Fed öffnet Zahlungssysteme für Fintechs und Kryptofirmen
21.05.2026 - 08:22:25 | boerse-global.deDie US-Notenbank will Finanztechnologie-Unternehmen und Kryptowährungsfirmen erstmals direkten Zugang zu ihren Zahlungssystemen gewähren – allerdings mit erheblichen Einschränkungen. Ein formaler Vorschlag vom Mittwoch sieht eine neue Kategorie sogenannter „Payment Accounts" vor.
Während die US-Notenbank den Weg für digitale Finanzdienstleister ebnet, verändert die Fintech-Revolution auch hierzulande die Anlagewelt grundlegend. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Experten-Report, wie Sie von Trends wie Kryptowährungen und Mobile Payment profitieren können. Kostenlosen Experten-Report zu Fintech & Blockchain sichern
Der Plan: Schlanke Konten für schnelle Transaktionen
Die sogenannten „Skinny Master Accounts" sollen es Fintechs ermöglichen, Geld über die Systeme Fedwire und FedNow zu bewegen – ohne die vollen Privilegien traditioneller Geschäftsbanken. Statt auf teure und komplexe Zwischenbanken angewiesen zu sein, könnten die Unternehmen ihre Zahlungen direkt mit der Fed abrechnen.
Doch die Einschränkungen sind deutlich: Die Konten gewähren keinen Zugang zum Diskontfenster, dem Notfallkredit der Fed. Guthaben werden nicht verzinst, und Überziehungskredite sind tabu. Automatische Kontrollen sollen verhindern, dass ausgehende Transaktionen zu einem negativen Saldo führen.
Der Vorschlag folgt einer Executive Order von Präsident Donald Trump vom Dienstag. Darin forderte er die Finanzaufsicht auf, Antragsverfahren für Fintechs zu vereinfachen. Die Fed muss nun innerhalb von 120 Tagen prüfen, welche rechtlichen Hürden für einen breiteren Zugang bestehen.
Ein langjähriger Rechtsstreit findet sein Ende
Die Ankündigung fällt mit dem Abschluss eines zähen Rechtsstreits zusammen. Am 13. März 2026 wies der 10. Bundesberufungsgerichtshof die Klage der Custodia Bank endgültig ab. Die Entscheidung bestätigte: Die Fed darf Master-Account-Anträge ablehnen – selbst von staatlich zugelassenen Instituten.
Während Custodia scheiterte, gelang anderen der Durchbruch. Bereits im März 2026 erhielt Kraken Financial einen befristeten Account für ein Jahr. Dieser Testfall dient nun als Blaupause für das geplante System.
Widerstand von allen Seiten
Fed-Gouverneur Michael Barr stimmte gegen den Vorschlag. Seine Sorge: Die Konten könnten für illegale Finanzströme missbraucht werden. Zwar müssen die Unternehmen das Bankgeheimnis- und Anti-Geldwäscherecht einhalten, doch die Aufsicht über nicht versicherte Institute sei oft schwächer.
Der digitale Wandel bringt nicht nur Chancen, sondern auch neue regulatorische Anforderungen an Sicherheit und Transparenz mit sich. Dieser Gratis-Report deckt auf, wie DeFi und moderne Payment-Apps die Finanzwelt wirklich verändern und was Anleger jetzt wissen müssen. Jetzt Gratis-Report 'Fintech-Revolution' herunterladen
Auch die traditionellen Banken laufen Sturm. Der American Bankers Association zufolge könnten schwach regulierte Fintechs Risiken ins System tragen. Die Fed hat den regionalen Notenbanken daher geraten, bis Dezember 2026 keine Entscheidungen über neue Tier-3-Anträge zu treffen.
Wer profitiert?
Branchenbeobachter sehen Firmen wie Ripple, Anchorage Digital und Wise als mögliche Hauptnutznießer. Sie hatten bereits zuvor erweiterten Zugang zu den Zahlungssystemen gefordert.
Die Fed sucht nun öffentliche Kommentare zum Vorschlag. Im Gespräch sind Obergrenzen für Übernachtguthaben – bisher diskutiert: der kleinere Betrag von 500 Millionen Dollar oder zehn Prozent der Gesamtaktiva. Ausgeschlossen bleiben soll der Automated Clearing House (FedACH).
Bis Mitte September 2026 muss die Fed dem Weißen Haus Bericht erstatten. Der Bericht soll rechtliche Hindernisse auflisten und Optionen für Gesetzesänderungen vorschlagen. Ein operativer Start des neuen Rahmens wird für das vierte Quartal 2026 erwartet.
Die entscheidende Frage: Werden die „Skinny Accounts" den Bedarf der Branche decken – oder bleiben sie zu beschränkt für große Finanzoperationen? Die Antwort wird die Grenzen des US-Bankensystems neu definieren.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
