Digitalkompetenzen, Lücken

Digitalkompetenzen: 56 Prozent Unternehmen sehen erhebliche Lücken

27.06.2026 - 08:22:20 | boerse-global.de

Baker-Tilly-Studie: Technologie treibt Wachstum, doch Talentmangel bremst. Unternehmen forcieren Digitalkompetenz und neue Führungsmodelle.

Digitalisierung 2031: Technologie als Top-Wachstumstreiber
Digitalkompetenzen - Geschäftsleute kommunizieren in einem modernen Büro, digitale Elemente deuten auf Technologie und KI hin. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Gleichzeitig bremst der Talentmangel die Expansion: 60 Prozent der Befragten identifizieren ihn als größtes Hindernis bis Mitte der 2030er-Jahre. Das zeigt eine aktuelle Studie von Baker Tilly.

Digitalkompetenz: Nachholbedarf ist enorm

Der Qualifizierungsbedarf in der Digitalisierung ist hoch. Laut einer Weiterbildungsstudie des TÜV-Verbands vom Februar 2026 sehen 56 Prozent der Unternehmen erhebliche Lücken bei digitalen Anwendungskompetenzen. Besonders betroffen: Organisationen ab 250 Mitarbeitern, bei denen der Wert auf 74 Prozent steigt.

Handel und öffentliche Verwaltung melden überdurchschnittlich hohen Bedarf. Branchenvertreter fordern eine umfassende Offensive für Digitalkompetenzen.

KI-Skepsis in der Belegschaft wächst

Trotz der Potenziale gibt es Vorbehalte gegenüber Künstlicher Intelligenz. Studien des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verweisen auf Sorgen vor Autoritäts- oder Kompetenzverlust bei Führungskräften. Der Gallup Engagement Index 2025 zeigt zudem: Die Verunsicherung in der Belegschaft wächst.

Experten empfehlen gezielte Schulungen und regelmäßige Austauschformate. Ein neues Angebot gibt es bereits: Der KV Luzern stellte im Juni 2026 einen Kurs zu AI Agents vor. Er soll praktische Anwendungsfälle speziell für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nutzbar machen.

Führungskräfte setzen auf Resilienz

Moderne Manager setzen vermehrt auf Resilienz und innovative Lernformate. Managerin Christina Puello nutzt bereits KI-Assistenten zur Entlastung im Arbeitsalltag. Führungspersönlichkeiten aus Energie- und Finanzbranche betonen die Bedeutung von Pragmatismus und intrinsischer Motivation.

Unkonventionelle Methoden sind gefragt: Die Hochschule Harz integrierte im Juni 2026 ein pferdegestütztes Training in den Masterstudiengang Business Administration. Ziel ist es, Führungskräften durch Interaktion mit den Tieren Impulse für Selbstführung und Vertrauensaufbau zu geben.

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Corporate Newsrooms als neues Steuerungsmodell

Im organisatorischen Bereich setzen Unternehmen vermehrt auf Corporate Newsrooms. Ein Leitfaden von AustriaContent beschreibt sie als themenorientierte Steuerungseinheit, die klassische Abteilungsgrenzen zwischen Marketing und Kommunikation aufbricht.

Der Aufbau erfolgt in Phasen – von der Standortbestimmung bis zum Pilotbetrieb. Kernrollen wie Themenmanagement und Koordination durch einen Chef vom Dienst (CvD) sollen konsistente Inhalte über alle Kanäle sicherstellen.

Berichterstattung wird umfangreicher

Auch die formelle Berichterstattung wandelt sich. Ein Whitepaper von Kirchhoff Consult zur CSRD-Berichterstattung vom Juni 2026 analysierte über 200 Berichte. Ergebnis: Ein trend zur Zentralisierung von Richtlinien und Strukturierung nach Wesentlichkeitsaspekten.

Der durchschnittliche Umfang stieg auf 134 Seiten. Deutsche Publikationen liegen dabei etwa neun Prozent über dem europäischen Durchschnitt.

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Wenn Kommunikation scheitert: Wirtschaftsmediation

Bei gescheiterten internen Kommunikationsprozessen rückt die Wirtschaftsmediation in den Fokus. Experte Ralf Hasford betont: Vertrauliche Konfliktklärungen schützen nicht nur die Reputation, sondern erhalten auch wirtschaftliche Werte.

Für KMU in schwierigen wirtschaftlichen Lagen gibt es spezielle Unterstützungsprogramme. Sie sollen die Kommunikation in Krisenzeiten aufrechterhalten.

Bürohunde: Soziale Effekte brauchen Regeln

Ein weiterer Faktor: die Arbeitsplatzgestaltung. Am Beispiel von Bürohunden zeigt sich die Balance zwischen positiven Effekten und organisatorischen Anforderungen. Ein systematisches Review aus dem Jahr 2025 belegt: Tiere im Büro reduzieren Stress und fördern den Kontakt zwischen Kollegen.

Voraussetzung sind jedoch verbindliche Regelungen und die Berücksichtigung von Allergien oder Ängsten in der Belegschaft.

de | wissenschaft | 69637551 |