Fermentierte, Lebensmittel

Fermentierte Lebensmittel: Propionsäure steigert Immunzellen um 30%

07.06.2026 - 18:11:46 | boerse-global.de

Studien belegen positive Effekte von Propionsäure auf Immunzellen bei MS. Der globale Markt für fermentierte Produkte wächst rasant.

Fermentierte Lebensmittel: Sauerkraut und Kimchi im Höhenflug
Fermentierte - Eine Nahaufnahme einer Schale mit leuchtend rotem Kimchi, umgeben von verschwommenen Gläsern mit Sauerkraut und Kefir. 07.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

boomen. Der globale Markt für fermentierte Lebensmittel wächst rasant – angetrieben von neuen Studien zur Darmgesundheit.

Propionsäure stärkt Immunzellen bei MS

Forscher haben einen direkten Zusammenhang zwischen fermentierten Lebensmitteln und dem Immunsystem nachgewiesen. Propionsäure, die etwa von Bifidobakterien produziert wird, kann die Abwehrzellen bei Multipler Sklerose um 30 Prozent steigern. Diese Bakterien stecken in Joghurt, Kefir, aber auch in nicht pasteurisiertem Sauerkraut und Kimchi.

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Die Medizinische Universität Graz untersucht parallel die Verbindung zwischen Darmflora und Krebs. Bei Darmkrebs-Patienten fanden die Forscher vermehrt das Archaeon Methanobrevibacter smithii. Die Universität Zürich wiederum zeigte: Die Fermentation traditioneller Getreidesorten wie Teff fördert die mikrobielle Vielfalt im Darm.

Sauerkraut-Exporte boomen in die USA

Der Markt für fermentierte Produkte wächst rasant. Schätzungen zufolge steigt das Volumen von 12,9 Milliarden US-Dollar (2025) auf 16,7 Milliarden US-Dollar bis 2030 – ein jährliches Plus von 5,5 Prozent.

Besonders die USA entdecken deutsches Sauerkraut. Der Hersteller Hengstenberg aus Esslingen verzeichnet plötzlich zahlreiche Direktanfragen aus dem US-Markt. Der Hintergrund: wachsendes Gesundheitsbewusstsein. In Baden-Württemberg wurden 2025 knapp 44.000 Tonnen Weißkohl geerntet. Bereits 2024 exportierte die Region 2.773 Tonnen Sauerkraut – sieben Prozent davon in die USA.

Fibermaxxing: Der neue Trend gegen das Ballaststoff-Defizit

Rund 70 Prozent aller Immunzellen sitzen im Darm. Ballaststoffe dienen als Nahrung für nützliche Bakterien. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt mindestens 30 Gramm täglich. Die Realität sieht anders aus: Frauen erreichen im Schnitt nur 18 Gramm, Männer 19 Gramm.

Der Trend „Fibermaxxing“ setzt genau hier an. Ziel ist es, durch gezielten Konsum ballaststoffreicher Lebensmittel das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes zu senken.

Skyr vs. Magerquark: Wer liefert mehr?

Bei fermentierten Milchprodukten stehen Skyr und Magerquark hoch im Kurs. Skyr punktet mit 150 mg Calcium pro 100 Gramm, Magerquark mit 13 Gramm Eiweiß. Beide unterstützen durch die Fermentation die Darmflora. Die DGE empfiehlt Sportlern 1,2 bis 2,0 Gramm Protein pro Kilo Körpergewicht.

Vorsicht bei der Umstellung

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Die Umstellung auf probiotikareiche Kost kann Nebenwirkungen haben. Blähungen, Völlegefühl und Magen-Darm-Schmerzen sind typische Begleiterscheinungen – besonders bei zu schneller Steigerung.

Fachleute raten: Bei 10 bis 20 Milliarden koloniebildenden Einheiten (KBE) sollte man die Einnahme stoppen, wenn die Nebenwirkungen länger als zwei Wochen anhalten.

Besondere Vorsicht gilt für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, schweren Grunderkrankungen oder einer bakteriellen Fehlbesiedlung des Dünndarms (SIBO). Für die allgemeine Darmgesundheit empfehlen Experten eine Kombination aus Probiotika und Präbiotika – etwa aus Zwiebeln, Knoblauch oder Spargel.

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