GPT-4.5 entfernt: OpenAI stellt Modell Ende Juni ein
27.06.2026 - 17:35:46 | boerse-global.de
OpenAI hat GPT-4.5 aus ChatGPT und den maßgeschneiderten GPT-Angeboten entfernt. Der Konzern bestätigte die Einstellung des Modells Ende Juni 2026 und begründete den Schritt mit geringer Nutzung durch die Anwender. Bereits im Februar waren andere GPT-4-Varianten wie GPT-4o und GPT-4.1 eingestellt worden.
Abschied von o3 im August
Auch das auf logisches Denken spezialisierte Modell o3 steht vor dem Aus. Es soll am 26. August 2026 vom Netz gehen – nach einer 90-tägigen Übergangsfrist, die Nutzern die Migration auf neuere Systeme ermöglicht. In sozialen Netzwerken wurde GPT-4.5 zuvor von manchen als überlegen für Schreibaufgaben gelobt, o3 galt als Meilenstein für reine Denkprozesse. OpenAI verlagert seine Infrastruktur nun konsequent auf die nächste Generation künstlicher Intelligenz.
GPT-5.6-Serie unter staatlicher Aufsicht
Die Ablösung der GPT-4-Familie fällt mit der Vorstellung der GPT-5.6-Serie zusammen. Dazu gehören die Modelle Sol, Terra und Luna. Am 26. Juni 2026 präsentierte OpenAI diese neuen Systeme einem exklusiven Kreis von rund 20 Partnern. Die eingeschränkte Freigabe erfolgte auf Wunsch der US-Regierung. Die Trump-Administration verlangt eine individuelle Genehmigung durch das Nationale Cyber-Sicherheitsbüro (ONCD), das Amt für Wissenschafts- und Technologiepolitik (OSTP) sowie das Handelsministerium.
Das Flaggschiff GPT-5.6 Sol bietet neue Betriebsmodi – darunter eine aufwändige Denkfähigkeit und einen Ultra-Modus mit Unteragenten. Während der Entwicklung investierte OpenAI Berichten zufolge 700.000 A100-äquivalente GPU-Stunden in automatisiertes Red-Teaming, um die Sicherheit zu gewährleisten. Das Unternehmen betont, dass das Modell zwar neue Maßstäbe in technischen und genetischen Forschungstests setze, aber nicht die kritische Schwelle für autonome Cyber-Bedrohungen überschreite.
Während die Entwicklung von KI-Modellen wie GPT-5.6 Sol neue technische Maßstäbe setzt, bleibt die praktische Anwendung im Alltag für viele Nutzer oft ein Rätsel. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie künstliche Intelligenz bereits heute effektiv für Ihre Aufgaben nutzen können. Urlaub planen, Sprachen lernen, Zeit sparen: So erledigt ChatGPT Ihre Alltagsaufgaben in Sekunden
OpenAI kritisiert Zugangsbeschränkungen
Trotz der Einhaltung der aktuellen Auflagen äußerte das OpenAI-Management am 26. Juni 2026 deutliche Kritik an den verpflichtenden Zugangskontrollen. Das Unternehmen warnte vor einem gefährlichen Präzedenzfall für die gesamte Branche. Entwickler, Unternehmen und Cybersicherheitsexperten könnten von notwendigen Werkzeugen abgeschnitten werden. OpenAI betonte, dass man die Anforderungen der Regierung für eine geprüfte Freigabe zwar erfülle, diese Einschränkungen aber nicht zum dauerhaften Standard für KI-Verteilung werden dürften.
Die Debatte über nationale Kontrollen fällt in eine Phase sich verschiebender Kräfteverhältnisse. Während US-Firmen zunehmend reguliert werden – Anthropic setzte am 12. Juni seine Modelle Fable 5 und Mythos 5 weltweit aus – bringen chinesische Entwickler aktiv Modelle wie GLM 5.2 und Qwen 3.7 als Open-Weight-Varianten auf den Markt. Im Mai 2026 erreichten chinesische Modelle bereits mehr als 60 Prozent der API-Nutzung auf der OpenRouter-Plattform.
Die rasanten technologischen Sprünge bei KI-Systemen bringen nicht nur Vorteile, sondern auch neue regulatorische Anforderungen für Unternehmen mit sich. Ein kostenloser Report klärt darüber auf, welche Pflichten durch die aktuelle EU-KI-Verordnung auf Sie zukommen und welche Risikoklassen Sie kennen müssen. Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko – und was müssen Unternehmen jetzt konkret tun?
Marktbewegungen und Personalwechsel
Der gesamte KI-Sektor erlebt angesichts dieser technologischen Umbrüche erhebliche Turbulenzen. Alphabet verlor nach dem Abgang von vier Spitzenforschern aus der DeepMind-Abteilung 269 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung. Einer der Forscher, Noam Shazeer, wechselte zu OpenAI. Die anderen – John Jumper, Jonas Adler und Alexander Pritzel – gingen zu Anthropic.
Dessen Bewertung stieg unterdessen auf 965 Milliarden Dollar, gestützt durch Umsatzwachstum nach der Veröffentlichung von Claude Code. OpenAI erwägt eigenen Angaben zufolge Preisanpassungen, um gegenüber Anthropic wettbewerbsfähig zu bleiben – auch mit Blick auf einen möglichen Börsengang. GPT-5.6 ist derzeit auf staatlich geprüfte Partner beschränkt, OpenAI rechnet jedoch in den kommenden Wochen mit einer allgemeinen Verfügbarkeit.
