DHA-Mangel, Veganern

DHA-Mangel bei Veganern: Nur 1 Prozent Umwandlung aus Pflanzen

30.06.2026 - 06:06:47 | boerse-global.de

Veganer nehmen zu wenig aktive Omega-3-Fettsäuren auf. Algenöl bietet eine effektive pflanzliche Alternative zu Fischöl.

Omega-3 für Veganer: Algenöl als Schlüssel zur Nährstoffversorgung
DHA-Mangel - Nahaufnahme von verschiedenen veganen Omega-3-Quellen wie Chiasamen, Walnüssen, Leinöl und einer Flasche Algenöl auf Holz. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Langkettige Omega-3-Fettsäuren sind für den Körper essenziell – doch für Veganer wird die Versorgung zur Herausforderung. Die pflanzliche Vorstufe Alpha-Linolensäure (ALA) steckt in Leinsamen, Walnüssen und Rapsöl. Laut Daten der Veganen Gesellschaft Österreich nehmen Veganer damit durchschnittlich rund 1.300 Milligramm ALA pro Tag auf.

Das Problem: Der Körper muss ALA erst in die aktiven Formen EPA und DHA umwandeln. Und das gelingt nur begrenzt. Während die Umwandlungsrate zu EPA noch bei 8 bis 12 Prozent liegt, schafft der Körper bei der fürs Gehirn wichtigen DHA weniger als ein Prozent.

Warum Algenöl die bessere Wahl ist

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt gesunden Erwachsenen täglich 250 Milligramm EPA und DHA. Für Schwangere kommen 100 bis 200 Milligramm DHA extra dazu – wichtig für die Entwicklung des Fötus.

Experten raten deshalb zu Algenöl. Anders als Landpflanzen liefern Mikroalgen direkt die langkettigen Fettsäuren EPA und DHA. Der Omega-3-Index lässt sich so effektiv steigern.

Vegane Ernährung schützt das Herz – trotz niedrigerer Omega-3-Werte

Spannend: Veganer haben im Schnitt niedrigere EPA- und DHA-Spiegel im Blut. Trotzdem erkranken sie seltener an Herz-Kreislauf-Problemen. Grund ist das insgesamt günstigere Risikoprofil: mehr Ballaststoffe, mehr Antioxidantien, niedrigeres Körpergewicht.

Auch beim „Healthy Aging“ spielt Omega-3 eine Rolle. Fachleute schätzen, dass ein gesunder Lebensstil – mit ausreichend Omega-3 und Polyphenolen – zu 70 bis 80 Prozent für die individuelle Gesundheitsspanne verantwortlich ist.

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Ein Beispiel: die nicht-alkoholische Fettleber (NAFLD). Professor Julia Seiderer-Nack veröffentlichte im Frühjahr 2026 eine Studie, die zeigt: Die Krankheit breitet sich zunehmend bei jüngeren Menschen aus. Ballaststoffreiche Kost und hochwertige Fettsäuren sind hier ein Schlüsselfaktor.

DHA-Supplemente: Hilft das Gedächtnis oder nicht?

Eine placebokontrollierte Doppelblindstudie der Keck Medicine of USC mit 365 Erwachsenen zwischen 55 und 80 Jahren untersuchte die Wirkung von 2.000 Milligramm DHA täglich. Ergebnis: Die DHA-Konzentration im Nervenwasser stieg um 17 Prozent. Aber: Weder das Gedächtnis verbesserte sich, noch verlangsamte sich der Gehirnabbau im Hippocampus.

Trotzdem bleibt Omega-3 Teil der Demenzprävention. In Kombination mit Vitamin B12, Folsäure und mediterraner Kost soll die Zufuhr von DHA und EPA aus Algenöl erhöhte Homocystein-Spiegel senken – ein Risikofaktor für Demenz.

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Die Universität Bielefeld startete im Juni 2026 das Projekt „MikrobiomProCheck“. Mit 3,4 Millionen Euro Förderung wollen Forscher die Zusammenhänge zwischen Darmgesundheit und Prävention entschlüsseln.

Algenöl: Was die Produkte taugen

Die Industrie reagiert auf die Nachfrage. Hochdosierte Präparate auf Basis von Mikroalgen bieten eine Alternative zu Fischöl – ohne Überfischung und Schadstoffbelastung.

Die Produkte unterscheiden sich deutlich. Während hochkonzentrierte Fischölkapseln oft 400 Milligramm EPA und 300 Milligramm DHA pro Einheit liefern, erreichen vegane Flüssigpräparate bei entsprechender Tagesdosis über 1.100 Milligramm DHA.

Als Qualitätsindikatoren gelten Zertifizierungen wie „The Vegan Society“ oder niedrige Oxidationswerte (TOTOX-Werte). Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte beim Kauf darauf achten.

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