Extreme, Hitze

Extreme Hitze: WHO empfiehlt 2–3 Liter Flüssigkeit täglich

27.06.2026 - 03:32:05 | boerse-global.de

Neuer Temperaturrekord in Saarbrücken: Mediziner raten zu Elektrolytausgleich und wasserreicher Kost. Städte und Arbeitgeber reagieren mit Schutzplänen.

Hitzerekord in Deutschland: Schutzmaßnahmen und Tipps für die Praxis
Extreme - Ein Glas Wasser mit Zitrone und Eiswürfeln, beschlagen von Kälte, vor einem unscharfen Hintergrund. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

So extrem die Temperatur, so dringend wird die Frage nach Schutzmaßnahmen. Mediziner und Gesundheitsorganisationen setzen dabei vor allem auf angepasste Ernährung und gezielte Hydrierung.

Was bei der Hitze wirklich hilft

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt bei extremer Hitze zwei bis drei Liter Flüssigkeit pro Tag. Entscheidend ist der Ausgleich von Elektrolytverlusten durch verstärktes Schwitzen. Eine bewährte Trinklösung, ursprünglich für Cholera-Patienten entwickelt, setzt sich aus einem Liter Wasser, einer Tasse Orangensaft, vier Teelöffeln Zucker und einem halben Teelöffel Salz zusammen. Diese Mischung optimiert die Wasseraufnahme im Darm und ersetzt wichtige Mineralstoffe.

Auch die Lebensmittelauswahl spielt eine Rolle. Fette und schwere Speisen belasten den Stoffwechsel zusätzlich. Besser sind wasserreiche Nahrungsmittel wie Früchte oder kalte Suppen wie Gazpacho. Salzstangen helfen, den sinkenden Natriumspiegel zu stabilisieren. Die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit empfiehlt 1,5 bis 3 Liter täglich.

Wenn der Kreislauf kollabiert

Die Notaufnahmen spüren die Hitze direkt. Peter Radke, Chefarzt an der Schön Klinik Neustadt, rechnet mit einem Anstieg der Notfälle um 10 bis 20 Prozent. Dehydrierung, Kreislaufkollaps und Erschöpfung sind die häufigsten Symptome.

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Die WHO empfiehlt bei extremer Hitze 2–3 Liter Flüssigkeit täglich – doch für Senioren reicht Wasser allein nicht. Mit dem einfachen Rezept aus Orangensaft, Zucker und Salz gleichen Sie Elektrolytverluste gezielt aus. Jetzt kostenlosen Hitze-Schutz-Guide anfordern

Besonders gefährlich ist der Hitzschlag – ein medizinischer Notfall. Die Warnsignale: Körpertemperatur über 40 Grad, trockene, heiße Haut und Bewusstseinseintrübungen. Ein Sonnenstich äußert sich dagegen mit Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen. In Österreich schätzt das Hitzemortalitäts-Monitoring für 2024 rund 989 hitzebedingte Todesfälle. Besonders Senioren, Kleinkinder und chronisch Kranke tragen ein erhöhtes Risiko.

Städte rüsten sich gegen die Hitze

Kommunen setzen zunehmend auf Hitzeaktionspläne. Frankfurt hat seit 2023 ein Konzept, Wiesbaden seit 2024. Dazu gehören Informationskampagnen und sogenannte Cooling-Areas in Kirchen oder Bibliotheken. In Neuwied überwacht ein digitales Baummonitoring die Kühlleistung städtischer Grünflächen. Wissenschaftliche Untersuchungen des SRF belegen: Der Schatten unter Bäumen kühlt durch Verdunstungskälte deutlich effektiver als Sonnenschirme.

Kritik gibt es an den Krankenhäusern. Ein MDR-Bericht zeigt: Deutsche Kliniken liegen beim baulichen Hitzeschutz hinter internationalen Standards. Muster-Hitzeschutzpläne des Bundesgesundheitsministeriums sehen Kühlziele von 26 Grad am Tag vor – verbindlich sind sie nicht. Patientenschützer und Intensivmediziner fordern mehr Investitionen in Klimatisierung und Verschattung.

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Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall – besonders bei Senioren. Erkennen Sie die Warnsignale rechtzeitig: Körpertemperatur über 40 Grad, trockene Haut, Bewusstseinseintrübung. Unser Guide zeigt, was im Ernstfall zu tun ist. Warnsignale-Checkliste jetzt sichern

Arbeitgeber in der Pflicht

Der Europäische Gewerkschaftsbund fordert eine EU-weite Gesetzgebung zu Höchstarbeitstemperaturen und verbindlichen Kühlpausen. Weltweit sind laut WHO rund 2,4 Milliarden Beschäftigte extremer Hitze ausgesetzt, was jährlich zu Millionen von Arbeitsunfällen führt. Besonders im Baugewerbe und in der Industrie empfehlen Experten flexible Arbeitszeiten in den kühleren Morgenstunden sowie rotierende Arbeitsplätze. Pflegeheime reagieren bereits mit engmaschigen Flüssigkeitskontrollen und angepassten Dienstplänen.

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