DigiPrehab, Senioren

DigiPrehab: 77 von 80 Senioren verbessern ihre körperlichen FÀhigkeiten

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 10:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Lokale Programme und medizinische Empfehlungen stÀrken MobilitÀt, Muskelkraft und SelbststÀndigkeit Àlterer Menschen.

SturzprÀvention im Alter: Kommunen und Kliniken fördern Bewegung
Ein heller, minimalistischer Gemeinschaftsraum mit bodentiefen Fenstern, Holzboden und einigen im Halbkreis aufgestellten StĂŒhlen. Illustration mit AI erstellt.

Kommunale Verwaltungen, klinische Einrichtungen und soziale TrĂ€ger setzen verstĂ€rkt auf gezielte Initiativen zur Förderung von Balance, Kraft und MobilitĂ€t bei Ă€lteren Menschen. Durch strukturierte Trainingsformate, Beratungsangebote und koordinierte Maßnahmen sollen das Sturzrisiko gesenkt, funktionelle FĂ€higkeiten erhalten und die SelbststĂ€ndigkeit im Alltag gesichert werden.

Kommunale Bewegungsinitiativen und Vor-Ort-Angebote

In Schweden organisiert die Gemeinde Höör fĂŒr den 1. Oktober 2026 auf den BangĂ„rdsterrassen kostenfreie AktivitĂ€ten fĂŒr BĂŒrgerinnen und BĂŒrger ab 65 Jahren im Rahmen der Aktionswoche zur SturzprĂ€vention.

Das Programm beinhaltet ein stuhlbasiertes Senioren-Gymnastiktraining unter Anleitung von zwei kommunalen Physiotherapeuten sowie anschließende Praxisstationen zu Alltagsanpassungen und dem Aufstehen vom Boden. In Helsingborg besteht seit dem 1. September 2026 zudem die Möglichkeit, kostenfreie Hausbesuche zur SturzprĂ€vention in Anspruch zu nehmen.

Die Gemeinde Östersund wiederum setzt auf ein digitales Heimtrainingskonzept namens DigiPrehab fĂŒr Senioren mit Sicherheitsalarm: Bei zwei Einheiten von 20 bis 30 Minuten pro Woche ĂŒber einen Zeitraum von zwölf Wochen verbesserten laut Projektleiterin Sylvia MĂ„rtensson 77 von 80 Teilnehmenden ihre körperlichen FĂ€higkeiten. Das auf zwei Jahre ausgelegte Projekt orientiert sich an Modellen aus DĂ€nemark und zielt auf rund 100 Personen jĂ€hrlich ab.

In den Niederlanden richtet sich die Gemeinde Echt-Susteren mit dem fĂŒnfwöchigen Kurs „Vallen Verleden Tijd“ an zu Hause lebende Einwohner ab 65 Jahren mit erhöhtem Sturzrisiko. Die Maßnahme, die zwei wöchentliche Einheiten von jeweils 90 Minuten umfasst und das Gehen ohne Hilfsmittel fĂŒr mindestens 15 Minuten voraussetzt, findet im Kontext der PrĂ€ventionswoche bis zum 4. Oktober statt.

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Im tĂŒrkischen DĂŒzce startete die Stadtverwaltung ein Sportprojekt fĂŒr 65- bis 80-JĂ€hrige, bei dem Gruppen zur Bewegung und Koordinationsschulung transportiert werden. Özge Mert von der zustĂ€ndigen Tagespflegeeinrichtung erklĂ€rte hierzu, regelmĂ€ĂŸige AktivitĂ€t stabilisiere das Gleichgewicht, erhalte Muskelkraft und wirke sich positiv auf kognitive Leistungen aus.

Im bosnischen Tuzla wiederum kooperiert das Rote Kreuz mit der dortigen UniversitĂ€t, um im Rahmen einer Senioreninitiative zweimal pro Woche rund 45-minĂŒtige, angepasste Trainingseinheiten anzubieten.

Klinische FrĂŒhrehabilitation und lokale Kursformate

Neben prÀventiven Sportprogrammen im kommunalen Raum gewinnen strukturierte Konzepte in der klinischen Versorgung und der Nachbarschaftsarbeit an Bedeutung. Das Evangelische Krankenhaus Dinslaken implementiert in der Sektion Altersmedizin unter Leitung von Dr. med.

Nicola Zimansky eine geriatrische frĂŒhrehabilitative Komplexbehandlung wĂ€hrend des stationĂ€ren Aufenthalts. Ein interdisziplinĂ€res Fachteam beurteilt dabei Faktoren wie Gleichgewicht, Kraft, MobilitĂ€t und Kognition, um individuelle TherapieplĂ€ne zu erstellen.

Niedrigschwellige Angebote etablieren sich auch im regionalen Vereins- und Gemeindeleben:
* Die Pfarrei St. Augustinus in Krefeld bietet wöchentliche Sitzgymnastik unter dem Leitgedanken der Fitness im Alter an.
* In Schwerin integriert die Seniorenwohnanlage „Alte Brauerei“ regelmĂ€ĂŸige Bewegungs- und Gymnastikrunden in den Alltag.
* An der Volkshochschule Dachau leitet Inge Kinigadner seit Mai 2012 angepasste Hula-Kurse, die ĂŒberwiegend im Sitzen durchgefĂŒhrt werden.
* FĂŒr pflegende Angehörige beginnt das Netzwerk „Älter werden in Telgte und Ostbevern“ am 6. Oktober 2026 eine sechsteilige Kursreihe zur Entlastung und StressbewĂ€ltigung.

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Medizinische Empfehlungen fĂŒr den Muskelaufbau

Die wissenschaftliche Notwendigkeit regelmĂ€ĂŸiger körperlicher BetĂ€tigung unterstreicht Richard Crevenna von der MedUni Wien. Er bezeichnet gezieltes Krafttraining als zentrale SĂ€ule der Gesundheitsförderung im Alter.

Neben wöchentlich 150 bis 300 Minuten moderater oder 75 bis 150 Minuten intensiver AusdaueraktivitĂ€t rĂ€t der Experte zu Krafttraining aller großen Muskelgruppen an mindestens zwei Tagen pro Woche.

Insbesondere nach der Menopause sei dies zur Vorbeugung von Knochenmasseverlust und Osteoporose relevant. DafĂŒr seien nicht zwingend Gewichte erforderlich; Übungen mit dem eigenen Körpergewicht oder GymnastikbĂ€ndern ĂŒber 20 bis 30 Minuten böten bereits eine wirksame Basis.

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