Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

Bornavirus-Erkrankung in Mecklenburg-Vorpommern bestÀtigt

22.05.2026 - 13:42:08 | dpa.de

Die Erkrankungen sind selten, aber lebensbedrohlich. Das Bornavirus wird laut Behörden von FeldspitzmĂ€usen ĂŒbertragen. Behörden geben Tipps, wie man sich vor einer Ansteckung schĂŒtzen kann.

In Mecklenburg-Vorpommern ist eine Erkrankung mit dem gefĂ€hrlichen Bornavirus nachgewiesen worden. Es kann nach Behördenangaben von FeldspitzmĂ€usen auf den Menschen ĂŒbertragen werden. (Symbolbild) - Foto: Jan Woitas/dpa
In Mecklenburg-Vorpommern ist eine Erkrankung mit dem gefĂ€hrlichen Bornavirus nachgewiesen worden. Es kann nach Behördenangaben von FeldspitzmĂ€usen auf den Menschen ĂŒbertragen werden. (Symbolbild) - Foto: Jan Woitas/dpa

In Mecklenburg-Vorpommern ist eine Erkrankung durch das seltene, aber gefĂ€hrliche Bornavirus nachgewiesen worden. Betroffen ist eine Person im sĂŒdwestlichen Landkreis Ludwigslust-Parchim, wie ein Sprecher des Landkreises mitteilte. Es sei der erste Nachweis in dem Landkreis.

Bornavirus-Erkrankungen verlaufen den Angaben zufolge in der Regel lebensbedrohlich. Das Virus verursache beim Menschen schwere EntzĂŒndungen des Gehirns, hieß es. Das Landesamt fĂŒr Gesundheit und Soziales hatte die Infektion mit dem Erreger im Mai bestĂ€tigt. Wie es der betroffenen Person geht, wurde nicht mitgeteilt. Sie sei am Leben, hieß es lediglich.

Seltene Übertragung auf Menschen

Das Bornavirus wird den Angaben zufolge in seltenen FĂ€llen von FeldspitzmĂ€usen auf den Menschen ĂŒbertragen. Dies sei seit 2018 bekannt. «Das Robert Koch-Institut geht von fĂŒnf bis zehn Erkrankungen pro Jahr in Deutschland aus», so der Landkreis-Sprecher. Übertragungen von Mensch zu Mensch wurden demnach bisher nicht beschrieben. Die Tierseuche selbst ist seit mehr als 100 Jahren bekannt.

Keine Behandlungsmöglichkeit 

«Bei einer Infektion kommt es zu schweren neurologischen Symptomen mit VerhaltensauffĂ€lligkeiten, Sprach- und Gangstörungen, die sich bis zum Koma verstĂ€rken können», erlĂ€uterte der Sprecher. «Da zum jetzigen Zeitpunkt keine Behandlung zur VerfĂŒgung steht, ist der Schutz vor Ansteckung das höchste Gebot.»

Infizierte FeldspitzmĂ€use scheiden das Virus laut Landkreis unter anderem ĂŒber Kot, Urin und Speichel aus, ohne selbst zu erkranken. «Die Übertragung des Virus kann am ehesten durch den Kontakt mit den Ausscheidungen der Feldspitzmaus erfolgen, beispielsweise beim Ausfegen von Scheunen, Schuppen, HĂŒhnerstĂ€llen oder Holzlagern.»

Beim Schuppen-Ausfegen FFP2-Maske tragen

Das Gesundheitsamt rĂ€t deshalb zum Tragen von Handschuhen und FFP2-Maske beim Ausfegen von Schuppen oder Scheune. Tote MĂ€use und andere Tiere sollten grundsĂ€tzlich nicht mit bloßen HĂ€nden angefasst werden.

Das Gesundheitsamt rÀt weiter, Einmalhandschuhe zu tragen und Hilfsmittel wie eine Schaufel oder Àhnliche GegenstÀnde zu verwenden, wenn Tierkadaver beseitigt werden. Es sei unbekannt, wie hÀufig FeldspitzmÀuse im Landkreis das Bornavirus in sich tragen.

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