Diabetes-Prävention: 28 Gramm Joghurt täglich senken Risiko um 18%
27.06.2026 - 03:41:01 | boerse-global.de
Das ist die gute Nachricht vom Diabetes-Kongress in Düsseldorf: Wer täglich eine kleine Portion Joghurt isst, kann sein Risiko für Typ-2-Diabetes deutlich senken. Forscher der Harvard University haben herausgefunden, dass bereits 28 Gramm pro Tag – etwa zwei Esslöffel – das Erkrankungsrisiko um 18 Prozent reduzieren. Andere Milchprodukte zeigten in der Studie keinen vergleichbaren Effekt.
Weltweit sind rund 366 Millionen Menschen von Diabetes betroffen. In der Schweiz leben etwa 500.000 Betroffene, rund 90 Prozent davon mit Typ-2-Diabetes. Neben medikamentösen Ansätzen bleiben gesunde Ernährung und Bewegung die wirksamsten Präventionsmittel, betonten Experten des Deutschen Diabetes-Zentrums auf dem Kongress.
Der richtige Zeitpunkt macht den Unterschied
Nicht nur die Menge, auch der Zeitpunkt des Joghurtkonsums ist entscheidend. Dr. Chau Thi Anh vom Xuyen A General Hospital warnt: Wer Joghurt direkt nach dem Essen isst, riskiert, dass die Magensäure die probiotischen Bakterien neutralisiert. Der pH-Wert liegt dann zwischen 1,5 und 2,0 – zu aggressiv für die nützlichen Kulturen. Die Folge: Völlegefühl und kaum gesundheitlicher Nutzen.
Besser sei der Verzehr ein bis zwei Stunden nach der Mahlzeit oder als Snack am Nachmittag. Dann können die enthaltenen Lactobacillus- oder Bifidobacterium-Kulturen ihre volle Wirkung entfalten.
Schutz auch vor Darmkrebs
Joghurt tut nicht nur der Bauchspeicheldrüse gut. Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass der regelmäßige Verzehr – mindestens zweimal pro Woche – das Risiko für aggressive Formen des rechtsseitigen Dickdarmkrebses um rund 20 Prozent senken könnte. Fermentierte Produkte fördern ein gesundes Mikrobiom, das offenbar vor Krebs schützt.
Eine aktuelle Metaanalyse zeigt zudem: Eine ballaststoffarme Ernährung begünstigt eine Mikrobiom-Signatur, die mit Darmkrebs assoziiert wird.
Die Harvard-Studie zeigt: Bereits 28 Gramm Joghurt täglich senken das Diabetes-Risiko um 18%. Doch der Zeitpunkt ist entscheidend – erfahren Sie, wie Sie den Effekt maximieren. Jetzt kostenlosen Report anfordern
Medikamente: GroĂźe Wirkung, aber auch Nebenwirkungen
Parallel zu den Ernährungsempfehlungen wurden auf dem Kongress neue Daten zu Diabetes-Medikamenten diskutiert. SGLT2-Inhibitoren senken das Alzheimer-Risiko bei Diabetikern um 43 Prozent, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent, so eine Studie der National Institutes of Health.
Doch die beliebten Abnehmspritzen wie Ozempic oder Wegovy haben auch Schattenseiten. Eine Studie im Fachblatt JAMA Otolaryngology ergab ein um 38 Prozent erhöhtes Risiko für Geruchs- und Geschmacksstörungen. Das absolute Risiko bleibt zwar gering, doch die Experten warnen: „Eigentherapien mit diesen Präparaten sind gefährlich.“ Die Spritzen können zwar eine Gewichtsreduktion von bis zu 20 Prozent ermöglichen, gehören aber in ärztliche Hand.
Milchprodukte fĂĽr besseren Schlaf
Der National Dairy Council präsentierte Ende Juni zudem Daten zur Schlafqualität: Drei Portionen Milchprodukte pro Tag senken das Risiko für schlechten Schlaf um bis zu 31 Prozent. Besonders fermentierte Produkte wie Joghurt und Käse scheinen hier vorteilhaft zu sein.
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Kritischer Blick auf Kaffee
Während Milchprodukte glänzen, gibt es bei anderen Lebensmitteln Alarm. Ein Bericht von Coffee Watch und der Deutschen Umwelthilfe warnt vor hoher Pestizidbelastung in Kaffee. In den Anbaugebieten kommen 159 verschiedene Wirkstoffe zum Einsatz, viele davon in der EU verboten. Die langfristigen Risiken: Parkinson und Alzheimer. Ein weiterer Grund, bei der Ernährung genau hinzuschauen.
