Herbstmüdigkeit: Fünf Minuten Morgenlicht verschieben innere Uhr
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 01:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit dem Übergang in die Herbstsaison rückt ein Phänomen erneut in den Fokus der Wissenschaft: die sogenannte Herbstmüdigkeit. Analysen aus Astronomie, Chronobiologie und Medizin legen nahe, dass veränderte Licht- und Temperaturverhältnisse messbare Effekte auf Schlaf, Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System haben können.
Weniger Licht, mehr Auswirkungen auf die innere Uhr
Der kalendarische Herbstanfang in Deutschland fällt 2026 auf den 23. September, 2:05 Uhr MEZ, während der meteorologische Herbst bereits am 1. September begonnen hat und bis zum 30. November andauert.
Auch in anderen Weltregionen macht sich der Tageslichtverlust bemerkbar: Für Santo Domingo in der Dominikanischen Republik zeigen Daten laut einem Bericht vom 19. September 2026, dass der Sonnenuntergang vom 1. September (18:53 Uhr) bis zum 1. November (18:06 Uhr) um fast 47 Minuten früher erfolgt.
Die Psychiaterin Dr. Emine K?l?ç erklärte laut einem Bericht vom 19. September 2026, dass weniger Morgenlicht im Herbst die biologische Uhr verschieben kann. Typische Symptome seien morgendliche Müdigkeit, Tagesschläfrigkeit und unregelmäßige Schlafzeiten.
Besonders gefährdet seien demnach Schichtarbeiter, Menschen mit wenig Tageslichtkontakt, Personen mit abendlicher Bildschirmnutzung sowie Betroffene von Depressionen oder bipolaren Störungen. Als Gegenmaßnahmen empfahl sie Bewegung im Freien, weniger Licht und Bildschirmzeit am Abend sowie eine Begrenzung des Koffeinkonsums am Nachmittag.
Diese Beobachtungen decken sich mit chronobiologischen Erkenntnissen, wie sie in einem Bericht vom 20. September 2026 zusammengefasst wurden: Die sogenannte Cortisol Awakening Response erreicht ihren Höhepunkt 30 bis 45 Minuten nach dem Aufwachen.
Schon zehn Minuten Außenlicht innerhalb der ersten halben Stunde nach dem Aufstehen können diesen Wert messbar verschieben, an hellen Tagen reichen sogar fünf Minuten.
Der Unterschied in der Lichtintensität ist erheblich: Innenräume bieten meist nur 100 bis 500 Lux, ein bewölkter Morgen draußen dagegen 5.000 bis 20.000 Lux, direktes Sonnenlicht sogar über 100.000 Lux. Regelmäßige Morgenlichtexposition lasse die Melatoninausschüttung um 30 bis 60 Minuten früher einsetzen.
Höhere Breitengrade, größeres Risiko
Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2025 mit 24 Studien und 32.866 Teilnehmenden kam zu dem Schluss, dass höhere Breitengrade mit einer höheren Prävalenz saisonal abhängiger Verstimmungen einhergehen.
Passend dazu zeigte ein Bericht vom 20. September 2026, dass entsprechende Symptome bereits ab September zunehmen und typischerweise im Januar oder Februar ihren Höhepunkt erreichen. Als günstig für das Wohlbefinden gilt demnach eine Raumluftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent.
Gewicht, Schlaf und Herz-Kreislauf-Risiken
Auch der Stoffwechsel reagiert auf die dunklere Jahreszeit. Laut einer US-Studie mit 195 Erwachsenen, über die am 20. September 2026 berichtet wurde, nimmt die Körpermasse von Thanksgiving bis zum Jahreswechsel im Schnitt um 0,37 Kilogramm zu, im weiteren Winterverlauf um weitere 0,48 Kilogramm.
Zum Thema Schlaf äußerte sich die Schlafforscherin Dr. Christine Blume von der Universität Basel in einem Bericht vom 20. September 2026: Verpassten Schlaf könne man nachholen, ein Vorschlafen sei jedoch nicht möglich. Ein Powernap sollte demnach maximal 30 Minuten dauern und früh am Nachmittag stattfinden.
Frauen schlafen laut Blume im Schnitt mehr als Männer, leiden aber häufiger unter Ein- und Durchschlafstörungen. Schlafmangel erhöhe das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen und Typ-2-Diabetes; als wirksame Therapie bei Insomnie gelte die kognitive Verhaltenstherapie.
