Gehirngesundheit: Essensfenster vor 18 Uhr verbessert GedÀchtnis
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 15:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Begrenztes Essensfenster könnte mehr als nur beim Abnehmen helfen. Eine Pilotstudie der Rutgers University deutet auf positive Effekte fĂŒr die Gehirngesundheit hin â zumindest bei Ă€lteren Frauen.
8,2 Stunden statt 12: Das passierte im Test
Die Forscher um Sue Shapses beobachteten 47 postmenopausale Frauen zwischen 50 und 79 Jahren, die als ĂŒbergewichtig oder fettleibig galten. Sechs Monate lang reduzierten alle Teilnehmerinnen ihre Kalorienzufuhr um etwa 500 Kalorien pro Tag. Der entscheidende Unterschied: die zeitliche Verteilung der Mahlzeiten.
WĂ€hrend eine Kontrollgruppe ĂŒber rund 12 Stunden am Tag aĂ, begrenzte die Testgruppe ihr Essensfenster auf durchschnittlich 8,2 Stunden â meist zwischen 10:00 und 18:00 Uhr. Beide Gruppen nahmen Ă€hnlich stark ab: rund sieben Kilogramm. Die zeitliche BeschrĂ€nkung allein brachte also keinen zusĂ€tzlichen Abnehm-Effekt gegenĂŒber herkömmlicher Kalorienreduktion.
Kognitive Vorteile trotz gleichem Gewichtsverlust
Die eigentlichen Unterschiede zeigten sich bei kognitiven Tests. Die Ergebnisse, vorgestellt auf der Konferenz der American Society for Nutrition in Maryland, offenbaren Vorteile fĂŒr die Gruppe mit dem kurzen Essensfenster. Wer seine Mahlzeiten vor 18:00 Uhr beendete, schnitt besser ab:
- Exekutive Funktionen: Verbesserungen bei Problemlösung und rÀumlicher Planung
- Lernen und GedÀchtnis: Weniger Fehler in Tests, wobei nicht alle Werte statistische Signifikanz erreichten
- UnverÀndert: Reaktionszeit und Multitasking-FÀhigkeit zeigten keine Unterschiede
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Studienleiterin Sue Shapses betonte, die Reduzierung des Zeitfensters sei ein Indikator fĂŒr die kognitiven Verbesserungen gewesen. Besonders der Abruf von Informationen und die Fehlerquote hĂ€tten sich positiv entwickelt.
Was steckt dahinter?
Fachleute mahnen zur Vorsicht: Es handelt sich um eine Pilotstudie, deren Ergebnisse zunĂ€chst auf einer Konferenz prĂ€sentiert wurden. Eine Professorin des Kingâs College London fordert weitere Forschung, um die zugrunde liegenden Mechanismen zu verstehen. Vermutet werden ZusammenhĂ€nge mit dem zirkadianen Rhythmus, reduzierten EntzĂŒndungsprozessen oder StoffwechselverĂ€nderungen.
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Eine praktische Empfehlung lĂ€sst sich dennoch ableiten: Die Forscher raten, die letzte Mahlzeit drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen zu beenden. Das Essensfenster von 10:00 bis 18:00 Uhr zeigte bei den Probandinnen die stĂ€rksten Effekte. Ob diese ErnĂ€hrungsweise langfristig gegen kognitiven Abbau und Demenzrisiken helfen kann, mĂŒssen kĂŒnftige Studien mit breiteren Bevölkerungsgruppen klĂ€ren.
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