Gewichtsabnahme, MĂ€nner

Gewichtsabnahme: MĂ€nner und Frauen unterscheiden sich um 7 Prozent Muskelmasse

15.06.2026 - 14:28:01 | boerse-global.de

Studien zeigen: MÀnner und Frauen reagieren unterschiedlich auf DiÀten. Ursachen sind Muskelmasse, Hormone und die Darmflora.

Geschlechterunterschiede beim Abnehmen: Muskeln, Hormone und Darmflora
Gewichtsabnahme - Eine grafische Darstellung von Geschlechtsunterschieden beim Abnehmen, mit abstrakten Datenpunkten und Körpersilhouetten fĂŒr Mann und Frau. 15.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Aktuelle Forschung zeigt: Pauschale ErnÀhrungsansÀtze ignorieren oft die individuellen Voraussetzungen von MÀnnern und Frauen.

Muskelmasse macht den Unterschied

Ein wesentlicher Grund liegt in der Körperzusammensetzung. Laut einer MRT-Studie im Journal of Applied Physiology haben MÀnner durchschnittlich 38 Prozent Muskelmasse, Frauen nur 31 Prozent. Da Muskelgewebe auch im Ruhezustand mehr Energie verbrennt als Fett, erzielen MÀnner bei identischen ErnÀhrungsumstellungen oft schnellere Erfolge.

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Hormonelle Faktoren beeinflussen zudem die Fettspeicherung. Östrogen fördert bei Frauen die Einlagerung an HĂŒfte, GesĂ€ĂŸ und Oberschenkeln – eine sogenannte gynoide Verteilung. Das erschwert gleichzeitig den Abbau dieser Depots. Mit sinkendem Östrogenspiegel nach den Wechseljahren verschiebt sich die fetteinlagerung hĂ€ufiger in den Bauchraum. Progesteron in der zweiten ZyklushĂ€lfte fĂŒhrt bei vielen Frauen zu Wassereinlagerungen, die das Gewicht kurzzeitig um bis zu zwei Kilo erhöhen können.

Die Darmflora als heimlicher Regisseur

Auch die Zusammensetzung der Darmflora spielt eine entscheidende Rolle. Eine NIH-Studie aus 2011 deutete darauf hin: Steigt der Anteil bestimmter BakterienstÀmme (Firmicutes) um 20 Prozent, nimmt der Körper tÀglich etwa 150 Kalorien mehr aus der Nahrung auf.

Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung empfiehlt mindestens 30 Gramm Ballaststoffe tĂ€glich. Die RealitĂ€t sieht anders aus: Frauen erreichen im Schnitt nur 18 Gramm, MĂ€nner 19 Gramm. Das American Gut Project rĂ€t zudem zu mehr als 30 verschiedenen Pflanzenarten pro Woche und fermentierten Lebensmitteln.

Fruchtzucker tÀuscht das Gehirn

Nicht nur das Geschlecht, auch die Kohlenhydratart bestimmt das SĂ€ttigungsgefĂŒhl. Eine Studie des Monell Chemical Senses Center, veröffentlicht am 10. Juni in Neuron, untersuchte die Signalwege zwischen Darm und Gehirn. Ergebnis: Fruktose sendet ein deutlich schwĂ€cheres SĂ€ttigungssignal aus als Glukose.

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In Tierversuchen unterdrĂŒckte Glukose die sogenannten AgRP-Hunger-Neuronen stark. Fruktose hemmte sie nur geringfĂŒgig – trotz AusschĂŒttung des Hormons PYY. Überraschend: Maissirup mit hohem Fruktosegehalt (HFCS) hemmte die Neuronen stĂ€rker als reine Fruktose. Das könnte erklĂ€ren, warum mit HFCS gesĂŒĂŸte Lebensmittel so attraktiv wirken.

Druck von außen: Wenn das Label die Figur diktiert

Neben biologischen Fakten zeigt ein Blick in die Unterhaltungsbranche den anhaltenden Druck zur Gewichtsoptimierung. SĂ€ngerin Jessica Simpson thematisierte Mitte Juni bei einem Konzert die Forderungen ihres Plattenlabels. Mit 17 Jahren wog sie 52 Kilo – und sollte weitere sieben Kilo abnehmen, um mit Kolleginnen mithalten zu können.

Die Industrie forderte definierte Bauchmuskeln fĂŒr bestimmte Albumveröffentlichungen. Der psychische Druck war enorm. Nach lĂ€ngerer Pause veröffentlichte Simpson erst 2025 mit Nashville Canyon wieder neues Material. Ähnliche Disziplin verlangen sportliche Extremleistungen – ob beim 18-jĂ€hrigen Bodybuilder Luis, der ohne Hilfsmittel fĂŒr Meisterschaften trainiert, oder beim neuen Weltrekord im Wingfoiling durch Malik Humeida im Juni 2026.

de | wissenschaft | 69544470 |