Depression, Kliniken

Depression: Kliniken starten Gruppenkurse fĂŒr Angehörige ab September

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 16:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kliniken, VerbĂ€nde und Kassen bauen Hilfen zu Depression, SelbstfĂŒrsorge und PrĂ€vention aus – mit Kursen, Bewegung, Podcasts und Selbsthilfe.

Depression: Neue Gruppenangebote stÀrken Angehörige und Betroffene
Leerer, lichtdurchfluteter Gruppenraum mit StĂŒhlen in einem Halbkreis als Symbol fĂŒr therapeutische UnterstĂŒtzung. Illustration mit AI erstellt.

Die Behandlung und Begleitung von Menschen mit depressiven Erkrankungen unterliegt einem stetigen Wandel, wobei klinische Einrichtungen zunehmend auf Gruppenangebote setzen. Der Fokus verschiebt sich dabei verstĂ€rkt auf Strategien zur SelbstfĂŒrsorge, die nicht nur Betroffenen selbst, sondern explizit auch deren Angehörigen zugutekommen sollen.

Aktuelle Programme zeigen eine Diversifizierung der AnsĂ€tze, die von klinischen Pflegekursen ĂŒber bewegungsorientierte Veranstaltungen bis hin zu Peer-Support-Modellen reichen.

Klinische Gruppenkurse und Bildungsreihen fĂŒr Angehörige

Ein zentrales Element moderner UnterstĂŒtzungskonzepte ist die BefĂ€higung des sozialen Umfelds. Die LVR-Klinik Mönchengladbach fĂŒhrt in diesem Kontext einen kostenlosen Gruppenpflegekurs durch, der speziell auf Angehörige von Menschen mit Depressionen zugeschnitten ist.

Die Termine fĂŒr dieses Angebot sind fĂŒr den 18. September, 25. September sowie den 2. Oktober angesetzt. In Kleingruppen von maximal 10 Teilnehmern werden jeweils zwischen 17 und 20 Uhr praxisnahe AnsĂ€tze vermittelt.

Parallel dazu erweitern Bildungseinrichtungen ihr Portfolio fĂŒr die hĂ€usliche Pflege. Die Volkshochschule (VHS) Wolfsburg startet Mitte September eine Veranstaltungsreihe, die sich pflegenden Angehörigen widmet.

Neben pflegerischen Grundlagen stehen dort auch rechtliche und organisatorische Themen wie die Vorsorge im Mittelpunkt. Solche Programme unterstreichen die Notwendigkeit, strukturiertes Wissen außerhalb des rein klinischen Rahmens zugĂ€nglich zu machen.

Sensibilisierung durch Filmprojekte und Aktionstage

Um die gesellschaftliche Wahrnehmung von psychischen Belastungen zu schĂ€rfen, setzen GesundheitsĂ€mter und regionale VerbĂ€nde verstĂ€rkt auf mediale AufklĂ€rung. Im Hochsauerlandkreis ist fĂŒr den 10. Oktober 2026 die VorfĂŒhrung des Films „Expedition Depression“ im Peter Prinz Bildungshaus in Arnsberg geplant. Das Gesundheitsamt kombiniert die FilmvorfĂŒhrung mit dem Ziel, den Austausch ĂŒber die Erkrankung im öffentlichen Raum zu fördern.

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In Dillingen wird zudem ein Aktionstag zum Welttag der SuizidprĂ€vention vorbereitet. Unter der Organisation von Lucia Mayr sowie in Kooperation mit der Caritas und der Gesundheitsregion Plus findet Mitte September eine Veranstaltung im Kirchenzentrum St. Ulrich statt. Fachleute wie Freya von StĂŒlpnagel und Michael Schiegerl begleiten diesen Tag, um ĂŒber PrĂ€ventionsmöglichkeiten und Hilfsangebote aufzuklĂ€ren.

Integration von Genesungsbegleitung und Selbsthilfe

Ein wichtiger Trend in der psychiatrischen Versorgung ist die Einbindung von Personen mit eigener Krankheitserfahrung in den professionellen Betrieb. In der LVR-Klinik Viersen wurde dieses concept durch den Einsatz einer Genesungsbegleiterin in der Gerontopsychiatrie gefestigt.

Nach Abschluss einer entsprechenden Ex-In-Ausbildung (Experienced Involvement) unterstĂŒtzt Claudia Pohl dort das Team. Der zustĂ€ndige Chefarzt Dr. Timm Strotmann-Tack wertete diese Form der Zusammenarbeit als eine wertvolle ErgĂ€nzung fĂŒr den klinischen Alltag, da sie eine besondere BrĂŒcke zwischen Patienten und Fachpersonal schlage.

ErgĂ€nzend dazu bleibt die klassische Selbsthilfe eine tragende SĂ€ule. Ein Beispiel hierfĂŒr ist die Selbsthilfegruppe in HankensbĂŒttel, die auf ein siebenjĂ€hriges Bestehen zurĂŒckblickt. Die monatlichen Treffen im Ludwig-Harms-Haus dienen dem direkten Erfahrungsaustausch, wobei die Gruppe organisatorisch durch die AWO Gifhorn unterstĂŒtzt wird.

PrÀvention durch Bewegung und kognitives Training

PrĂ€ventive AnsĂ€tze verknĂŒpfen zunehmend psychische Gesundheit mit physischer AktivitĂ€t und digitaler Kompetenzvermittlung. Die AOK Bayern organisiert im September den „Mental Health Rocks Run“ in Straubing, um die Verbindung von Sport und mentaler StabilitĂ€t zu thematisieren.

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Auf digitaler Ebene setzt die BKK24 auf monatliche Podcasts, um die Gesundheitskompetenz der Versicherten zu stĂ€rken. Jörg Nielaczny von der BKK24 betonte in diesem Zusammenhang die Relevanz von leicht zugĂ€nglichen Informationen fĂŒr die breite Bevölkerung.

FĂŒr den Erhalt kognitiver FĂ€higkeiten bieten lokale Anlaufstellen wie das CafĂ© Durchblick in Dresden spezifische Kurse an. Unter der Leitung von Anja Eisfelder-Mylius werden dort neben Hilfestellungen bei Formularen auch Gehirnjogging-Einheiten angeboten. Diese Maßnahmen sind bis zum Jahresende 2026 konzipiert und verdeutlichen den Bedarf an niederschwelligen Angeboten zur BewĂ€ltigung des Alltags bei kognitiven Belastungen.

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