.
In Ăsterreich startete im August 2026 die sogenannte LETHE-AT-Studie der Medizinischen UniversitĂ€ten Wien, Graz und Innsbruck. Hierbei werden 300 Personen gesucht, um ĂŒber 18 Monate die Wirksamkeit eines digitalen PrĂ€ventionsprogramms mit App-UnterstĂŒtzung und Smartwatches zu testen.
Laut ErnÀhrungswissenschaftlern wie Tseng Chien-Ming können ganzheitliche LebensstilÀnderungen, die ErnÀhrung, Bewegung und kognitive Stimulation kombinieren, die Gehirnleistung signifikant steigern.
