GeDIG-Gesetz beschlossen: FaxgerÀte weg, 445 Millionen Euro gespart
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 09:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Mehrere Kontinente setzen gleichzeitig auf neue Gesetze und Technologien, um Papier und FaxgerÀte aus den Praxen zu verbannen.
Deutschland: GeDIG-Gesetz bringt Milliarden-Entlastung
Der Bundestag hat am 15. Juli 2026 das GeDIG-Gesetz verabschiedet â ein Meilenstein fĂŒr die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens. KernstĂŒck ist die Abschaffung des FaxgerĂ€ts bis Herbst 2029. Stattdessen sollen Praxen und Kliniken auf den KIM-Standard (Kommunikation im Medizinwesen) umsteigen. Die Regierung erwartet dadurch jĂ€hrliche Einsparungen von rund 445 Millionen Euro.
Die elektronische Patientenakte (ePA) wird ausgebaut: KĂŒnftig finden sich dort auch digitale Impfausweise und Erinnerungen an Vorsorgeuntersuchungen. Ab dem 1. September 2029 mĂŒssen zudem alle Ăberweisungen elektronisch erfolgen. Apotheken profitieren von einer VerlĂ€ngerung der GĂŒltigkeit von E-Rezept-Tokens â von drei auf sieben Tage. Bereits am 15. Juli startete eine Pilotphase fĂŒr den elektronischen Medikationsplan (eMP).
Schon Anfang Juli trat eine weitere Neuerung in Kraft: Arztpraxen dĂŒrfen nun E-Rezepte direkt an Pflegeheime schicken. Die Regelung gilt bis Ende 2028 und soll die Medikamentenlogistik fĂŒr PflegebedĂŒrftige vereinfachen. Bis Januar 2029 mĂŒssen alle Heime an den speziellen E-Rezept-Dienst angebunden sein.
USA: KI-Assistenten und Roboter-Apotheken
In den Vereinigten Staaten setzen private Anbieter zunehmend auf KĂŒnstliche Intelligenz. CVS Health startete am 16. Juli 2026 den KI-Assistenten Health100, entwickelt mit Google Cloud. Die Plattform verknĂŒpft Versicherungsdaten, Apothekendienste und Ărzte â rund um die Uhr. ZunĂ€chst lĂ€uft das System in einer Testgruppe, spĂ€ter im Jahr soll es ausgeweitet werden.
Die rasante Integration von KI im Gesundheitswesen bringt neue rechtliche Pflichten mit sich, die Unternehmen jetzt kennen mĂŒssen. Dieser kostenlose Report klĂ€rt auf, welche Anforderungen die EU-KI-Verordnung stellt und wie Sie Ihre Systeme rechtssicher dokumentieren. EU AI Act Umsetzungsleitfaden kostenlos herunterladen
Noch einen Schritt weiter geht ein Pilotprojekt in Utah: Dort darf ein KI-Chatbot seit dem 15. Juli 2026 selbststĂ€ndig Rezepte verlĂ€ngern. Zwar ĂŒberwachen noch menschliche Ărzte die VorgĂ€nge, doch langfristig soll die Kontrolle entfallen. Die American Medical Association und mehrere Bundesstaaten reagieren zurĂŒckhaltend â sie haben KI bereits fĂŒr Diagnosen und Behandlungen psychischer Erkrankungen verboten.
Amazon Pharmacy baut sein GeschĂ€ft weiter aus: Eine Partnerschaft mit eNavvi ermöglicht seit dem 15. Juli 2026 Echtzeit-Preisvergleiche und Lieferung am selben Tag in rund 3.000 US-StĂ€dten. Ziel sind 4.500 StĂ€dte bis Jahresende. Einen Tag spĂ€ter feierte die Firma Queue Premiere: Ihre vollautomatische Roboter-Apotheke gibt 250 gĂ€ngige Medikamente aus und prĂŒft sie. Die Betreiber versprechen Kostensenkungen um 96 Prozent.
Ghana und Estland: Sicherheit und grenzĂŒberschreitende Hilfe
Auch in Afrika und Osteuropa tut sich etwas. Der ghanaische Ărzterat fĂŒhrte am 15. Juli 2026 ein QR-Code-System ein. Pflichtausweise und Stempel mit QR-Codes verweisen direkt auf das Berufsregister â so sollen gefĂ€lschte Rezepte und illegale Praktiken unterbunden werden. Die Krankenversicherung will kĂŒnftig nur noch geprĂŒfte Rezepte erstatten.
In der Ukraine testen seit dem 16. Juli 2026 rund 4.000 Ărzte eine digitale Medikamenten-Interaktionsplattform aus Estland. Das System gleicht E-Rezepte mit dem nationalen Arzneimittelregister ab und warnt vor gefĂ€hrlichen Wechselwirkungen. Das Projekt wird mit 117.000 Euro von der estnischen Entwicklungsagentur ESTDEV gefördert. Ziel ist die Abdeckung von zehn Millionen Patienten.
Ob KI-Integration oder digitaler Datenaustausch â moderne Technologien im Gesundheitssektor erfordern ein HöchstmaĂ an IT-Sicherheit. Erfahren Sie in diesem Gratis-E-Book, wie Sie aktuelle Bedrohungen abwenden und gesetzliche Anforderungen ohne hohe Investitionen erfĂŒllen. Kostenloses Cyber-Security E-Book sichern
Bangladesch stellte am 16. Juli 2026 einen digitalen Fahrplan fĂŒr sein Gesundheitswesen vor. Geplant sind unter anderem E-Health-Karten und KI-Integration in der Grundversorgung. Die Strategie entstand nach fast zwei Jahren Expertenberatung.
GroĂbritannien: Datenschutz-Sorgen bei E-Rezepten
Die zunehmende Digitalisierung wirft auch Fragen auf. In GroĂbritannien beobachtet die Apothekenaufsicht seit MĂ€rz 2026 unautorisierte Ănderungen an E-Rezept-Zuweisungen. Offenbar Ă€nderten automatisierte Funktionen die Apothekenwahl der Patienten ohne deren Zustimmung. Der NHS forderte die Abschaltung solcher Funktionen, um insbesondere schutzbedĂŒrftige Patienten zu schĂŒtzen. ApothekerverbĂ€nde berichten von erheblichem Mehraufwand und Sicherheitsbedenken.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Ănderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.
