ErnÀhrung, Alterung

ErnÀhrung und Alterung: 70% gemeinsame Signalwege bei gesundem Essen

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 11:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

ProVeg und BKK ProVita erreichen mit Pflanzen-Power tausende SchĂŒler. Studien und Projekte zeigen den Wert gesunder ErnĂ€hrung fĂŒr PrĂ€vention.

Aktion Pflanzen-Power: Zehn Jahre ErnÀhrungsbildung an Schulen
Heller, moderner KĂŒchenbereich in einer Schule mit frischem GemĂŒse auf HolzkĂŒchenbrettern und Edelstahltischen. Illustration mit AI erstellt.

Die Vermittlung von ErnĂ€hrungskompetenz in Schulen hat sich in den vergangenen zehn Jahren zu einem zentralen Baustein der GesundheitsprĂ€vention entwickelt. Ein prominentes Beispiel fĂŒr diese Entwicklung ist die Initiative „Aktion Pflanzen-Power“, ein Gemeinschaftsprojekt der ErnĂ€hrungsorganisation ProVeg und der Krankenkasse BKK ProVita.

Seit dem ersten Aktionstag im September 2016 an der Willy-Brandt-Gesamtschule in MĂŒnchen zielt das Programm darauf ab, Kindern und Jugendlichen die Vorteile einer pflanzenbetonten ErnĂ€hrung nĂ€herzubringen.

Bilanz und Akzeptanz pflanzlicher ErnÀhrungsbildung

In der Dekade seit dem Projektstart haben laut vorliegenden Daten mehr als 5.000 Kinder und Jugendliche an ĂŒber 160 Aktionstagen aktiv mitgekocht. Über 13.000 SchĂŒler sowie pĂ€dagogische FachkrĂ€fte nahmen zudem an themenspezifischen VortrĂ€gen teil.

Die Resonanz unter den Teilnehmenden ist hoch: Befragungen ergaben, dass ĂŒber 73 Prozent planten, die Rezepte aus der bereitgestellten BroschĂŒre „Pflanzlich Einfach Lecker“ zuhause nachzukochen.

Über 84 Prozent zeigten sich offen fĂŒr einen höheren Anteil pflanzlicher Gerichte in der Schulverpflegung, und mehr als 89 Prozent gaben an, im Familien- und Freundeskreis ĂŒber die gesammelten Erfahrungen berichten zu wollen.

Die wissenschaftliche und internationale Anerkennung der Initiative wurde bereits im Jahr 2018 deutlich, als das Projekt bei der COP24 gemeinsam mit dem Vorhaben „KEEKS“ den „United Nations Momentum for Change Award“ in der Kategorie „Planetary Health“ erhielt. Auch die Nachfrage nach Informationsmaterial ist stabil. Eine seit 2024 angebotene BroschĂŒre wurde rund 6.900 Mal in gedruckter Form verteilt und verzeichnete ĂŒber 9.700 Downloads.

Institutionelle Rahmenbedingungen und ergÀnzende Projekte

Die Relevanz gesunder Schulverpflegung wird durch internationale Leitlinien untermauert. So veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Anfang 2026 neue Richtlinien zur Schaffung förderlicher ErnÀhrungsumfelder an Schulen. In Deutschland engagieren sich neben ProVeg weitere Akteure.

Die EDEKA Stiftung erreicht mit ihrem Projekt „Mehr bewegen – besser essen“ im Schuljahr 2026/27 bundesweit rund 5.500 SchĂŒler der dritten und vierten Klassen. Seit dem Start im Jahr 2013 wurden so rund 100.000 Grundschulkinder an ĂŒber 2.000 Schulen erreicht.

ErgĂ€nzend dazu zeigen regionale Projekte wie die Aktionswoche zur Bio-Kartoffel in Dortmund, wie die Vernetzung von Landwirtschaft, Handel und GemeinschaftskĂŒchen die regionale Versorgung stĂ€rken kann. Ein im Oktober 2026 startender digitaler B2B-Shop soll dort kĂŒnftig die Beschaffung regionaler Lebensmittel weiter vereinfachen.

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Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Alterungsprozessen und Organe

Aktuelle Forschungsergebnisse stĂŒtzen die BemĂŒhungen um eine gesĂŒndere ErnĂ€hrung. Eine Studie des Deutschen Zentrums fĂŒr Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), publiziert im Fachmagazin „Nature Communications“ im Jahr 2026, untersuchte die Gewohnheiten von rund 7.500 Menschen.

Die Forscher stellten fest, dass eine gesunde ErnĂ€hrung – etwa eine pflanzliche, mediterrane oder nordische DiĂ€t – mit einem langsameren Anstieg des biologischen Alters korreliert. Die Untersuchung von rund 850.000 DNA-Stellen zeigte, dass sich ĂŒber 70 Prozent der biologischen Signalwege bei verschiedenen gesunden ErnĂ€hrungsformen ĂŒberschnitten.

Gleichzeitig warnen Fachorganisationen vor den Folgen von FehlernÀhrung im Kindesalter. Die Deutsche Leberstiftung wies darauf hin, dass mehr als jedes dritte Kind mit Adipositas eine metabolisch dysfunktions-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD) entwickelt. Diese sei mittlerweile die hÀufigste Lebererkrankung bei MinderjÀhrigen.

Experten wie die FamilienernĂ€hrungsspezialistin Sarah Schocke raten daher zu einer schrittweisen Umstellung der Schulverpflegung. Statt Fertigprodukten, Fleisch und Sahne sollten mehr GemĂŒse, HĂŒlsenfrĂŒchte und Vollkornprodukte auf den SpeiseplĂ€nen stehen, um den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) besser zu entsprechen.

PrÀventive AnsÀtze bei Stoffwechselerkrankungen

Neben der schulischen Bildung rĂŒcken auch therapeutische Netzwerke in den Fokus. Im Bezirk Kufstein startete im Mai 2026 ein Pilotprojekt des Landesinstituts fĂŒr Integrierte Versorgung Tirol (LIV Tirol), das bereits nach vier Monaten den 100. Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 aufnahm. Das bis Ende 2027 geförderte Programm bietet eine multiprofessionelle Betreuung durch Ärzte sowie Diabetes- und ErnĂ€hrungsberater an.

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ErnĂ€hrungsmediziner betonen in diesem Zusammenhang das Potenzial prĂ€ventiver Maßnahmen. Matthias Riedl erlĂ€uterte, dass sich Blutfettwerte durch gezielte ErnĂ€hrungsumstellung, etwa den tĂ€glichen verzehr von NĂŒssen und die Integration von 30 Gramm Ballaststoffen pro Tag, signifikant senken lassen. Solche AnsĂ€tze könnten nicht nur individuelle KrankheitsverlĂ€ufe mildern, sondern auch die langfristigen Kosten im Gesundheitssystem reduzieren.

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