Deutschland, Umwelt

WĂ€lder leiden unter anhaltenden DĂŒrrefolgen

19.05.2026 - 15:01:58 | dpa.de

Eichen, Buchen, Kiefern und Fichten stehen unter hartnÀckigem Klimastress. Neue amtliche Beobachtungen zeigen bleibende SchÀden, aber vorerst keine Zuspitzung. Rasch erholen kann sich der Wald nicht.

  • Laut der neuen Erhebung haben weiterhin vier von fĂŒnf BĂ€umen SchĂ€den. (Archivbild)  - Foto: Christian Charisius/dpa
    Laut der neuen Erhebung haben weiterhin vier von fĂŒnf BĂ€umen SchĂ€den. (Archivbild) - Foto: Christian Charisius/dpa
  • Der Zustand der deutschen WĂ€lder bleibt angespannt. (Archivbild) - Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa
    Der Zustand der deutschen WĂ€lder bleibt angespannt. (Archivbild) - Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa
  • Minister Rainer: «Wald schĂŒtzen heißt Wald nutzen.» - Foto: Christophe Gateau/dpa
    Minister Rainer: «Wald schĂŒtzen heißt Wald nutzen.» - Foto: Christophe Gateau/dpa
Laut der neuen Erhebung haben weiterhin vier von fĂŒnf BĂ€umen SchĂ€den. (Archivbild)  - Foto: Christian Charisius/dpa Der Zustand der deutschen WĂ€lder bleibt angespannt. (Archivbild) - Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa Minister Rainer: «Wald schĂŒtzen heißt Wald nutzen.» - Foto: Christophe Gateau/dpa

Den deutschen WĂ€ldern machen gravierende Folgen von Hitze und Trockenheit weiterhin stark zu schaffen. Bei den hĂ€ufigsten Arten sind nach wie vor vier von fĂŒnf BĂ€umen krank, wie aus neuen Daten fĂŒr 2025 hervorgeht. Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) sprach von einer Stabilisierung trotz ungĂŒnstigerer Wetterbedingungen. «Der Zustand unseres Waldes hat sich im Vergleich zu 2024 insgesamt nicht weiter verschlechtert.» UmweltverbĂ€nde mahnten angesichts der Klimakrise, es gebe keinen Grund zur Entwarnung.

Nach der neuen Waldzustandserhebung fĂŒr 2025 sind sichtbare Nadel- und Blattverluste der Baumkronen «weiterhin auf einem sehr hohen Niveau». In der Gesamtschau hĂ€tten sie sich im Vergleich zu 2024 nur wenig verĂ€ndert. Dabei zeige sich, dass sich der Wald immer noch nicht von den Folgen der extrem trocken-heißen Sommer 2018 bis 2020 erholt habe. Überdurchschnittlich von SchĂ€den betroffen sind demnach vor allem Ă€ltere BĂ€ume ĂŒber 60 Jahre. 

Gut ein Drittel mit deutlichen SchÀden 

Wie dicht das Laub oder die Nadeln sind, gilt als wichtiger Indikator fĂŒr den Gesundheitszustand. «Deutliche» SchĂ€den hatten ĂŒber alle Arten hinweg nun 35 Prozent der BĂ€ume nach 36 Prozent 2024. Bei ihnen ist verglichen mit gesunden BĂ€umen mehr als ein Viertel der Krone kahl. Der Anteil der BĂ€ume in der «Warnstufe» mit einer Kronenverlichtung von 11 bis 25 Prozent stiegt leicht um einen Prozentpunkt auf 44 Prozent. Volle Kronen hatten erneut 21 Prozent.

