Haferkleie: 30 Gramm täglich senken Cholesterin und Heißhunger
03.07.2026 - 22:39:14 | boerse-global.de
Die Randschichten des Hafers liefern mehr Ballaststoffe, Eiweiß und Mineralstoffe als klassische Haferflocken. Experten empfehlen 30 bis 40 Gramm täglich.
Die Hamburger Ernährungsexpertin Dr. Anne Fleck betont: Ein ausreichendes Frühstück beugt Heißhunger vor. Eine Studie aus 2022 belegt: Wer den Großteil der Kalorien am Morgen isst, hat weniger Hunger. Der Kalorienverbrauch nach dem Frühstück ist mehr als doppelt so hoch wie nach dem Abendessen.
Was Haferkleie besser macht
Pro 100 Gramm liefert Haferkleie 15 Gramm Eiweiß und 45 Gramm Kohlenhydrate. Dazu kommen Zink, Magnesium, Phosphor, Eisen sowie die Vitamine B1 und B6. Entscheidend sind die Beta-Glucane: Sie senken nachweislich den Cholesterinspiegel.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich. Die Realität sieht anders aus: Frauen kommen auf 18 Gramm, Männer auf 19 Gramm. Eine deutliche Unterversorgung.
„Fibermaxxing“: Der Ballaststoff-Trend aus dem Netz
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Auf TikTok und Instagram propagiert der Trend „Fibermaxxing“ die maximale Ballaststoffzufuhr. Im Fokus: Hülsenfrüchte wie Körnererbsen, Ackerbohnen, Süßlupinen und Sojabohnen. Ihre Mehle enthalten zwischen 10 und 36 Gramm Ballaststoffe und 23 bis 38 Gramm Protein pro 100 Gramm.
Stephan Arens von der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) betont die Bedeutung heimischer Eiweißpflanzen.
Brot ohne Mehl und Hefe
Ballaststoffreiche Backwaren kommen ganz ohne Mehl und Hefe aus. Das sogenannte „Wunderbrot“ besteht aus Saaten, Nüssen und Bindemitteln:
- Sonnenblumenkerne und Leinsamen
- Haselnüsse oder Mandeln
- Haferflocken oder Haferkleie
- Flohsamenschalen und Leinsamenmehl
Flohsamenschalen liefern Ballaststoffe und binden den Teig. Diese Brote sättigen besonders gut und fördern die Verdauung.
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Vorsicht bei der Umstellung
Der Ernährungsexperte Klaus Günther warnt: Ein zu schneller Wechsel auf extrem ballaststoffreiche Kost überfordert das Verdauungssystem. Wer „Fibermaxxing“ ausprobieren möchte, sollte die Menge schrittweise steigern.
Neben Ballaststoffen gewinnen natürliche Sättigungshormone an Bedeutung. Fachleute wie Martina Hohenlohe und Dr. Markus Metka zeigen: Bestimmte Rezepturen stimulieren das Hormon GLP-1, das die Sättigung reguliert.
Der Markt reagiert: Proteinreiche Schokodrinks ohne Zucker, Skyr-Zubereitungen und sogar kakaofreie Alternativen aus Trauben- und Sonnenblumenkernen sollen den ökologischen Fußabdruck reduzieren.
