Entzündungen: 30 Pflanzen pro Woche senken Risiko um 31%
Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 07:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Studien zeigen: Sowohl die Vielfalt pflanzlicher Lebensmittel als auch die absolute Menge der Darmbakterien spielen eine entscheidende Rolle bei der Prävention chronischer Entzündungen.
Bakterienmenge wichtiger als Zusammensetzung?
Forschungsergebnisse der Universität Hohenheim deuten darauf hin, dass die absolute Menge der Darmbakterien für die Gesundheit möglicherweise wichtiger ist als die bloße Artenzusammensetzung. Eine Untersuchung zeigte: Sowohl ballaststoffreiche Ernährung als auch Intervallfasten wirken entzündungshemmend – obwohl beide Ansätze zu unterschiedlichen Bakterienzusammensetzungen führen.
Das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung hat zudem ein neues Verfahren entwickelt. Es gewinnt Ballaststoffpräparate aus Reststoffen von Hülsenfrüchten – etwa aus Erbsenschalen, Ackerbohnenschalen oder Soja-Okara. Diese Präparate könnten künftig bis zu 25 Prozent des Mehls in Backwaren ersetzen. Besonders Varianten aus Erbsenschalen und Soja-Okara überzeugten geschmacklich.
30 Pflanzen pro Woche schützen
Eine Studie der Tufts University unterstreicht die präventive Kraft pflanzenbasierter Ernährung. Die Daten basieren auf der Beobachtung von 15.000 Teilnehmern. Demnach senkt der Verzehr von 30 verschiedenen Pflanzen pro Woche das Risiko für krankenhauspflichtige Entzündungen um 31 Prozent.
Auch bei der Demenzprävention gewinnt die Ernährung an Bedeutung. Die Weltgesundheitsorganisation aktualisierte ihre Einschätzungen: Bis zu 45 Prozent der Risikofaktoren für Demenz sind beeinflussbar. Die MIND-Diät konnte laut Langzeitbeobachtungen über 15 Jahre bei Erwachsenen ab 60 Jahren das Demenzrisiko um bis zu 35 Prozent senken.
PCOS wird zu PMOS – was steckt dahinter?
Ein erheblicher Teil der Forschung widmet sich dem Zusammenhang zwischen Entzündungen und Stoffwechselstörungen. Das bisher als PCOS bekannte Krankheitsbild wurde in PMOS (Polyzystisches Metabolisches Ovarsyndrom) umbenannt. Schätzungen zufolge sind weltweit etwa 170 Millionen Frauen betroffen – die Dunkelziffer könnte bei 70 Prozent liegen.
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Rund 85 Prozent der Betroffenen weisen eine Insulinresistenz auf. Die Europäische Arzneimittel-Agentur empfahl im Frühjahr 2026 die Zulassung von oralem Semaglutid. Eine endgültige Entscheidung wird für Mitte August erwartet. Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin warnen jedoch vor möglichem Muskelabbau. Eine begleitende Studie zum intuitiven Essen soll im November starten.
Verarbeitete Lebensmittel und ihre Folgen
Die Verarbeitung von Lebensmitteln hat direkten Einfluss auf die Darmgesundheit. Forscher der LMU München und der TU Dresden berichteten über den Abbau von N?-Carboxymethyllysin (CML) im Darm. CML entsteht beim Erhitzen von Lebensmitteln und gelangt in den Dickdarm. Dort wird es durch das Enzym SpeC in Bakterien wie E. coli abgebaut. Wissenschaftler vermuten Zusammenhänge mit Erkrankungen wie Darmkrebs, Fettleber oder Hepatitis.
Weitere Erkenntnisse im Überblick:
- Probiotika: Der regelmäßige Verzehr von Joghurt und Probiotika konnte das Darmkrebsrisiko statistisch nahezu halbieren – von 2,1 Prozent auf 1,2 Prozent.
- Blutdruck: Die tägliche Aufnahme von 250 ml Rote-Bete-Saft senkte den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 7,7 mmHg.
- Omega-Fettsäuren: Entgegen früherer Annahmen wirkte Sojaöl bei übergewichtigen Erwachsenen nicht entzündungsfördernd. Fettreiche Fischarten wie Lachs, Makrele und Hering werden aufgrund ihres hohen Omega-3-Anteils empfohlen.
Risiken durch Nahrungsmittel
Neben den positiven Effekten identifizierten Forscher auch spezifische Risiken. Oxalsäure aktiviert laut Veröffentlichungen in „Cardiovascular Research“ das Immunsystem über den Botenstoff IL-17A. Das kann zu Schädigungen an Herz und Nieren führen. Bei Morbus Crohn wurde beobachtet, dass Th17-Zellen, die eigentlich der Bekämpfung von Candida albicans dienen, in den Darm wandern und dort Entzündungsprozesse auslösen.
Darmkrebs betrifft immer mehr Menschen – dabei kann die richtige Ernährung das Risiko um bis zu 50 Prozent senken. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, welche Lebensmittel Ihre Darmflora schützen und wie Sie sie einfach in den Alltag integrieren. Darmkrebs-Risiko jetzt senken
Ein extremes Beispiel findet sich in Südostasien: Das traditionelle Gericht Koi Pla aus rohem Fisch wird für jährlich etwa 20.000 Todesfälle durch Leberkrebs verantwortlich gemacht. Ursache sind Parasiten, die durch Kochen abgetötet würden, im rohen Zustand jedoch langfristige Gewebeschäden verursachen.
Die aktuellen Daten bestätigen den Trend zu einer integrativen Betrachtung von Mikrobiom, Stoffwechsel und Entzündungsprozessen. Diagnostische Verfahren gewinnen an Relevanz – im Frühjahr 2026 wurden spezifische Darm-Mikrobiom-Stuhltests für ihre Analysekapazitäten ausgezeichnet.
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