Deutschland, Bundesregierung

Buschmann will Kündigung per E-Mail

17.10.2023 - 12:26:58 | dpa.de

Die Wohnung oder den Job kündigen - das geht heute in der Regel nur in schriftlicher Briefform. Der Justizminister will das ändern. Eine Kopie des Schreibens per Messenger oder Mail soll künftig reichen.

Justizminister Marco Buschmann bei einer Pressekonferenz im Bundesministerium der Justiz. - Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa
Justizminister Marco Buschmann bei einer Pressekonferenz im Bundesministerium der Justiz. - Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa

Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) will mit einer Gesetzesänderung dafür sorgen, dass im privaten Rechtsverkehr nicht mehr so häufig eigenhändig unterschriebene Papierurkunden vorgelegt werden müssen.

In einem Vorschlag seines Ministeriums für eine Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und am Montagabend zur Abstimmung an die anderen Ressorts der Bundesregierung verschickt wurde, heißt es: «Die elektronische Form wird künftig als Regelform ausgestaltet und an die Stelle der Schriftform treten, wenn nicht die Schriftform durch europäische oder internationale Regelungen zwingend vorgegeben ist.» Die Schriftform solle nur noch als Ersatzform für die elektronische Form beibehalten werden.

Teil des geplanten Bürokratieentlastungsgesetzes

Damit die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses wirksam wird, bedarf es beispielsweise aktuell der Schriftform. Die elektronische Form ist hier ausgeschlossen. In dem Vorschlag von Buschmann, der nach dem Willen seines Ministeriums Teil des geplanten Bürokratieentlastungsgesetzes werden soll, ist es umgekehrt. Hier heißt es: «Die Beendigung von Arbeitsverhältnissen durch Kündigung oder Auflösungsvertrag bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der elektronischen Form.» Auch für Gewerbemietverträge und Pachtverträge soll die elektronische Form zur Regel werden.

Erleichtern sollen die vorgeschlagenen Änderungen, wenn sie unverändert umgesetzt werden sollten, auch die Wahrung von Fristen im Rechtsverkehr. Beispielsweise ist eine Kündigung von Wohnraum laut BGB spätestens am dritten Werktag eines Kalendermonats zum Ablauf des übernächsten Monats zulässig. Daran soll sich auch nichts ändern. Wenn ein Mieter seine Wohnung kündigen will, muss er derzeit allerdings sicherstellen, dass er sein unterschriebenes Kündigungsschreiben rechtzeitig persönlich übergibt oder per Post aufgibt. Künftig soll es für die Wirksamkeit der Kündigung möglich sein, dass der Mieter eine Kopie des Schreibens - etwa per Smartphone-Foto - über E-Mail oder Messenger verschickt. Der Vermieter kann dann anschließend noch das Originalschreiben verlangen.

de | wissenschaft | 64090372 |

Weitere Meldungen

Trump bekommt Geburtstagsgeschenk von Merz. Der US-Präsident bekommt jetzt auch einen. Und am Montag legt Merz mit einer weiteren Aufmerksamkeit nach. Zu besonderen Gelegenheiten schreibt der Kanzler gerne handschriftliche Briefe. (Ausland, 12.06.2026 - 16:51) weiterlesen...

Bangen um Jobs treibt Tausende Stahlarbeiter auf die Straße. In Berlin und dem Saarland beteiligen sich Tausende an Protesten. Gewerkschafter sehen Jobs in Gefahr. Billigstahl aus Asien, teure Energie und Klimavorgaben machen der Stahlindustrie zu schaffen. (Wirtschaft, 12.06.2026 - 14:51) weiterlesen...

Protest in Berlin: IG Metall bangt um Zehntausende Stahljobs. Nun will die Branche mehr Unterstützung von der Politik. Gewerkschafter sehen Arbeitsplätze in Gefahr. Billigstahl aus Asien, teure Energie und Klimavorgaben belasten die deutsche Stahlindustrie. (Wirtschaft, 12.06.2026 - 12:27) weiterlesen...

Kreise: Deutschland lehnt Vorschlag zu EU-Haushalt ab Die Bundesregierung lehnt den Kompromissvorschlag der zyprischen EU-Ratspräsidentschaft für den EU-Haushalt für die Jahre 2028 bis 2034 als "absolut enttäuschend" ab. (Boerse, 12.06.2026 - 12:19) weiterlesen...

Merz ruft zur Mitwirkung am Reformprozess auf. Der Kanzler versucht es im Bundestag noch einmal mit einem eindringlichen Appell. Trotz der miesen wirtschaftlichen Lage ist immer noch keine richtige Reformstimmung in Deutschland aufgekommen. (Politik, 11.06.2026 - 14:22) weiterlesen...

IG Metall warnt: Rückschritte bei grünem Stahl kosten Jobs. Nun macht die Branche Druck auf die Bundesregierung. Es geht um die Frage, wohin es für die Industrie gehen soll - und mit ihr Zehntausende Jobs. Die deutsche Stahlindustrie steckt tief in der Krise. (Wirtschaft, 11.06.2026 - 11:44) weiterlesen...