Gehpausen, Minuten

Gehpausen: Fünf Minuten pro Stunde heben Stimmung und Konzentration

27.06.2026 - 13:39:09 | boerse-global.de

Manager leiden unter Zeitnot und Reizüberflutung. Psychologische Barrieren und ignorierte Biorhythmen verschärfen die Belastung im Arbeitsalltag.

Führungskräfte im Stress: Digitale Überlastung und innere Blockaden
Gehpausen - Ein gestresster Geschäftsmann sitzt am Schreibtisch, den Kopf in den Händen, umgeben von verschwommenen digitalen Geräten. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neben äußeren Faktoren spielen psychologische Barrieren und ignorierte biologische Rhythmen eine entscheidende Rolle.

Die unbewusste Selbstblockade

Viele Manager sagen, sie hätten keine Zeit für sich selbst. Performance-Coach Ingo R. Schürkötter sieht darin oft einen Schutzmechanismus. Bereits 1978 beschrieben die Psychologen Steven Berglas und Edward Jones dieses Phänomen: Menschen konstruieren unbewusst Hindernisse, um Scheitern auf äußere Umstände schieben zu können.

Die vermeintliche Zeitnot dient als Alibi. Sie verhindert, dass sich Führungskräfte mit grundlegenden Problemen der Selbstführung auseinandersetzen. Langfristig führt das zu erheblichem mentalem und körperlichem Verschleiß.

Dauerstress killt die Konzentration

Die ständige Erreichbarkeit verschärft das Problem. Präventologe Markus Kamps zufolge nutzen über 80 Prozent der Deutschen stündlich ihr Smartphone. Die Reizüberflutung führt zu innerer Unruhe, Schlafproblemen und Konzentrationsschwäche.

Anzeige

Fachliche Exzellenz allein reicht oft nicht aus, um den täglichen Druck und die Erwartungen im Team souverän zu meistern. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen die psychologischen Werkzeuge, mit denen wirksame Führungskräfte echtes Vertrauen aufbauen und die Motivation stärken. Psychologische Grundlagen für wirksame Führung kostenlos herunterladen

Die Dopamin-Belohnungssysteme digitaler Medien lassen die Tiefenkonzentration schleichend verkümmern, warnt Lea Feder, Gründerin von JETZT Performance. Chronischer Stress erhöht die Cortisol-Ausschüttung – mit negativen Folgen für Kreativität und Gesundheit.

Warum starre Arbeitszeiten schaden

Das Konzept des „Chronoworking" gewinnt an Bedeutung. Nur etwa 20 Prozent der Menschen sind Frühaufsteher. Starre Kernzeiten von 9 bis 17 Uhr ignorieren den individuellen Biorhythmus der meisten Beschäftigten.

Eine japanische Studie mit über 8.000 Büroangestellten belegte Leistungseinbußen bei Spättypen, die gegen ihre innere Uhr arbeiten müssen. Die bayerische Klinik Wartenberg testet bereits angepasste Dienstpläne.

Was Spitzenmanager wirklich hilft

Trotz wirtschaftlichen Drucks setzen Top-Manager auf gezielte Entlastungsstrategien. Eon-Chef Leonhard Birnbaum schwört auf feste Routinen wie das Lesen von Vorstandsmappen am Sonntagmorgen. Christina Puello von Deutsche Dienstrad nutzt KI zur administrativen Entlastung.

Anzeige

Wer im Hamsterrad aus Terminen und digitaler Reizflut feststeckt, benötigt mehr als nur gute Vorsätze für eine bessere Work-Life-Balance. Mit diesen 5 Sofortmaßnahmen gewinnen Sie spürbar mehr Ausgeglichenheit und Zeit für das Wesentliche zurück. Gratis-E-Book: Stressfrei produktiv im Berufsalltag

Hirnforscher Volker Busch betont: Resilienz ist trainierbar, keine statische Eigenschaft. Eine aktuelle Studie im British Journal of Sports Medicine zeigt, dass bereits fünfminütige Gehpausen pro Stunde die Müdigkeit senken und die Stimmung heben.

Digitale Auszeiten – durch Buchclubs oder bewusstes „Nichtstun" im Urlaub – werden von Experten als notwendiger Ausgleich empfohlen. Der Gallup Engagement Index 2025 zeigt, warum Handlungsbedarf besteht: Nur jeder zehnte Beschäftigte hat eine hohe emotionale Bindung an sein Unternehmen.

de | wissenschaft | 69640080 |