ErnÀhrung, Demenz

ErnÀhrung und Demenz: Ultraverarbeitete Lebensmittel erhöhen Risiko um 58%

09.06.2026 - 02:39:30 | boerse-global.de

Forscher belegen: Rauchen, Bewegungsmangel und Depressionen mindern kognitive Leistung bereits bei 20- bis 39-JĂ€hrigen.

Leipziger Studie: Lebensstil beeinflusst Demenzrisiko schon bei Jungen
ErnĂ€hrung - Abstrakte Darstellung von Gehirnstrukturen und neuronalen Verbindungen, die Demenz-Risikofaktoren symbolisieren. 09.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Das zeigt eine neue Studie der UniversitÀt Leipzig.

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Forscher analysierten Daten von rund 150.000 Teilnehmenden der NAKO-Gesundheitsstudie. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Juni 2026 in der Fachzeitschrift Alzheimer’s & Dementia.

Mit dem sogenannten LIBRA-Index (Lifestyle for Brain Health) stellten die Wissenschaftler fest: Ein ungĂŒnstiges Risikoprofil korreliert bereits bei den 20- bis 39-JĂ€hrigen mit einer geringeren kognitiven Leistung.

Risikofaktoren verÀndern sich im Laufe des Lebens

Die Relevanz einzelner Faktoren verschiebt sich. Bei jĂŒngeren Erwachsenen dominieren Rauchen, Bewegungsmangel und depressive Symptome. Bei Ă€lteren Probanden rĂŒcken physiologische Faktoren wie Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte und Herzerkrankungen in den Vordergrund.

Die Daten belegen zudem eine soziale Komponente: Ein niedriger sozioökonomischer Status geht hĂ€ufig mit einem ungĂŒnstigeren Risikoprofil einher. Frauen in prekĂ€ren sozialen Lagen sind laut der Untersuchung besonders betroffen.

Internationale Studien unter Beteiligung des Forschungszentrums JĂŒlich untersuchten das sogenannte Exposom. Veröffentlicht Anfang Juni 2026 in Nature Communications und Nature Medicine, analysierten sie Daten der UK Biobank und aus 34 LĂ€ndern.

Das Ergebnis: Auch Luftverschmutzung, soziale Ungleichheit und politische Rahmenbedingungen beeinflussen die Gehirnalterung – unabhĂ€ngig von individuellen Lebensstilentscheidungen.

ErnĂ€hrung, FlĂŒssigkeit und Bewegung im Alltag

Mehrere Studien befassen sich mit konkreten Verhaltensweisen. Eine Untersuchung der Harvard University im Rahmen der Health and Retirement Study beobachtete ĂŒber neun Jahre mehr als 5.000 Teilnehmende ĂŒber 50 Jahre.

Die Ergebnisse: Ein hoher Konsum von ultraverarbeiteten Lebensmitteln kann das Demenzrisiko um 58 Prozent erhöhen. Im Gegensatz dazu korrelierte eine ErnÀhrung mit frischen Lebensmitteln mit einem um 41 Prozent geringeren Risiko.

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Auch die tĂ€gliche Trinkmenge spielt eine Rolle. Eine sĂŒdkoreanische Kohortenstudie begleitete 287 kognitiv unauffĂ€llige Erwachsene zwischen 55 und 90 Jahren ĂŒber zwei Jahre. Personen mit einer tĂ€glichen FlĂŒssigkeitsaufnahme von weniger als 1,2 Litern zeigten einen stĂ€rkeren Anstieg von Amyloid-Ablagerungen im Gehirn – ein Indikator fĂŒr Alzheimer.

Positiv hervorgehoben wird moderater Kaffee- und Teekonsum. Eine prospektive Studie mit ĂŒber 130.000 Teilnehmenden ĂŒber 43 Jahre assoziierte zwei bis drei Tassen koffeinhaltigen Kaffee oder eine bis zwei Tassen Tee pro Tag mit einem verringerten Demenzrisiko.

Parallel dazu unterstreicht eine Langzeitstudie im British Journal of Sports Medicine den Wert körperlicher BetÀtigung: Wöchentlich 90 bis 119 Minuten Krafttraining senkten das Risiko, an einer Demenz zu versterben, um 27 Prozent.

FrĂŒherkennung: Bluttests und KI im Fokus

In der medizinischen Diagnostik zeichnen sich neue Verfahren ab. Eine Ende Mai 2026 in The Lancet veröffentlichte Studie der University of California, San Francisco (UCSF), untersuchte die CARDIA-Kohorte mit 1.350 Probanden.

Bei sechs Prozent der Teilnehmenden im Alter zwischen 53 und 69 Jahren konnten bereits erhöhte Amyloid- und Tau-Proteine im Blut nachgewiesen werden. Das ging mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit fĂŒr einen raschen kognitiven Verfall innerhalb der folgenden fĂŒnf Jahre einher.

Forscher der University of East Anglia stellten im Juni 2026 in der Fachzeitschrift Gut Microbes einen weiteren Ansatz vor: Ein KI-gestĂŒtztes Modell analysierte Metaboliten im Blut, die von Darmbakterien produziert werden. Es konnte kognitive BeeintrĂ€chtigungen mit einer Genauigkeit von rund 79 Prozent zuordnen. Ein klinischer Test steht jedoch noch nicht zur VerfĂŒgung.

Medikamentöse Perspektiven: GLP-1-Agonisten im Visier

Auf therapeutischer Ebene rĂŒckten im Juni 2026 neue Daten zur Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid in den Fokus. Die FLOW-Studie deutet darauf hin, dass das Medikament bei Typ-2-Diabetikern das Demenzrisiko um bis zu 53 Prozent senken könnte.

Weitere Untersuchungen zur neuroprotektiven Wirkung dieser Wirkstoffklasse sind bereits angestoßen.

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