Rechenzentren-Boom, Schwarz

Rechenzentren-Boom: Schwarz Gruppe investiert 11 Milliarden Euro

28.06.2026 - 05:54:57 | boerse-global.de

Die Bundesagentur für Arbeit sieht IT-Jobs als zukunftssicher, trotz KI-Wandel. Milliardeninvestitionen und Umschulungsprogramme begleiten den Strukturwandel.

IT-Jobmarkt trotz KI-Boom stabil: Agentur für Arbeit beruhigt
Rechenzentren-Boom - IT-Fachleute arbeiten in einem modernen Büro zusammen, mit abstrakten KI-Visualisierungen, die Mensch-KI-Synergie und Innovation symbolisieren. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt eine aktuelle Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit.

Markus Behrens, Chef einer Regionaldirektion der Bundesagentur, betonte Ende Juni die sichere Zukunft von IT-Jobs. Zwar verändere Künstliche Intelligenz den Arbeitsmarkt grundlegend, doch die Behörde selbst setze bereits 23 verschiedene KI-Tools ein. Ein Widerspruch? Nicht unbedingt.

Wie sicher sind IT-Jobs wirklich?

Eine Studie des Ifo-Instituts zeigt: 19,2 Prozent der befragten Unternehmen glauben, dass Fachkräfte irgendwann durch KI ersetzt werden könnten. Branchenkenner raten Berufseinsteigern dennoch, sich zunächst auf konkrete IT-Rollen zu konzentrieren. Denn KI werde den Karriereweg verändern – nicht aber abschaffen.

Die Tech-Branche hat bereits deutliche Einschnitte erlebt. Ende April strichen Microsoft und Meta am selben Tag hunderte Stellen. Microsoft bot rund 8.750 US-Mitarbeitern einen Vorruhestand an, Meta baute etwa 8.000 Stellen ab und strich 6.000 offene Positionen. Die KI-Entwicklungsteams blieben in beiden Fällen verschont. Auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG reduzierte ihre US-Prüfungspartner um rund zehn Prozent.

Milliarden für die Infrastruktur

Microsoft-CEO Satya Nadella empfahl am 27. Juni, jedes Unternehmen solle eigene KI-Modelle entwickeln. Ziel sei es, die Abhängigkeit von wenigen Anbietern zu vermeiden. Plattformen wie Azure AI Foundry sollen dabei helfen.

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Die Schwarz Gruppe investiert derweil 11 Milliarden Euro in ein Rechenzentrum in Lübbenau. Der Energiebedarf solcher Anlagen ist enorm: Ein einziges Rechenzentrum verbraucht so viel Strom wie 100.000 Haushalte, wie Branchenzahlen der EBL 2026 in Fellbach zeigen.

Weltweite Qualifizierungsoffensiven

Während nationale Führungskräfte optimistisch bleiben, zeigen regionale Daten unterschiedliche Bereitschaft. In der US-Region Scranton und Wilkes-Barre sind über 44.000 Jobs KI-gefährdet. Analysten sehen dort dringenden Qualifizierungsbedarf.

Regierungen und Organisationen reagieren mit milliardenschweren Programmen. Die überparteiliche Non-Profit-Organisation RAISE US startete Ende Juni eine 500-Millionen-Dollar-Initiative zur Umschulung von Arbeitnehmern. Singapur hat über eine Milliarde Dollar in die KI-Forschung investiert und einen nationalen KI-Rat gegründet. Lebenslanges Lernen und progressive Lohnmodelle sollen die Beschäftigten schützen.

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Auch Juristen und Fabrikarbeiter betroffen

Der Wandel erfasst längst mehr als die Tech-Branche. Samantha Wellington, Chefjustiziarin bei eBay, prophezeit, dass KI Routineaufgaben wie Vertragsprüfungen und Recherchen automatisieren wird. Junior-Anwälte könnten dadurch weniger gefragt sein, während erfahrene Anwälte strategischere Rollen übernehmen müssten.

Im verarbeitenden Gewerbe sorgen Datenschutzfragen für Unruhe. Berichten zufolge filmten Robotikfirmen Fabrikarbeiter in Südasien, um Daten für humanoide Roboter zu sammeln. Die betroffenen Arbeiter erhielten dafür keine Vergütung – und die Freiwilligkeit der Datenerhebung ist fraglich.

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