Die Waldzustandserhebung wird seit 1984 von den LĂ€ndern ĂŒber ein Netz von Stichproben vorgenommen. Dabei wird jeweils von Mitte Juli bis Mitte August die Blatt- und Nadelmasse der Kronen taxiert und «Schadstufen» zugeordnet. Diesmal waren es 46.531 BĂ€ume an 1.889 Punkten. Das bundeseigene ThĂŒnen-Institut rechnet die Daten dann zu einem deutschlandweiten Ergebnis hoch. Das Wetter war dabei 2025 wegen anhaltender Trockenphasen mit gelegentlichen Hitzewellen fĂŒr den Wald vielerorts ungĂŒnstiger als 2024, heißt es im Bericht.

Jede zweite Eiche krank 

Im Blick stehen vor allem vier Hauptarten, die fĂŒr gut 70 Prozent aller BĂ€ume stehen. Sorgen bereiten weiter die Eichen: Nach einem spĂŒrbaren Anstieg 2024 hatte erneut jede zweite Eiche (51 Prozent) deutlich gelichtete Kronen. Zum schlechten Zustand trĂŒgen maßgeblich Insekten und Pilze bei. Die Eiche sei als durchschnittlich Ă€lteste Baumart aber auch besonders anfĂ€llig fĂŒr SchĂ€den.

Bei Kiefern gab es einen spĂŒrbaren Anstieg der grĂ¶ĂŸeren SchĂ€den. Deutlich gelichtete Kronen haben nun 31 Prozent nach 24 Prozent 2024. Bei Buchen sank der Anteil von 46 Prozent auf 38 Prozent, bei Fichten von 39 Prozent auf 38 Prozent. Minister Rainer hob einen deutlichen RĂŒckgang neu abgestorbener BĂ€ume als «wichtiges Signal» der Stabilisierung hervor. Der Anteil der BĂ€ume, die seit der Vor-Erhebung abgestorben sind, sank von zuvor 0,86 Prozent auf nun 0,3 Prozent. Wald bedeckt rund ein Drittel der LandesflĂ€che Deutschlands. 

Rainer sagte: «Unser Wald ist ein StĂŒck Heimat». Er stehe fĂŒr ArbeitsplĂ€tze und Wertschöpfung im lĂ€ndlichen Raum – vom SĂ€gewerk bis zum Schreinerbetrieb. Dabei gelte: «Wald schĂŒtzen, heißt Wald nutzen.» Der weitere Umbau hin zu artenreichen MischwĂ€ldern, die KlimaverĂ€nderungen trotzten, sichere die Zukunft – und auch eine nachhaltige Waldbewirtschaftung. Seine Marschroute dafĂŒr laute: «VerlĂ€sslichkeit, Eigenverantwortung und gezielte Förderung». 

UmweltschĂŒtzer fĂŒr Stopp beim FĂ€llen alter Buchen

Die Umweltorganisation Greenpeace forderte eine «echte Kehrtwende hin zu einer ökologischen Waldwirtschaft». Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) erlĂ€uterte, ein einzelner regenreicherer Juli reiche nicht aus, um die SchĂ€den vergangener DĂŒrrejahre auszugleichen. Naturnahe WĂ€lder seien entscheidend, um ihre vielfĂ€ltigen Leistungen zu sichern. WĂ€lder kĂŒhlten die Umgebung und wirkten durch ihre Schwammfunktion als wichtiger Puffer gegen extreme Hitze und Starkregen. Der Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert einen bundesweiten Einschlagstopp fĂŒr alte BuchenwĂ€lder.

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher WaldbesitzerverbĂ€nde erklĂ€rte, die WĂ€lder litten weiter stark unter den Folgen des Klimawandels. FĂŒr ein gelingendes «Mehrgenerationenprojekt Waldumbau» brauche es verlĂ€ssliche Bedingungen, um vor Ort flexibel reagieren zu können. «WĂ€lder lassen sich unter den Bedingungen des Klimawandels nicht konservieren wie ein Freilichtmuseum», sagte PrĂ€sident Andreas Bitter. Wer stabile Waldökosysteme fördern wolle, mĂŒsse ihre dynamische Weiterentwicklung ermöglichen, statt sie zu behindern.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69373759 |