Waymo, Robotaxi-Betrieb

Waymo stoppt Robotaxi-Betrieb in vier US-Städten

22.05.2026 - 15:07:22 | boerse-global.de

Waymo pausiert Fahrbetrieb in mehreren Städten nach Überschwemmungen. Technische Defizite bei Extremwetter und Baustellen werden sichtbar.

Waymo stoppt Robotaxi-Betrieb in vier US-Städten - Foto: über boerse-global.de
Waymo stoppt Robotaxi-Betrieb in vier US-Städten - Foto: über boerse-global.de

Waymo setzt den Betrieb in Atlanta, San Antonio, Dallas und Houston aus – mehrere Fahrzeuge blieben in überfluteten Straßen stecken.

Die Entscheidung fiel am 21. und 22. Mai 2026, nachdem sintflutartige Regenfälle in Atlanta am 20. Mai zu Überschwemmungen geführt hatten. Einem Bericht zufolge saß ein Journalist der Atlanta Journal-Constitution in einem festsitzenden Waymo-Taxi fest und musste von Rettungskräften befreit werden. Der Nationale Wetterdienst hatte keine Vorwarnung für das konkrete Ereignis herausgegeben – das autonome System war auf sich allein gestellt.

Software-Grenzen bei Extremwetter

Das Unternehmen räumte ein, noch keine endgültige technische Lösung für die Erkennung und Vermeidung von tiefem stehendem Wasser zu haben. Dies ist besonders brisant, da Waymo erst kürzlich knapp 4.000 Fahrzeuge zurückrufen musste – wegen eines Softwarefehlers, der die Fahrzeuge genau in solche Gefahrenzonen lenkte.

Anzeige

Während Unternehmen wie Wayve Milliarden für die Weiterentwicklung autonomer Systeme einsammeln, stellt sich für Anleger die Frage, welche Firmen die technologische Basis beherrschen. Dieser neue Report analysiert die Gewinner der nächsten industriellen Revolution und zeigt, wo das große Geld in Robotik und KI gerade hinfließt. Gratis-Report über die KI-Revolution jetzt sichern

„Die aktuelle Pause ist nötig, um technische Verbesserungen zu integrieren und die Sicherheit der Fahrgäste bei extremen Wetterereignissen zu gewährleisten", so ein Waymo-Sprecher.

Das Problem liegt in der Natur der Sache: Während Sensoren statische Objekte und vorhersehbare Verkehrsmuster zuverlässig erkennen, stellt die dynamische Oberfläche von Flutwasser eine enorme Hürde für Computer-Vision- und LiDAR-Systeme dar. Sie können die Tiefe oder Sicherheit einer wasserbedeckten Fläche kaum bestimmen.

Autobahn-Betrieb eingestellt

Nicht nur das Wetter bereitet Waymo Probleme. Am 21. Mai stoppte das Unternehmen auch seinen Autobahnbetrieb in San Francisco, Los Angeles, Phoenix und Miami. Diese Hochgeschwindigkeitsrouten waren erst seit Ende 2025 für die Öffentlichkeit freigegeben.

Grund sind anhaltende Schwierigkeiten mit Baustellen. Ein am 19. Mai gefilmtes Video zeigt ein Waymo-Fahrzeug, das durch temporäre Absperrungen fährt – ein Vorfall, der bei Sicherheitsbehörden für Aufsehen sorgte. Das Unternehmen arbeitet nun an technischen Updates, um die wechselnden Spurkonfigurationen und unkonventionellen Beschilderungen auf Autobahnen besser zu bewältigen.

Die Pausen kommen zu einem Zeitpunkt erhöhter regulatorischer Aufmerksamkeit. Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) und das National Transportation Safety Board (NTSB) ermitteln derzeit zu mehreren Vorfällen mit autonomen Fahrzeugen, darunter eine Kollision in Santa Monica am 23. Januar 2026 und Berichte über gefährliches Verhalten in der Nähe von Schulbussen.

Tesla drängt nach vorne

Während Waymo zurückrudert, geben andere Hersteller Vollgas. Tesla hat seine Full Self-Driving (FSD) Supervised Software massiv ausgeweitet. Am 20. Mai wurde sie in Litauen verfügbar, einen Tag später folgte die Freigabe in China – ein Schritt, der im Zusammenhang mit dem hochkarätigen Staatsbesuch von Ex-US-Präsident Donald Trump steht.

