Operation Endgame: BKA und Microsoft zerschlagen Malware-Netzwerk
27.06.2026 - 08:13:10 | boerse-global.de
Gemeinsam mit Europol und internationalen Partnern haben BKA und Microsoft die Infrastruktur der Schadprogramme Amadey und StealC zerschlagen. Hunderte Server wurden abgeschaltet, zehntausende infizierte Systeme identifiziert.
Operation gegen Cybercrime-Dienstleister
Vom 15. bis 19. Juni konzentrierten sich die Ermittlungen auf die Malware-Varianten SocGholish, StealC und Amadey. Die Aktion trug den Namen Operation Endgame. Mehr als 15.000 Webseiten und über 320 Server wurden unschädlich gemacht – 40 davon in Deutschland.
Die Ermittler sicherten rund 27 Millionen Zugangsdaten von mehr als 385.000 Opfern. Zudem stellten sie Kryptovermögen im Wert von etwa 47 Millionen US-Dollar sicher.
18.000 Rechner von krimineller Infrastruktur getrennt
Am 24. Juni blockierten Microsoft und das BKA über 200 Command-and-Control-Domains und IP-Adressen. Diese hatten die Schadsoftware gesteuert. Rund 18.000 infizierte Rechner wurden so vom kriminellen Netzwerk getrennt.
Das Ausmaß der Bedrohung war enorm: Allein in der ersten Maihälfte waren Amadey und StealC mit mehr als 140.000 infizierten Systemen weltweit verknüpft. Bei der Analyse der Daten half künstliche Intelligenz. In den USA stützten sich die Maßnahmen auf das RICO-Gesetz gegen organisierte Kriminalität.
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Samsung schließt 45 Sicherheitslücken
Parallel zu den Ermittlungen rücken aktuelle Sicherheitsupdates in den Fokus. Samsung startete am 26. Juni die Verteilung eines Updates für die Galaxy-S23-Serie. Die Firmware S918NKSS8FZF1 behebt insgesamt 45 Schwachstellen. Der Rollout begann in Südkorea, weitere Regionen folgen in Kürze.
Warnung vor WhatsApp-Malware
Sicherheitsforscher von Kaspersky warnten im Juni vor einer neuen Malware-Kampagne über WhatsApp. Kompromittierte Konten verschicken schädliche Skriptdateien, die als Finanzberichte getarnt sind. Betroffen sind Nutzer der Desktop- und Web-Version von WhatsApp unter Windows. Die Infektionswelle erfasst unter anderem Spanien, Brasilien, Singapur und Mexiko.
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Kriminelle Netzwerke werden professioneller
Ein Europol-Bericht vom 26. Juni zeigt die zunehmende Professionalisierung der Täter. In Europa sind über 700 aktive kriminelle Netzwerke mit mehr als 400.000 Mitgliedern aus 118 Nationalitäten bekannt. Besonders auffällig: 85 Prozent dieser Gruppierungen nutzen legale Geschäftsstrukturen, um ihre Aktivitäten zu verbergen – von Cyberkriminalität über Drogenhandel bis Menschenhandel. Kriminelle setzen verstärkt auf KI und digitale Plattformen, um ihre Reichweite zu erhöhen und Entdeckungsrisiken zu minimieren.
