DGE, Cholin

DGE warnt: Cholin und Mariendistel beeinflussen Schilddrüse

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 08:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschung belegt Wirkung von Bitterstoffen auf die Verdauung. Neue Studien zu Probiotika und Darmbakterien zeigen Fortschritte, während der Bio-Tee-Markt wächst.

Bitterstoffe, Darmflora und Tee: Neue Studien zur Verdauungsgesundheit
Frisches, gesundes Bittergemüse wie Chicorée, Artischocken und Löwenzahn auf einem rustikalen Holztisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bitterstoffe rücken zunehmend in den Fokus von Forschung und Marktanalysen. Die Substanzen aktivieren sogenannte T2R-Rezeptoren, die nicht nur auf der Zunge, sondern im gesamten Verdauungstrakt vorkommen. Durch diese Stimulation regen sie die Produktion von Verdauungssäften an und können Heißhunger auf Süßes reduzieren.

Von Chicorée bis Löwenzahn: Wo die Stoffe stecken

Der tägliche Speiseplan bietet reichlich Bitterstoff-Quellen: Chicorée, Radicchio, Rucola, Endivie, Artischocke, Rosenkohl und Grapefruit. Auch Löwenzahn und Kurkuma zählen dazu. In der Naturheilkunde gilt Löwenzahn als besonders wertvoll – sämtliche Pflanzenteile sind essbar und kommen gezielt bei Magen-Darm-Beschwerden zum Einsatz.

Klinische Belege: Was Bittertropfen wirklich können

Eine randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie von Dezember 2022 bis Juni 2023 untersuchte die Wirkung von Bittertropfen. Solche Präparate sind mittlerweile im großflächigen Einzelhandel erhältlich, vegane Produkte aus deutscher Herstellung spielen dabei eine zentrale Rolle.

Ergänzend entwickeln Hersteller komplexe Nahrungsergänzungsmittel für die Darmgesundheit. Sie kombinieren Ballaststoffe, Bakterienkulturen und fermentierte Pflanzenextrakte wie Ingwerwurzel – oft angereichert mit B-Vitaminen und Calcium.

Mikrobiom-Forschung: Was Affen über unseren Darm verraten

Das menschliche Mikrobiom passt sich laufend an moderne Lebensbedingungen an. Eine im Januar 2024 in Nature Communications veröffentlichte Studie verglich etwa 200 Stuhlproben von Menschenaffen und Menschen. Ergebnis: Bestimmte Prevotella-Bakterien sind bei urban lebenden Menschen reduziert. Ein Gen, das bei 90 Prozent der menschlichen Prevotella-Stämme vorkommt, deutet auf eine evolutionäre Anpassung an Sauerstoff hin. Ob dies das Risiko für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) beeinflusst, untersuchen Forscher derzeit.

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Auch bei Stoffwechselerkrankungen gibt es Fortschritte: Eine Studie vom 28. Juli 2026 testete das Probiotikum Lactobacillus plantarum LH36 bei Typ-2-Diabetes. Im Tiermodell verbesserten sich Blutzuckerregulation, Insulinresistenz und Blutfettwerte. Klinische Studien am Menschen stehen allerdings noch aus.

Eine weitere Untersuchung im World Journal of Gastroenterology (August 2026) identifizierte einen Signalweg, über den spezifische T-Zellen Darmfibrosen bei Colitis fördern. Die Hemmung dieses Pfades könnte künftig Morbus-Crohn-Patienten helfen.

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Markt im Wandel: Bio-Tee boomt, Warnungen nehmen zu

Der Tee Report 2026 zeigt: Der Bio-Anteil bei Tee ist auf 19,6 Prozent gestiegen. Besonders Früchtetee-Mischungen legten im Jahr 2025 deutlich zu. Branchenexperten warnen jedoch vor Sortenschwund durch strengere Regulierungen.

Parallel mahnt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) zur Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln. In einer Warnung vom 6. August 2026 weist sie auf Inhaltsstoffe hin, die Schilddrüsenhormone beeinflussen können. Cholin könne das Risiko für erhöhte TSH-Werte steigern, Silychristin aus der Mariendistel den Hormontransport hemmen. Ein Wirksamkeitsnachweis für diese Stoffe fehlt bislang.

Das wachsende Bewusstsein für Darmgesundheit macht auch vor Tieren nicht halt: Im August 2026 starteten Kampagnen zur Verdaulichkeit und Kotbeschaffenheit bei Hunden.

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