Tesla meldete für das erste Quartal 2026 rund 1,3 Millionen FSD-Abonnenten. Das ehrgeizige Ziel: 10 Millionen bis 2035 – daran hängt das milliardenschwere Vergütungspaket von Elon Musk. Während Tesla in den meisten Regionen weiter auf ein beaufsichtigtes Modell setzt, testet das Unternehmen rund 50 unbemannte Robotaxis in Austin, Dallas und Houston.

Uber setzt auf Daten-Power

Ein anderer Ansatz kommt von Uber. Am 21. Mai startete der Fahrdienst-Vermittler sein „AV Lab"-Projekt. Ein Hyundai Ioniq 5 mit autonomen Sensoren, aber menschlichem Fahrer, soll bis Ende 2026 monatlich 2 Millionen Meilen an Fahrdaten sammeln. Diese Daten teilt Uber mit Partnern wie Wayve, WeRide und Nuro, um deren Systeme zu trainieren.

Ebenfalls am 21. Mai gaben Stellantis und das britische KI-Unternehmen Wayve eine strategische Partnerschaft bekannt. Wayves KI-Plattform soll in Stellantis' „STLA AutoDrive"-System integriert werden – Ziel ist ein Level 2++-Fahren ohne Hände für nordamerikanische Fahrzeuge ab 2028. Wayve, das kürzlich 1,2 Milliarden Dollar von Investoren wie Nvidia und Microsoft einsammelte, setzt auf neuronale Netze, die unabhängig von spezifischer Sensor- oder Chip-Hardware funktionieren.

Industrieroboter: Fortschritt im Kontrollierten

Die Herausforderungen im Straßenverkehr stehen im Kontrast zu Fortschritten in kontrollierten Industrieumgebungen. Boston Dynamics veröffentlichte am 21. Mai ein Video, in dem sein Atlas-Roboter schwere Haushaltsgeräte hebt und trägt – darunter einen 22,7 kg schweren Kühlschrank. Das Unternehmen nutzte Reinforcement Learning in der Simulation, um die perfekte Ganzkörperkoordination zu trainieren.

Anzeige

Die Fortschritte von Atlas verdeutlichen, dass Robotik und Industrie 4.0 bereits heute komplexe Aufgaben in kontrollierten Umgebungen übernehmen können. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Spezial-Bericht, welche vier Technologie-Sektoren vor einem massiven Tech-Comeback stehen. Den Tech-Comeback Report jetzt kostenlos herunterladen

Hyundai, der Mutterkonzern von Boston Dynamics, plant, bis 2028 rund 25.000 Atlas-Einheiten in seinen US-Produktionsstätten einzusetzen. Eine spezialisierte Aktuator-Fabrik mit einer Jahreskapazität von über 300.000 Einheiten wird bereits gebaut. Auch das britische Unternehmen Humanoid hat mit Bosch einen Produktionsvertrag für seinen HMND 01 geschlossen und will bis 2032 über 1.000 Einheiten bei Schaeffler-Weltweit einsetzen.

Doch Experten bleiben vorsichtig. Auf der IROS 2025-Konferenz glaubten rund 80 Prozent der Robotik-Experten, dass humanoide Roboter bis 2050 nicht die Mehrheit der Arbeitskräfte ersetzen werden. Die größten Hürden: technologische Grenzen bei Zuverlässigkeit und Sicherheit – genau die Probleme, die Waymos aktuelle Krise ausgelöst haben.

Ausblick: Konsolidierung statt Expansion

Die Ereignisse Ende Mai 2026 deuten auf eine Phase der Neukalibrierung hin. Während die Massenproduktion spezialisierter Hardware Fahrt aufnimmt – XPENG begann am 20. Mai in Guangzhou mit der Produktion seines ersten Robotaxis – bleibt die Software für „Grenzfälle" die große Herausforderung.

Waymos Entscheidung, den Betrieb zu pausieren, signalisiert eine Rückbesinnung auf konservativere Sicherheitsstandards. Der Wettbewerb der autonomen Systeme wird sich nun daran entscheiden, wer die chaotische Realität von Stadtstraßen und Autobahnen am besten beherrscht. Der Weg zur vollständig unbeaufsichtigten Autonomie bleibt ein Prozess aus inkrementellen Fortschritten – unterbrochen von notwendigen, sicherheitsgetriebenen Pausen.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69401818 |