Herzgesundheit, Minuten

Herzgesundheit: Zehn Minuten schnelles Gehen senken Sterberisiko um 33 Prozent

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 00:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

AOK PLUS und Google erweitern ihre Angebote, wÀhrend Studien den Nutzen moderater AktivitÀt bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigen.

Smartwatches und Bewegung: Digitale Gesundheitsdaten richtig nutzen
Ein von herbstlichem Laub bedeckter Waldweg, der zu Bewegung und sportlicher BetÀtigung im Freien einlÀdt. Illustration mit AI erstellt.

Gesundheitsportale und Krankenkassen informieren verstĂ€rkt ĂŒber den Nutzen digitaler Hilfsmittel und gezielter Bewegung zur PrĂ€vention sowie zum Umgang mit Vorerkrankungen. Moderne Sensoren in Smartwatches und Fitness-Trackern erfassen immer differenziertere Vitalwerte. Gleichzeitig zeigen medizinische Erkenntnisse, wie stark bereits moderate Lebensstilanpassungen das Risiko fĂŒr kardiovaskulĂ€re Folgeerkrankungen reduzieren können.

Digitale Assistenten und Schulungsangebote im Fokus

Um Nutzern den Umgang mit den eigenen Daten zu erleichtern, setzen Krankenkassen auf AufklÀrung. So veranstaltet die AOK PLUS im Oktober 2026 mehrere kostenfreie Webinare.

Am 8. Oktober widmet sich eine Veranstaltung dem Thema „Fitnesstracker – mehr als nur ein SchrittzĂ€hler“, um Werte einzuordnen, ZusammenhĂ€nge zwischen Schlaf, ErnĂ€hrung, Stress und Bewegung zu beleuchten und Trainingsfehler zu vermeiden.

Am 27. Oktober folgt eine Einheit zum Einsatz beim Wandern und Joggen. ErgĂ€nzend stehen ab dem 21. Oktober Termine zur SelbstfĂŒrsorge auf dem Programm, die bis in den Dezember fortgefĂŒhrt werden.

Auf technischer Seite rĂŒsten die Hersteller ihre Plattformen auf. Google kĂŒndigte an, ab Anfang Oktober erste Trendberichte der Health-Guardian-Funktionen in der Google Health App bereitzustellen. Auf der Pixel Watch 3, 4 und 5 erfassen diese kostenlos Blutdrucktrends, Tendenzen zur Insulinresistenz sowie die nĂ€chtliche AtmungsqualitĂ€t.

Die Modelle Pixel Watch 4 und 5 erhalten in ausgewĂ€hlten europĂ€ischen LĂ€ndern zudem eine Atemnot-Erkennung mit automatischem Notruf bei lebensbedrohlichem Blutsauerstoffabfall. Im Laufe des Jahres soll auch der Fitnesstracker Fitbit Air mit einem Gewicht von 5,2 Gramm und einer Akkulaufzeit von rund 8 Tagen die Trendanalysen ĂŒber ein Google-Health-Premium-Abonnement erhalten.

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Auch andere Hersteller wie Samsung bieten ĂŒber den hauseigenen Galaxy Store den Samsung Health Monitor an. Die Anwendung ermöglicht in Verbindung mit kompatiblen Galaxy-Smartphones und Galaxy Watches Ein-Kanal-EKG-Aufzeichnungen zur Erkennung von Vorhofflimmern sowie Blutdruckmessungen. Die Uhren gelten dabei als ergĂ€nzendes Hilfsmittel und ersetzen keine professionelle medizinische Diagnostik.

Moderate Bewegung bei kardiovaskulÀren Risiken

Dass digitale Pulskontrollen eine wichtige Rolle im Alltag spielen können, belegen Erkenntnisse zu koronaren Herzkrankheiten (KHK). Bei KHK-Patienten senken Lebensstilanpassungen das Risiko fĂŒr Folgeereignisse wie einen Herzinfarkt um fast die HĂ€lfte. RegelmĂ€ĂŸige körperliche AktivitĂ€t reduziert das Risiko kardiovaskulĂ€rer Folgeereignisse um rund 20 bis 30 Prozent.

Bereits zehn Minuten schnelles Gehen tĂ€glich senken das allgemeine Sterberisiko bei stabiler Herzerkrankung um etwa 33 Prozent, wĂ€hrend Sport an mindestens drei Tagen pro Woche das Risiko klinischer Komplikationen bei fortgeschrittenen GefĂ€ĂŸproblemen um 23 Prozent verringert.

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Von Medizinern wird fĂŒr das Training mit Pulsuhren meist eine Herzfrequenz von 40 bis 60 Prozent der maximalen LeistungsfĂ€higkeit empfohlen. Spezifische TrainingsplĂ€ne mĂŒssen jedoch stets mit Fachpersonal abgestimmt werden. Begleitend senkt eine Umstellung auf MittelmeerkĂŒche das Risiko wiederkehrender Herzereignisse um 40 Prozent, wĂ€hrend ein Rauchstopp nach einem kardiovaskulĂ€ren Ereignis im Schnitt fĂŒnf Lebensjahre gewinnt.

Diskrepanz zwischen Vorsorgebewusstsein und Praxis

Obwohl die Möglichkeiten zur EigenĂŒberwachung wachsen, besteht bei den klassischen FrĂŒherkennungsuntersuchungen weiterhin eine LĂŒcke. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der IKK classic unter 1.004 gesetzlich Versicherten halten 97 Prozent Vorsorgeuntersuchungen fĂŒr sinnvoll. Allerdings nehmen nur etwa 67 Prozent der Frauen und 56 Prozent der MĂ€nner diese Check-ups regelmĂ€ĂŸig wahr.

Gesetzliche Kassen finanzieren solche Gesundheits-Check-ups zwischen 18 und 34 Jahren einmalig und ab einem Alter von 35 Jahren alle drei Jahre. Knapp 29 Prozent der Befragten verzichteten bereits wegen Schwierigkeiten bei der Terminvergabe auf Untersuchungen, wÀhrend 57 Prozent angaben, durch finanzielle Bonusprogramme stÀrker motiviert zu werden.

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