Essens-Jetlag: Studie mit 100.000 Teilnehmern belegt Herzrisiko fĂŒr MĂ€nner
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 10:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass unregelmĂ€Ăige Essenszeiten an Wochenenden, oft als âEssens-Jetlagâ bezeichnet, signifikante Auswirkungen auf die kardiovaskulĂ€re Gesundheit haben können.
Eine französische Studie, die in der Fachzeitschrift Communications Medicine veröffentlicht wurde, untersuchte ĂŒber einen Zeitraum von 14 Jahren den Zusammenhang zwischen zeitlich verschobenen Mahlzeiten und dem Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass insbesondere MĂ€nner von diesem PhĂ€nomen betroffen sind.
Umfangreiche Langzeitstudie zum Essens-Jetlag
Die Grundlage der Untersuchung bildet eine Analyse von Daten von ĂŒber 100.000 Teilnehmern. Der Beobachtungszeitraum erstreckte sich von 2009 bis 2023. Die Forscher konzentrierten sich dabei auf die Differenz der Mahlzeitenzeiten zwischen Werktagen und dem Wochenende. Im Fokus stand die Frage, wie sich eine zeitliche Verschiebung des FrĂŒhstĂŒcks oder Abendessens auf die langfristige Gesundheit auswirkt.
In der methodischen Auswertung wurden die Probanden in drei Gruppen unterteilt: Personen, die am Wochenende frĂŒher, zur gleichen Zeit oder spĂ€ter als unter der Woche aĂen. Laut Berichten vom September 2026 zeigten beide Gruppen mit unregelmĂ€Ăigen Essensmustern ein höheres gesundheitliches Risiko. Bemerkenswert ist dabei die Feststellung der Autoren, dass dieser Effekt unabhĂ€ngig von der eigentlichen QualitĂ€t der ErnĂ€hrung auftrat.
Erhöhtes Risiko fĂŒr koronare Herzkrankheiten
Die statistische Auswertung der Studie liefert konkrete Kennzahlen fĂŒr die Zunahme der Gesundheitsgefahren bei MĂ€nnern. Den Ergebnissen zufolge steigt das allgemeine Herz-Kreislauf-Risiko pro zusĂ€tzlicher Stunde Essens-Jetlag um 14 %. Noch deutlicher fiel der Anstieg beim Risiko fĂŒr koronare Herzkrankheiten aus, welches um 21 % pro Stunde Zeitverschiebung zunahm.
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Weitere Daten der Untersuchung belegen, dass MÀnner mit einem ausgeprÀgten Essens-Jetlag eine höhere Rate an Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufweisen. Speziell bei Herzinfarkten wurde eine Steigerung von bis zu 20 % beobachtet. Diese Korrelationen konnten bei den teilnehmenden Frauen hingegen nicht signifikant nachgewiesen werden.
Biologische Mechanismen der Rhythmusstörung
Als fĂŒhrende ErklĂ€rung fĂŒr diese Beobachtungen fĂŒhren die Autoren der Studie die Störung des zirkadianen Rhythmus an. Der menschliche Körper folgt einer inneren Uhr, wobei eine Diskrepanz zwischen verschiedenen Steuerungssystemen entstehen kann. Die lichtsynchronisierte Hauptuhr befindet sich im Hypothalamus, wĂ€hrend periphere Uhren in Organen wie der Leber, dem Pankreas, dem Darm und den Muskeln maĂgeblich von der Nahrungsaufnahme abhĂ€ngen.
Wird der Zeitpunkt der Mahlzeiten am Wochenende stark verschoben, entsteht eine Diskrepanz zwischen diesen Systemen. Diese InstabilitĂ€t stört laut der Studie die metabolische Homöostase. In der Folge können negative Auswirkungen auf den Stoffwechsel, den Hormonhaushalt, den Blutdruck sowie die InsulinsensitivitĂ€t eintreten. Auch die Neigung zu EntzĂŒndungen im Körper könne durch diesen biologischen Konflikt verstĂ€rkt werden.
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Geschlechtsspezifische Unterschiede und PrÀvention
Dass die negativen Effekte des Essens-Jetlags fast ausschlieĂlich bei MĂ€nnern beobachtet wurden, erklĂ€ren Fachleute mit verschiedenen Faktoren. MĂ€nner weisen grundsĂ€tzlich ein höheres kardiovaskulĂ€res Basisrisiko auf. Zudem wird vermutet, dass Frauen aufgrund ihrer Hormonkonfiguration und Körperstruktur eher dazu in der Lage sind, einen stabilen Morgenrhythmus aufrechtzuerhalten, was einen schĂŒtzenden Effekt haben könnte.
Um die kardiovaskulĂ€re Gesundheit langfristig zu schĂŒtzen, empfehlen die Experten auf Basis der Studienergebnisse eine hohe RegelmĂ€Ăigkeit im Alltag. Neben ausreichendem Schlaf sei es ratsam, Mahlzeiten auch am Wochenende zu möglichst festen Zeiten einzunehmen. Eine dauerhafte Einhaltung stabiler Essenszeiten helfe dabei, die metabolische Homöostase zu wahren und das Risiko fĂŒr schwerwiegende Herz-Kreislauf-Ereignisse zu senken.
