Großbritannien, Pilotphase

Großbritannien startet Pilotphase für autonome Taxis und Busse

22.05.2026 - 15:12:29 | boerse-global.de

Die britische Regierung eröffnet das Bewerbungsverfahren für fahrerlose Personenbeförderungsdienste und treibt die Kommerzialisierung autonomer Fahrzeuge voran.

Großbritannien startet Pilotphase für autonome Taxis und Busse - Foto: über boerse-global.de
Großbritannien startet Pilotphase für autonome Taxis und Busse - Foto: über boerse-global.de

Die britische Regierung hat am heutigen Freitag das Bewerbungsverfahren für den kommerziellen Betrieb selbstfahrender Taxis und Busse eröffnet. Damit wird das „Automated Vehicles (AV) Act 2024“ erstmals in die Praxis umgesetzt.

Neues Zulassungsverfahren für fahrerlose Dienste

Das offiziell als Automated Passenger Services (APS) bezeichnete Pilotprogramm schafft einen strukturierten Weg für Technologieentwickler und Verkehrsbetriebe, Personenbeförderungsdienste ohne Sicherheitsfahrer anzubieten. Die Idee dahinter: Autonome Fahrzeuge sollen schrittweise in das bestehende öffentliche Verkehrsnetz integriert werden, während gleichzeitig die nötigen Sicherheits- und Wirtschaftlichkeitsnachweise für einen landesweiten Rollout erbracht werden.

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Das Verfahren folgt auf eine Reihe gesetzlicher Meilensteine aus dem Frühjahr 2026. Ende April legte die Regierung die entsprechende Rechtsverordnung vor, die den spezifischen Lizenzierungsweg für diese Betriebe festlegt. Eine bemerkenswerte Änderung betrifft die Datentransparenz: Betreiber müssen künftig auch nicht-sicherheitsrelevante Informationen an Rettungsdienste weitergeben, um im Ernstfall reibungslose Abläufe zu gewährleisten.

Die Zulassung erfolgt mehrstufig unter Aufsicht des Verkehrsministeriums (DfT) und des Centre for Connected and Autonomous Vehicles (CCAV). Erforderlich ist unter anderem eine Vehicle Special Order (VSO) der Fahrzeugzertifizierungsbehörde, die autonome Fahrzeuge von bestimmten Bau- und Nutzungsvorschriften befreit – etwa der Pflicht, stets einen Fahrer an Bord zu haben. Hinzu kommen Nachweise über organisatorische Kompetenz, finanzielle Stabilität und solide Notfallpläne. Für städtische Gebiete ist zudem die Zustimmung lokaler Behörden wie Transport for London (TfL) nötig.

Milliardenmarkt in Sicht

Branchenanalysten und Regierungsvertreter rechnen mit erheblichen wirtschaftlichen Impulsen. Der Verband der Automobilindustrie (SMMT) prognostiziert, dass der Markt für automatisierte Personendienste bis 2040 ein jährliches Volumen von umgerechnet rund 4,3 Milliarden Euro erreichen könnte. Die britische Regierung erwartet, dass der Sektor bis 2035 Milliarden zur Volkswirtschaft beiträgt und Tausende hochqualifizierte Arbeitsplätze schafft – in der Softwareentwicklung, Fahrzeugwartung und im Fernbetriebsmanagement.

Große Player haben bereits ihr Interesse angemeldet. Das britische Unternehmen Wayve, das seit fast einem Jahrzehnt an autonomer Technologie forscht, kündigte für Mai 2026 an, noch im laufenden Jahr beaufsichtigte Personenbeförderungen auf den Markt bringen zu wollen. Auch der US-Konzern Waymo signalisierte Interesse, seine batterieelektrischen Fahrzeuge in das Londoner Verkehrsnetz zu integrieren. Uber positioniert sich ebenfalls für autonome Fahrten und sieht das Pilotprogramm als entscheidenden Schritt zur Kommerzialisierung.

Sicherheit als oberstes Gebot

Im Zentrum der britischen Strategie steht die Verbesserung der Verkehrssicherheit. Das Verkehrsministerium weist darauf hin, dass menschliches Versagen bei 88 Prozent aller Unfälle auf britischen Straßen eine Rolle spielt. Die Pilotprojekte sollen nun reale Daten darüber liefern, wie autonome Systeme im komplexen Stadtverkehr navigieren und mit anderen Verkehrsteilnehmern interagieren.

Nach den im März 2026 veröffentlichten Richtlinien müssen alle automatisierten Systeme ein Sicherheitsniveau nachweisen, das mindestens dem eines kompetenten und aufmerksamen menschlichen Fahrers entspricht. Dieser Sicherheitsansatz wird durch strenge Cybersicherheitsprüfungen und Betriebsüberwachung untermauert.

Gesellschaftlicher Nutzen im Fokus

Über die Sicherheit hinaus betont die Regierung die gesellschaftlichen Vorteile autonomer Mobilität – insbesondere für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. Selbstfahrende Taxis und Busse könnten erhebliche Mobilitätsbarrieren abbauen und denen mehr Freiheit bieten, die selbst nicht fahren können. Um diese Vorteile sicherzustellen, plant die Regierung für die zweite Jahreshälfte 2026 die Einrichtung eines Beirats für Barrierefreiheit automatisierter Personendienste.

Von der Teststrecke zur kommerziellen Realität

Die aktuelle Pilotphase ist Teil eines umfassenderen Umsetzungsprogramms des AV Act 2024, dessen vollständiges Inkrafttreten für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen ist. Die Regierung rechnet damit, dass die ersten Fahrgastfahrten im Rahmen dieses Programms noch vor Ende 2026 stattfinden werden.

Begleitet wird die Entwicklung durch erhebliche finanzielle Unterstützung. Das CAM Pathfinder-Programm ist mit umgerechnet rund 175 Millionen Euro ausgestattet und finanziert bis 2030 Studien zur Markteinführung vernetzter und automatisierter Mobilitätsdienste.

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Branchenvertreter sehen den Start des Bewerbungsverfahrens als Wendepunkt: Das Vereinigte Königreich wandle sich vom Testgelände zum kommerziellen Marktplatz. Zwar bleiben Herausforderungen – insbesondere bei der Datenspeicherung und der Durchsetzung von Regeln im laufenden Betrieb. Doch die regulatorischen Grundlagen, die Anfang 2026 geschaffen wurden, zeichnen einen klaren Weg für die Integration von Robotik und Automatisierung in den Alltag der britischen Bevölkerung.

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