Deutschland, Millionen

Deutschland: 11,5 Millionen können Steuererklärung ab Juli per Klick

28.06.2026 - 05:50:58 | boerse-global.de

Digitale Zahlungen verzeichnen weltweit Rekordwachstum, angetrieben von Südostasien und neuen Sicherheitslösungen in Europa.

Digitales Bezahlen: Boom in Asien und neue Sicherheitsstandards in Europa
Deutschland - Verschiedene Hände mit Smartphones und Tablets, verbunden durch digitale Linien, symbolisieren globale Online-Banking-Nutzung und Zugänglichkeit. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders in Schwellenländern schießen die Nutzerzahlen in die Höhe, während Europa mit neuen Standards und Sicherheitslösungen nachzieht.

Asien treibt das Wachstum an

Südostasien entwickelt sich zum Epizentrum der digitalen Finanzrevolution. Vietnam meldet für die ersten fünf Monate 2026 einen Anstieg der Internet-Banking-Transaktionen um 66 Prozent. Das mobile Banking legte um 33 Prozent zu, QR-Zahlungen sogar um 50 Prozent. Die Behörden reagieren mit bilateralen QR-Systemen – bereits mit China und Südkorea umgesetzt, folgen Singapur, Taiwan und Indien als nächste Partner.

Pakistan zeigt ähnliche Dynamik: Im dritten Quartal des Fiskaljahres 2025/26 (Januar bis März 2026) erreichten die digitalen Zahlungen 3,4 Milliarden Transaktionen im Wert von umgerechnet rund 370 Milliarden Euro. Mobile-Banking-Apps waren für 2,89 Milliarden dieser Transaktionen verantwortlich. Besonders QR-Code-Zahlungen im Handel legten um 41 Prozent zu.

Finanzielle Inklusion: Frauen und ländliche Räume im Fokus

Eine aktuelle Studie von DBS Bank und Deloitte zeigt: 84 Prozent der indischen Unternehmerinnen nutzen inzwischen digitale Bezahldienste. Die Unified Payments Interface (UPI) ist besonders beliebt – 72 Prozent der befragten Frauen und 77 Prozent der wohlhabenden Investorinnen setzen darauf. Selbst in ländlichen Regionen greifen 54 Prozent der Frauen auf UPI zurück.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten bevorzugen 70,7 Prozent der Verbraucher digitale Geldbörsen wie Apple Pay, Google Pay oder Samsung Wallet. Bei Haushalten mit einem Monatseinkommen über 30.000 Dirham (rund 7.500 Euro) steigt dieser Wert auf 75,5 Prozent.

Uganda geht einen anderen Weg: Die Centenary Bank launchte im Juni 2026 die Gonza-Pay-Digitalbrieftasche. Hintergrund ist ein Anstieg des E-Geld-Transaktionsvolumens um 28 Prozent im Jahr 2025 auf umgerechnet 94 Milliarden Euro. Die neue Plattform zielt auf ländliche und unterversorgte Kunden, die bislang auf Bargeld angewiesen waren.

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Europa setzt auf Infrastruktur und Vereinfachung

Singapur plant den nächsten Schritt: Die Währungsbehörde MAS und der Bankenverband ABS kündigten am 26. Juni 2026 eine Studie zur zweiten Generation des PayNow-Systems an. Ein Pilotprojekt zur QR-Interoperabilität zwischen PayNow und NETS QR ist für Ende 2026 geplant. Auch Deep-Linking im Online-Checkout und Mikrozahlungen stehen auf der Agenda.

Deutschland macht Steuererklärungen einfacher: Ab dem 1. Juli 2026 können rund 11,5 Millionen alleinstehende, kinderlose Arbeitnehmer und Rentner ihre Steuererklärung per „One-Click"-Funktion in der MeinELSTER+-App abgeben. Das von Bayern im Auftrag von Bund und Ländern entwickelte System nutzt vorausgefüllte Daten.

Großbritannien testet die digitale Identität: UK Finance unterstützt sechs Großbanken – Barclays, HSBC, Lloyds, Nationwide, NatWest und Santander – bei einem Pilotprojekt zur digitalen Identitätsverifikation. Der freiwillige Dienst soll Identitätschecks bei Immobilientransaktionen, Kontoeröffnungen und Altersverifikationen über bestehende Banking-Apps ermöglichen.

Sicherheit wird zur Chefsache

Das Wachstum digitaler Zahlungen zieht verstärkte Sicherheitsmaßnahmen nach sich. In Vietnam haben Banken biometrische Verifikation für 163,39 Millionen Kundendatensätze abgeschlossen. Das Betrugspräventionssystem SIMO verschickte vier Millionen Warnungen – 1,3 Millionen Kunden stoppten daraufhin Transaktionen im Wert von über 170 Millionen Euro.

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Die deutschen Sparkassen stellen um: Bis Ende 2026 werden alle Kunden von der S-ID-Check-App auf die S-pushTAN-App umgestellt. Hintergrund sind anhaltende Sicherheitsherausforderungen. In Österreich warnte die Polizei Mitte Juni 2026 vor einer Betrugswelle, bei der ein Opfer einen vierstelligen Eurobetrag verlor – angebliche Bankmitarbeiter hatten sich telefonisch gemeldet.

Eine aktuelle Studie aus dem indischen Distrikt Ranchi zeigt: Digitale Bankdienste verkürzen Transaktionszeiten erheblich und steigern das Finanzwissen. Doch mangelnde digitale Kompetenz und schlechte Internetverbindungen bleiben die größten Hürden für eine flächendeckende Nutzung in ländlichen Regionen.

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