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Digitaler Euro: Parlament stimmt für Verhandlungen (416:169)

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 02:49 Uhr, Redaktion boerse-global.de

PayPal tritt dem Europäischen Zahlungsverkehrsrat bei und führt seinen Stablecoin PYUSD auf Polygon ein, um grenzüberschreitende Gebühren zu senken.

PayPal baut Europa-Geschäft mit Stablecoin und neuen Führungskräften aus
PayPal-Logo über Europakarte mit digitalen Linien und leuchtenden Coins, Symbol für Finanzexpansion und Stablecoins. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eintritt in den Europäischen Zahlungsverkehrsrat

Am 11. Juli 2026 ist PayPal offiziell dem Europäischen Zahlungsverkehrsrat (EPC) beigetreten. Das Unternehmen will damit die Zukunft der europäischen Zahlungsinfrastruktur aktiv mitgestalten. CEO Sean Byrne betonte, dass PayPal zur Entwicklung von Interoperabilität und Echtzeitzahlungen beitragen möchte. Besonders kleine Unternehmen sollen von den verbesserten Betrugspräventions-Tools und kundenorientierten Innovationen profitieren.

Parallel dazu baut PayPal seine operative Führung in der Region aus. Das Unternehmen sucht derzeit einen Director für Kartenakzeptanz und Zahlungsabwicklung für Großbritannien und die EU. Die Position mit Sitz in London erfordert mehr als zwölf Jahre Erfahrung im Zahlungsverkehrssektor.

Eigener Stablecoin auf Polygon-Blockchain

PayPal hat seinen Stablecoin PayPal USD (PYUSD) nativ auf dem Polygon-Netzwerk eingeführt. Die Integration wurde am 10. und 11. Juli 2026 über den Open Money Stack verfügbar gemacht und macht überbrückte Token überflüssig.

Der Umstieg auf Polygon soll Abrechnungen für Marktplatzauszahlungen und Gehaltszahlungen effizienter gestalten. Branchendaten zufolge hat Polygon ein kumuliertes Stablecoin-Volumen von über 2,4 Billionen Euro verarbeitet, mit täglichen Transaktionsvolumina zwischen 2,3 und 2,8 Milliarden Euro. Die native Ausgabe von PYUSD auf diesem Netzwerk könnte grenzüberschreitende Transfergebühren von 1,5 Prozent auf bis zu 0,3 Prozent senken.

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Diese technische Expansion erfolgte kurz nach dem Ende der Übergangsfrist der MiCA-Verordnung am 1. Juli 2026. Damals hatten nur 244 Krypto-Dienstleister eine Zulassung erhalten – ein Großteil der Branche blieb ohne Lizenz. PYUSD wird weiterhin von Paxos unter der Aufsicht des US-Währungsamtes ausgegeben.

Neue Commerce-Tools und Wettbewerb

Ende Juni 2026 stellte PayPal seine neue „Commerce Layer“-Beta vor. Das Software-Entwicklungskit bietet ein Ein-Klick-Bezahlsystem, eine Kundenbindungsplattform und erweiterte Datenrückmeldungen. In Pilotversuchen erreichte die neue Schicht eine Konversionsrate von 71,4 Prozent, verglichen mit 68,9 Prozent bei konkurrierenden Lösungen. Die allgemeine Verfügbarkeit ist für September 2026 geplant.

Digitaler Euro auf dem Vormarsch

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Diese Entwicklungen im Privatsektor fallen mit Fortschritten bei der digitalen Zentralbankwährung zusammen. Am 9. Juli 2026 stimmte das Europäische Parlament mit 416 zu 169 Stimmen für die Aufnahme von Verhandlungen über den digitalen Euro. Die europäischen Behörden wollen die Abhängigkeit von US-Zahlungsdienstleistern und Kreditkartennetzwerken verringern, die derzeit rund 61 Prozent der Kartenzahlungen im Euro-Raum abwickeln.

Der geplante digitale Euro, der 2027 in eine Pilotphase und 2029 vollständig eingeführt werden könnte, würde von der Europäischen Zentralbank ausgegeben und über Geschäftsbanken vertrieben werden. Grundlegende Dienste sollen für Verbraucher kostenlos sein, allerdings sind Haltegrenzen zur Wahrung der Finanzstabilität vorgesehen.

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