Digitale, Minuten

Digitale Überflutung: Fünf Minuten Pause pro Stunde steigert Engagement um 7%

27.06.2026 - 07:36:35 | boerse-global.de

Ständige Erreichbarkeit und Push-Nachrichten beeinträchtigen die Arbeitsleistung. Experten fordern strukturierte Pausen und neue Unternehmenskultur.

Digitale Reizüberflutung: Produktivitätskrise durch Smartphone-Nutzung
Digitale - Eine Person sitzt konzentriert an einem modernen Schreibtisch mit einem Laptop, umgeben von einer ruhigen Arbeitsumgebung. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Experten fordern ein Umdenken.

Digitale Dauerbelastung killt die Produktivität

Über 80 Prozent der Deutschen nutzen ihr Smartphone stündlich. Das hat massive Folgen: Mentale Erschöpfung, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme sind die Folge. Der Präventologe Markus Kamps warnt vor dieser Entwicklung.

Ein Praxisbeispiel zeigt, wie einfach Gegenmaßnahmen sein können: Ein Manager konnte seine Gedächztnisprobleme bereits durch strukturierte Bildschirm-Pausen und Schlafrituale deutlich mildern.

Lea Feder, Gründerin von JETZT Performance, sieht im Fokusverlust ein ernstes wirtschaftliches Problem. Ihr Unternehmen hat bereits über 2.000 Klienten unterstützt. Sie setzt auf datenbasierte Analysen – etwa durch Wearables wie den Oura-Ring.

Warum Druck kontraproduktiv ist

Die Neurobiologie liefert eine klare Erklärung: Positive Arbeitsbedingungen fördern die Dopamin-Ausschüttung und steigern die Motivation. Anhaltender Druck dagegen erhöht den Cortisolspiegel und schadet langfristig.

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Dr. Achim Pothmann betont: Unternehmen müssen sinnstiftende Arbeit ermöglichen. Dr. Susanne Droste ergänzt: Anspannung ist eine normale Reaktion. Sie empfiehlt Atemübungen und gezielte Sinneswahrnehmungen, um in Stressphasen die Kontrolle zu behalten.

Die Basis bilden jedoch Bewegung, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf.

Kurze Pausen bringen große Effekte

Eine Studie der Columbia University im British Journal of Medicine zeigt: Fünfminütige Gehpausen im 60-Minuten-Takt senken die Müdigkeit um durchschnittlich 1,41 Punkte. Das Engagement steigt um bis zu 7 Prozent.

Parallel verändert KI die Arbeitsweise. 67 Prozent der Deutschen nutzen bereits generative KI-Tools wie ChatGPT oder Copilot. Bei den 18- bis 29-Jährigen ersetzen KI-Assistenten zunehmend klassische Suchmaschinen.

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Doch Vorsicht: Analysen der EBU ergaben, dass rund 45 Prozent der newsbezogenen KI-Antworten Fehler enthielten.

Systemische Lösungen für Unternehmen

Das 11. Präventionsforum der Nationalen Präventionskonferenz (NPK) in Berlin machte deutlich: Psychische Störungen waren 2024 die dritthäufigste Fehlzeitursache. „Technostress“ durch Digitalisierung gilt als kritischer Faktor.

Die NPK will die Ergebnisse in eine nationale Präventionsstrategie einfließen lassen.

Roland Florin setzt auf ungewöhnliche Methoden: Er bietet erfahrungsorientierte Bildungsurlaube auf Segelyachten an. Ziel ist die emotionale Bindung der Mitarbeiter. Laut Gallup Engagement Index 2025 hat nur jeder zehnte Beschäftigte eine hohe emotionale Bindung an seinen Arbeitgeber.

Coachin Karin Lausch plädiert für eine offene Unternehmenskultur. Ihr Vorschlag: ein „Montag der Ehrlichkeit“, um Höflichkeit durch konstruktive Kritik zu ersetzen.

Dass Produktivität auch außerhalb klassischer Strukturen funktioniert, zeigt Ben Ziegler. Der Berater generierte vier Jahre lang 142.000 Euro Umsatz im Nebenerwerb – mit selbst gestalteten Gästebüchern auf Online-Plattformen.

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