DGE-Empfehlung, Kohlenhydrate

DGE-Empfehlung: 50 Prozent Kohlenhydrate stehen in der Kritik

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 00:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Stephan Martin führt Übergewicht vor allem auf Zucker und Kohlenhydrate zurück und empfiehlt Betroffenen Fleisch als Teil seiner Ernährungsstrategie.

Gewichtsreduktion: Mediziner Martin sieht Insulin als zentralen Faktor
Frische Lebensmittel wie ein Stück Fleisch, grünes Blattgemüse und Mandeln auf einem rustikalen Holztisch bei natürlichem Licht Illustration mit AI erstellt.

In der Debatte über die wirksamsten Strategien zur Gewichtsreduktion prallen traditionelle Ernährungsempfehlungen und hormonbasierte Ansätze aufeinander.

Während offizielle Richtlinien oft eine getreide- und pflanzenbetonte Kost in den Vordergrund stellen, sehen stoffwechselorientierte Mediziner vor allem den hormonellen Einfluss bestimmter Nährstoffe als entscheidenden Faktor für Übergewicht. Im Mittelpunkt der Diskussion steht dabei das Hormon Insulin und die Frage, welche Rolle Fleisch und Kohlenhydrate im menschlichen Organismus einnehmen.

Der Einfluss von Insulin auf die Fettverbrennung

Bei der Talkrunde „Landwirtschaft im Dialog“ von top agrar am 22. September 2026 legte der Mediziner Prof. Dr. Stephan Martin dar, dass für die Zunahme von Körpergewicht nicht der Konsum von Fleisch verantwortlich sei. Vielmehr seien Zucker und Kohlenhydrate die primären Treiber für eine Zunahme an Körperfett. Diese Nährstoffe führten zu einer verstärkten Ausschüttung des Hormons Insulin.

Nach den Ausführungen des Mediziners entfaltet Insulin eine spezifische biochemische Wirkung: Es hemmt aktiv die Fettverbrennung im Körper. Solange der Insulinspiegel durch die Zufuhr von Kohlenhydraten und Zucker erhöht bleibe, werde der Abbau von körpereigenen Fettreserven blockiert. Die Aussagen spiegeln die medizinische Position Martins wider, der in der Regulierung des Insulinspiegels den zentralen Schlüssel zur Gewichtssteuerung sieht.

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Kritik an klassischen Verzehrempfehlungen

Dieser biochemische Erklärungsansatz steht in direktem Kontrast zu etablierten Leitlinien. Martin verwies darauf, dass offizielle Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) vorsehen, mindestens 50 % der täglichen Energiezufuhr über Kohlenhydrate abzudecken. Aus seiner Sicht begünstigt ein derart hoher Anteil an Kohlenhydraten jedoch dauerhaft erhöhte Insulinwerte, was das Entstehen von Übergewicht erleichtern könne.

Aus diesem Grund empfiehlt Martin Personen, die mit Gewichtsproblemen zu kämpfen haben, gezielt den Verzehr von Fleisch. Da Fleisch praktisch keine Kohlenhydrate enthält, löst es keinen nennenswerten Anstieg des Blutzucker- und Insulinspiegels aus, wodurch Stoffwechselprozesse unbeeinträchtigt bleiben, die für den Fettabbau erforderlich sind.

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Haltungsformen und potenzielle Rückstände

Neben der Zusammensetzung der Makronährstoffe ging der Mediziner auch auf qualitative Merkmale tierischer Erzeugnisse ein. Die offiziellen Haltungsstufen von Nutztieren stuft Martin aus rein gesundheitlicher Perspektive als unerheblich ein. Eine Differenzierung nach diesen Kennzeichnungen liefere keine direkten Rückschlüsse auf einen medizinischen Mehrwert für den menschlichen Körper.

Mögliche gesundheitliche Relevanz könnten nach seiner Einschätzung hingegen Rückstände von Toxinen oder Antibiotika im Fleisch besitzen. Gleichzeitig wies Martin jedoch darauf hin, dass derartige Belastungen in der Praxis schwer nachzuweisen seien. Die Diskussion verdeutlicht, dass in der Ernährungsmedizin die Bewertung von Makronährstoffen und deren Stoffwechselwirkung weiterhin kontrovers geführt wird.

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