ErnÀhrung, Medizin

ErnÀhrung als Medizin: Vier DiÀten senken Diabetes-Risiko drastisch

09.05.2026 - 22:47:58 | boerse-global.de

Forscher identifizieren vier ErnÀhrungsmuster, die das Typ-2-Diabetes-Risiko um bis zu 80 Prozent senken. Politik diskutiert Zuckerabgabe.

ErnĂ€hrung als Medizin: Vier DiĂ€ten senken Diabetes-Risiko drastisch - Foto: ĂŒber boerse-global.de
ErnĂ€hrung als Medizin: Vier DiĂ€ten senken Diabetes-Risiko drastisch - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Die Forschung zeigt jetzt: Die richtige ErnÀhrung kann das Risiko um bis zu 80 Prozent senken.

Wissenschaftler des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) haben vier ErnÀhrungsformen identifiziert, die den Blutzuckerspiegel effektiv kontrollieren: pflanzlich-vegane, mediterrane, kohlenhydratarme und proteinreiche Kost. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft bestÀtigt: Nicht EinzelnÀhrstoffe sind entscheidend, sondern das gesamte ErnÀhrungsmuster.

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Zuckerabgabe gefordert

Der Druck auf die Politik wĂ€chst. Klaus Reinhardt, PrĂ€sident der BundesĂ€rztekammer, forderte am 9. Mai die EinfĂŒhrung einer Zuckerabgabe auf Softdrinks noch vor 2028. Das Vorbild Großbritannien zeigt Wirkung: Dort sank der Zuckergehalt in ErfrischungsgetrĂ€nken nach der Abgabe um 30 Prozent. Karies und Übergewicht bei Kindern gingen zurĂŒck.

Derzeit liegt der Pro-Kopf-Zuckerkonsum in Deutschland bei 83 bis 90 Gramm tÀglich. Die WHO empfiehlt maximal 50 Gramm.

HĂŒlsenfrĂŒchte senken Bluthochdruck

Eine Analyse im Fachjournal BMJ Nutrition Prevention & Health mit ĂŒber 300.000 Teilnehmern liefert am 8. Mai neue Daten: Hoher HĂŒlsenfrĂŒchte-Konsum senkt das Bluthochdruck-Risiko um 15 Prozent. Bei Sojaprodukten sind es sogar 19 Prozent. Forscher empfehlen bis zu 170 Gramm tĂ€glich – der europĂ€ische Durchschnitt liegt bei mageren 8 bis 15 Gramm.

Das Mikrobiom im Fokus

Wissenschaftler der UniversitĂ€t Wien wiesen am 7. Mai nach: Bestimmte Darmbakterien sind mit chronisch-entzĂŒndlichen Darmerkrankungen und Typ-2-Diabetes verbunden. Das Helmholtz-Zentrum in Braunschweig erforschte parallel, warum sich das Bakterium Segatella copri in IndustrielĂ€ndern ausbreitet.

Diese Erkenntnisse befeuern den Trend zum „Fibermaxxing“ – maximale Ballaststoffzufuhr. Experten warnen jedoch: Die Menge langsam steigern, sonst drohen Verdauungsbeschwerden. Gleiches gilt fĂŒr den Protein-Hype: Zu viel Eiweiß ĂŒberfordert die Verdauung und fĂŒhrt zu GĂ€rprozessen.

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Eier schĂŒtzen das Gehirn – oder doch nicht?

Zwei Studien liefern widersprĂŒchliche Ergebnisse. Forscher der Loma Linda University fanden: Wer an mindestens fĂŒnf Tagen pro Woche ein bis zwei Eier isst, senkt sein Alzheimer-Risiko um 27 Prozent. Eine andere Analyse zeigt dagegen schlechtere kognitive Testergebnisse bei strenger veganer ErnĂ€hrung. Die Autoren betonen: Kein Beleg fĂŒr KausalitĂ€t – Bildung und Herkunft könnten die Ergebnisse verzerren.

In Berlin lĂ€uft derzeit die COPLANT-Studie mit 6.000 Teilnehmern. Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung untersucht dort auch die QualitĂ€t von pflanzlichen Ersatzprodukten wie GemĂŒseburgern.

Vorsicht bei NahrungsergÀnzungsmitteln

Der globale Supplement-Markt wĂ€chst rasant: Von 177 Milliarden US-Dollar 2023 auf prognostizierte 300 Milliarden bis 2030. Mediziner mahnen zur Vorsicht. Das Robert Koch-Institut stellt bei 30 Prozent der Erwachsenen einen Vitamin-D-Mangel fest – doch die Deutsche Krebsgesellschaft warnt vor hohen Dosen. Studien deuten darauf hin, dass hohe Vitamin-B12-Dosen das Lungenkrebsrisiko erhöhen könnten.

Der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe warnt speziell Diabetiker vor online beworbenen „Blutzucker-Regulatoren“. Eine Supplementierung sei nur bei klinisch nachgewiesenem Mangel sinnvoll.

Ausblick: Weniger Zucker, mehr Ballaststoffe

Die geplante Zuckersteuer 2028 und Langzeitstudien wie COPLANT werden die Lebensmittelindustrie zu Reformulierungen zwingen. Trends wie 3D-Lebensmitteldruck und KI-gestĂŒtzte ErnĂ€hrungsplanung prĂ€gen das Jahr 2026 – doch die wissenschaftliche Basis ist noch dĂŒnn.

Experten raten zu einer einfachen Regel: ballaststoffreiche Pflanzenkost priorisieren, hochverarbeitete Lebensmittel minimieren. Die PrÀvention von Zivilisationskrankheiten wird zunehmend zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe.

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