Gehpausen, Minuten

Gehpausen: Fünf Minuten pro Stunde senken Müdigkeit deutlich

26.06.2026 - 19:27:33 | boerse-global.de

Studien belegen positive Effekte von Bewegung auf Gehirn und Psyche. Von Yoga und Jonglieren bis zu kurzen Gehpausen im Büro.

Bewegung als Booster: Wie Sport die mentale Leistung steigert
Gehpausen - Eine Person in einer Yoga-Pose, umgeben von drei schwebenden Jonglierbällen, die Achtsamkeit und Bewegung symbolisieren. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Forschung zeigt zunehmend, wie körperliche Aktivität gezielt die mentale Leistungsfähigkeit steigert.

Die Synergie von Jonglieren und Yoga

Ein vielversprechender Ansatz verbindet Yoga-Elemente mit Jonglierübungen. Das Konzept „Ballance-Yoga“ von Stephan Ehlers basiert auf einer einfachen Erkenntnis: Jonglieren schult nicht nur die Hand-Auge-Koordination, sondern fördert auch Aufmerksamkeit und neuronale Vernetzung im Gehirn.

Die fließenden Bewegungen des Yoga und die rhythmische Konzentration beim Jonglieren ergänzen sich perfekt. Workshops vermitteln, wie diese Kombination zur kognitiven Stärkung beiträgt. Ein Aktionstag in Würzburg im Juni 2026 bot dazu praktische Einheiten zu Kraft, Balance und Vertrauen – in Kooperation von Hochschulsport, AOK Bayern und lokalen Yoga-Instituten.

Sport als Therapie bei ADHS

Doch Bewegung kann noch mehr. Der Münchener Psychiater Johannes Hennings erklärte am 23. Juni 2026: Sport unterstützt die Plastizität der Nervenzellen, indem er den Wachstumsfaktor BDNF fördert.

Für Betroffene empfehlen Experten eine tägliche Routine von etwa 20 Minuten. Besonders effektiv sind Sportarten, die Ausdauer, Kraft, Gleichgewicht und Koordination kombinieren – etwa Yoga, Klettern oder Mountainbiken. Regelmäßige Bewegung reduziert Stress und verbessert die Selbstregulation. Allerdings warnen Fachleute vor suchtartigen Tendenzen im Extremsport.

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Neue Wege bei Depressionen

Auch die klinische Forschung liefert neue Erkenntnisse. Eine 2026 in Frontiers in Psychiatry veröffentlichte Studie belegte die Wirksamkeit eines speziellen Gesichtstrainings (FaReWell Depression). Bei 49 Patienten mit leichter bis mittelschwerer Depression verringerte ein sechswöchiges Training die Symptomschwere signifikant.

Noch überraschender sind Ergebnisse aus Lübeck. Eine Studie der Universitätsklinik Schleswig-Holstein, erschienen am 16. Juni 2026 in Cell Reports Medicine, zeigte: Die Gabe von zwei mittleren bis hohen Dosen LSD führte zu strukturellen Veränderungen in der weißen Substanz des Gehirns. Die depressive Symptomatik besserte sich über zwölf Wochen.

Stressprävention in Schule und Büro

Im Bildungssektor wird ebenfalls umgedacht. Die Christiane Schuhmann Stiftung forderte im Juni 2026 die Berliner Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch auf, die Transzendentale Meditation an Schulen zu prüfen. Hintergrund: Das Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer zeigt, dass mehr als die Hälfte der Lehrkräfte Gewalt als erhebliches Problem wahrnimmt.

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Auch im Büroalltag helfen kleine Veränderungen. Eine 2026 im British Journal of Sports Medicine veröffentlichte Studie mit über 11.000 Teilnehmern ergab: Bereits fünfminütige Geh-Pausen pro Stunde senken die Müdigkeit deutlich und heben die Stimmung.

Die Relevanz des Themas unterstrich das 11. Präventionsforum der Nationalen Präventionskonferenz am 23. Juni 2026 in Berlin. Fachleute diskutierten dort über Technostress und Digitalisierung – psychische Störungen waren 2024 bereits die dritthäufigste Ursache für Fehlzeiten.

de | wissenschaft | 69635136 |