Corona-Virus bereitet Epidemiologen Schwierigkeiten

07.02.2020 - 12:16:30 | ad-hoc-news.de

Die Entwicklung und Herstellung eines Impfstoffes gegen den Corona-Virus nicht vor Jahresende zu erwarten.

Coronavirus - Foto: über dts Nachrichtenagentur
Die Ausbreitung des Corona-Virus 2019-nCoV schreitet global voran. Während Epidemiologen weltweit fieberhaft an einem Impfstoff gegen den Virus arbeiten, warnt Jeremy Farrar, Direktor des Wellcome Trust, vor einem unbegründeten Optimismus bei der Bekämpfung des Virus. Es gibt derzeit keinen Grund mit der baldigen Lösung der Probleme zu rechnen, die sich bei der Entwicklung eines Impfstoffs ergeben haben. Der Wissenschaftler prognostiziert einen möglichen Durchbruch nicht vor Jahresende. Und selbst dieser Zeitraum würde ein Rekordtempo bei der Entwicklung bedeuten, so Farrar zum „Spiegel“. Es ist durchaus möglich, dass sich bei der Suche nach einem Impfstoff auch grundsätzliche Probleme einstellen, die nicht gelöst werden können, warnte der Brite, der für die private Stiftung zur Förderung der medizinischen Forschung tätig ist. Für den Epidemiologen hat der Corona-Virus das Potential, zu einer dauerhaften Bedrohung im globalen Maßstab zu werden. Wir müssen uns darauf einstellen, dass der Virus uns erhalten bleibt, wie zum Beispiel der Grippevirus. Bei der Lungeninfektion SARS haben wir Glück gehabt und der Virus ist so plötzlich verschwunden, wie er aufgetaucht ist, so der Brite. Der Corona-Virus könnte im Gegensatz zur Grippe, die ein saisonales Phänomen ist, zu einer ganzjährigen Bedrohung werden. Wenn eine Corona-Pandemie in einer westlichen Metropolregion ausbrechen würde, bezweifle ich, dass ein Vorgehen, wie in China, möglich wäre. Wir können nicht London, Paris oder Berlin über Wochen isolieren, so wie das die Chinesen jetzt in Wuhan getan haben. Das kollidiert mit unseren Vorstellungen von Freiheits- und Bürgerrechten. Sollte es soweit kommen, dass eine europäische Metropole betroffen ist, bleibt uns nur der Appell an die Vernunft, und eine unverbindliche Aufforderung nicht am öffentlichen Leben teilzunehmen. Wenn dies funktionieren soll, müssen Politik und Wissenschaft zusammenarbeiten und offensiv die Öffentlichkeit suchen. Wir müssen offen und transparent kommunizieren, um in einem derartigen Worst-Case handlungsfähig zu bleiben, so der Epidemiologe gegenüber dem „Spiegel“.

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