Wie eng Licht und Herzgesundheit zusammenhängen, verdeutlicht eine im European Heart Journal veröffentlichte Studie aus dem September 2026 mit 11.071 Teilnehmern aus der UK Biobank: Nächtliche Lichtbelastung über 3 Lux korrelierte demnach mit einer um 2,4 Prozent größeren Muskelmasse der linken Herzkammer, einer um 1,5 Prozent dickeren Herzwand und einer um 1,9 Prozent niedrigeren Kontraktilität.
In einer weiteren Auswertung mit 73.286 Teilnehmern derselben Untersuchungsreihe zeigte sich ein um 29 Prozent höheres Risiko für Herzschwäche, 15 Prozent für Vorhofflimmern, 24 Prozent für Herzinfarkt, 33 Prozent für Schlaganfall und 26 Prozent für kardiovaskulären Tod.
Wer sich für die Zusammenhänge von Herzgesundheit und biologischen Rhythmen interessiert, sollte seine persönlichen Risikofaktoren genau kennen. Dieser kostenlose Report erklärt, welche Werte für Ihre Vitalität wirklich wichtig sind und wie Sie Ihre Gesundheit gezielt schützen. Was verraten Ihre Blutwerte wirklich? Jetzt Gratis-Report sichern
Nährstoffmangel als möglicher Faktor
Ständige Müdigkeit kann laut einem Bericht vom 20. September 2026 auch durch einen Mangel an Eisen, Vitamin D, B12, Folsäure oder Magnesium bedingt sein. Weitere mögliche Ursachen seien Stress, Schlafmangel, Dehydration, erhöhte CO2-Belastung, Zuckerkonsum, Depressionen, Burnout oder Schilddrüsenprobleme.
Ein Vitamin-D-Mangel betrifft demnach über 50 Prozent der Weltbevölkerung, eine Eisenmangelanämie rund 12,5 Prozent. Relevante Blutwerte seien unter anderem Hämoglobin, Ferritin, TSH, T3, T4, B12 und Vitamin D. Das Bundesamt für Gesundheit rät laut einem Bericht vom 20. September 2026 allerdings, Vitamin-D-Tests nur bei medizinischer Indikation durchzuführen.
Ergänzend wurde in einem Bericht vom 19. September 2026 auf von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zugelassene Health Claims verwiesen: Die Vitamine B2, B3, B5, B9, B12 und C tragen demnach zur Verringerung von Müdigkeit bei, während ein Mangel an B1, B3, B9, B12 und C laut MSD Manual und Bundesgesundheitsministerium Müdigkeit auslösen kann.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung geht laut demselben Bericht davon aus, dass 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung eine Unterversorgung mit Folsäure aufweisen. Eine Statista-Erhebung, über die am 19. September 2026 berichtet wurde, ergab zudem, dass sich 30 Prozent der Deutschen zwei- bis dreimal pro Woche müde fühlen, 18 Prozent sogar täglich.
Müdigkeit und Abgeschlagenheit können oft die Folge falsch gedeuteter Vitalstoffwerte sein. Erfahren Sie in diesem 25-seitigen Ratgeber, wie Sie Ihre Laborwerte selbst verstehen und einem drohenden Mangel frühzeitig entgegenwirken können. Kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck hier herunterladen
Psychische Belastung und Erschöpfungsdepression
Neben körperlichen Ursachen können laut einem Bericht vom 20. September 2026 auch Stress, Angststörungen, Depressionen oder Burnout hinter anhaltender Müdigkeit stecken. Typische Symptome seien Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Verspannungen und Kopfschmerzen.
Bleibt ein Burnout unbehandelt, kann er demselben Bericht zufolge über Monate bis zu ein bis zwei Jahre in eine sogenannte Erschöpfungsdepression übergehen, bei der die Betroffenen trotz ausreichendem Schlaf dauerhaft müde bleiben.
Zeitumstellung als zusätzlicher Belastungsfaktor
Zur allgemeinen herbstlichen Müdigkeit kommt in diesem Jahr die Umstellung von der Sommer- auf die Winterzeit hinzu. In der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober 2026 werden die Uhren in Deutschland von 3:00 Uhr MESZ auf 2:00 Uhr MEZ zurückgestellt, wie ein Bericht vom 19. September 2026 festhält.
Eine europaweite Abschaffung der Zeitumstellung wurde trotz entsprechender Pläne seit 2021 auch 2026 nicht beschlossen, da der EU-Rat keine gemeinsame Position gefunden hat.
Eine DAK-Umfrage, über die am 20. September 2026 berichtet wurde, zeigt, dass rund 25 Prozent der Deutschen über 14 Jahren gesundheitliche Probleme durch die Zeitumstellung verspüren – über die Hälfte davon in Form von Schlafproblemen.
