Deutschland, Krankheit

Zweites Alzheimer-Medikament in Deutschland erhÀltlich

03.11.2025 - 17:39:12 | dpa.de

Etwa eine Million Menschen in Deutschland sind von Alzheimer betroffen. Antikörper können den Krankheitsverlauf bei einigen etwas verzögern. In Deutschland ist nun ein zweiter Wirkstoff erhÀltlich.

Laut Hersteller könne Donanemab den Abbau kognitiver und alltagsrelevanter Funktionen klinisch relevant verlangsamen. (Symbolbild) - Foto: Sven Hoppe/dpa
Laut Hersteller könne Donanemab den Abbau kognitiver und alltagsrelevanter Funktionen klinisch relevant verlangsamen. (Symbolbild) - Foto: Sven Hoppe/dpa

Das Alzheimer-Medikament Donanemab (Handelsname Kisunla) ist ab sofort in Deutschland verfĂŒgbar. Nur wenige Wochen nach der EU-Zulassung können Patientinnen und Patienten mit einer frĂŒhen symptomatischen Alzheimer-Krankheit – also in der Phase einer leichten kognitiven Störung oder beginnenden Demenz – die Behandlung beginnen, teilte der Hersteller Eli Lilly mit. Allerdings kommt nur ein Teil von ihnen dafĂŒr infrage. 

An der Uniklinik RWTH Aachen sollen in ein bis zwei Wochen bereits erste Erkrankte behandelt werden, sagte der Neurologe Jörg B. Schulz, Direktor der Klinik fĂŒr Neurologie an der RWTH. «Die Therapie stellt keine Heilung dar, aber Studien mit Donanemab haben eindeutig eine Verlangsamung der Erkrankungsprogression gezeigt.» Innerhalb von 18 Monaten sei ein Gewinn von vier bis sechs Monaten erreicht worden. 

Donanemab wird alle vier Wochen per Infusion verabreicht. Die Therapie darf nur von Ärztinnen und Ärzten begonnen werden, die Erfahrung mit Alzheimer-Diagnostik und Zugang zu Untersuchungen per Magnetresonanztomografen (MRT) haben. Lecanemab, das erste zugelassene Alzheimer-Medikament, ist bereits seit dem 1. September in Deutschland verfĂŒgbar, muss aber alle zwei Wochen gegeben werden.

Donanemab mit lÀngerem Behandlungsintervall

Laut Peter Berlit, GeneralsekretĂ€r der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Neurologie, ist die Wirksamkeit von Donanemab in den Zulassungsstudien etwas höher gewesen als die von Lecanemab. Zu den Risiken beider Medikamente zĂ€hlen VerĂ€nderungen im Gehirn – etwa Ödeme oder Mikroblutungen. Das Risiko sei unter Donanemab höher, sagte Berlit. ZusĂ€tzlich habe sich gezeigt, dass bei beiden Substanzen die Wirksamkeit bei Frauen geringer ausfalle als bei MĂ€nnern.

Die Anzahl der Patientinnen und Patienten, die tatsĂ€chlich fĂŒr die Behandlung infrage kommen, ist begrenzt. Bestimmte genetische Faktoren aber auch die Einnahme von Gerinnungshemmern schließen eine Nutzung aus. GeschĂ€tzt erfĂŒllt nur etwa einer von 100 Menschen mit Alzheimer-Demenz alle Voraussetzungen fĂŒr die Behandlung. «Vermutlich wird die Zahl eher niedriger sein», nimmt Berlit an. Bei geschĂ€tzt etwa 1,2 Millionen Alzheimer-Erkrankten in Deutschland wĂ€ren das weniger als 12.000 Menschen.

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