Docusign und Agiloft: KI-Tools halbieren Vertragsabschlusszeiten
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 19:41 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Führende Softwareanbieter haben diese Woche eine Welle neuer KI-gestützter Tools für das Vertrags- und Workflow-Management vorgestellt. Die Entwicklungen, angeführt von Docusign und Agiloft, zielen auf Ineffizienzen ab, die Unternehmen nach Schätzungen von Marktforschern jährlich rund neun Prozent ihres Umsatzes kosten.
Docusign und Agiloft setzen neue Maßstäbe
Docusign hat seine Plattform am heutigen Dienstag umfassend erweitert. Die neue Version der Intelligent Agreement Management (IAM)-Plattform umfasst einen Agreement Manager, einen Workflow Builder sowie spezielle Arbeitsbereiche. Das Unternehmen, das bereits 1,8 Millionen Kunden betreut – darunter 95 Prozent der Fortune 500 – verspricht durch die KI-Integration eine Halbierung der Vertragsabschlusszeiten und eine Reduzierung der Entwurfszeit um 80 Prozent.
Parallel dazu gab Zaelab eine Partnerschaft mit Docusign bekannt. Ziel ist die Integration der Vertragsworkflows in ServiceNow, um den Übergang vom Angebot zur unterschriebenen Vereinbarung zu vereinfachen.
Agiloft wiederum hat die allgemeine Verfügbarkeit seiner Astra-Plattform bekannt gegeben. Das Besondere: Es gibt einen kostenlosen Tarif mit unbegrenzten Nutzern. Die „Ask AI"-Funktion ist direkt in die bestehenden Vertragsmanagement-Tools integriert. Das Unternehmen betont, dass neue Nutzer bereits fünf Minuten nach der Einrichtung erste Ergebnisse erzielen können.
Agentische KI erobert spezialisierte Branchen
Mehrere Technologiefirmen haben am Montag sogenannte „agentische" KI-Lösungen vorgestellt, die über einfache Automatisierung hinausgehen und eigenständig Aufgaben übernehmen können. Oracle präsentierte sein AI Agent Studio für Fusion Applications – eine Umgebung, die sowohl Programmieranfängern als auch Profis die Erstellung spezialisierter Agententeams ermöglicht.
Im Immobiliensektor hat Braiin Limited die Plattform ARIA gelauncht. Das System automatisiert Property Management, Leasing, Compliance und Buchhaltung. Der Start erfolgt zunächst in Australien, weitere Rollouts in Großbritannien und den USA sind geplant. Der globale Markt für Immobiliensoftware soll laut Grand View Research bis 2033 auf 32 Milliarden Euro anwachsen.
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Innovatix veröffentlichte ebenfalls am Montag seine OpenParser-Plattform mit über 20 vorgefertigten Agenten für Vertragsprüfung und Dokumentenanalyse.
Fortschritte in Rechtswesen und Finanzbranche
Auch die juristische und finanzielle Welt profitiert von den Neuerungen. StrongSuit hat Version 2.0 seiner KI-Prozessplattform vorgestellt, die Dokumentenprüfung und Deposition-Analyse in einer Oberfläche vereint. Der Zeitpunkt ist gut gewählt: Laut Gartner hatten 71 Prozent der Großunternehmen geplant, ihre KI-Investitionen in Rechtsabteilungen bis 2025 zu erhöhen.
Hebbia meldet für seine Matrix-Plattform, die Claude Fable 5 nutzt, eine 20-prozentige Steigerung der Genauigkeit bei der Analyse von Finanzdokumenten. Mehr als ein Drittel der 50 größten Vermögensverwalter setzt die Plattform bereits zur Automatisierung von Kreditvertragsanalysen ein.
Effizienzgewinne – und ein warnender Unterton
McKinsey schätzt, dass KI-gestützte Vertragsverhandlungstools Effizienzsteigerungen zwischen 25 und 40 Prozent ermöglichen. Die Systeme nutzen Playbooks für automatisiertes Redlining und Review, behalten aber die menschliche Kontrolle bei, um Risiken wie Datenqualitätsprobleme zu minimieren.
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Dass der Trend auch den Sport erreicht, zeigt die Partnerschaft zwischen dem FC Chelsea und IFS. Der Premier-League-Klub integriert industrielle KI in seine Finanz- und Beschaffungsprozesse – ein Novum in der englischen Fußballliga.
Trotz der rasanten technologischen Entwicklung bleiben Analysten verhalten. Docusign (NASDAQ: DOCU) hält weiterhin ein durchschnittliches Broker-Rating von „Halten" – obwohl das Unternehmen mit einem Gewinn von 1,09 Euro pro Aktie die Erwartungen von 0,99 Euro übertraf.
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