Hitze, Grad

Hitze ab 35 Grad: Kardiologe warnt vor Herzrhythmusstörungen

20.06.2026 - 15:08:22 | boerse-global.de

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung gibt konkrete Handlungsempfehlungen für Risikogruppen bei extremer Hitze heraus.

Hitzewelle in Deutschland: KBV veröffentlicht Schutzmaßnahmen
Hitze - Eine Nahaufnahme der Hand einer älteren Person, die ein Glas Wasser hält, mit einem unscharfen Hintergrund eines Arztzimmers. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Vor allem chronisch Kranke geraten in Lebensgefahr. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat jetzt konkrete Schutzmaßnahmen veröffentlicht.

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Warum Hitze fürs Herz zur Falle wird

Die Deutsche Herzstiftung warnt: Bei extremer Hitze steigt das Risiko für Kreislaufkollapse und Herzrhythmusstörungen drastisch an. Prof. Voigtländer, Kardiologe, rät zu strenger Kontrolle von Flüssigkeitshaushalt und Elektrolyten.

Besonders Patienten mit Herzinsuffizienz müssen vorsichtig sein. Ein tägliches Wiegen hilft, Überlastung durch zu viel Trinken zu erkennen. Steigt das Gewicht über Nacht um mehr als ein Kilo, können Wassereinlagerungen dahinterstecken. Dann ist der Arzt gefragt.

Medikamente wie Blutdrucksenker niemals eigenständig anpassen. Das bleibt strikt Aufgabe des Arztes.

Wenn Medikamente zur Gefahr werden

Hitze verändert die Wirkung vieler Arzneien. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) warnt vor spezifischen Risiken.

Wirkstoffpflaster können zur Überdosis führen. Grund: Die verstärkte Durchblutung der Haut beschleunigt die Aufnahme der Substanzen.

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Bei Diabetes ist besondere Vorsicht geboten. Insulin wirkt bei hohen Temperaturen schneller – das Risiko einer Unterzuckerung steigt. Häufigere Blutzuckerkontrollen sind Pflicht. Und: Insulin darf nicht über 30 Grad gelagert werden.

Entwässernde Medikamente wiederum erhöhen bei starkem Schwitzen das Risiko einer Dehydration. Auch hier hilft die Waage.

Was Praxen und Pflegeheime tun

Die KBV hat Mitte Juni Materialpakete für Arztpraxen bereitgestellt. Checklisten helfen, Risikopatienten zu identifizieren. Termine für Senioren, chronisch Kranke oder Schwangere sollen in die kühlen Morgenstunden gelegt werden.

Arbeitsrechtlich gelten klare Regeln: Ab 26 Grad Raumtemperatur müssen Maßnahmen folgen. Ab 35 Grad sind Räume ohne Kühlung tabu für Behandlung oder Arbeit.

Praktisch sieht das im AWO-Seniorenzentrum Karlsruhe so aus:

  • Jalousien runter, Lüften nur zu kühlen Zeiten
  • Trinkprotokolle – Ziel: mindestens zwei Liter pro Tag
  • Ventilatoren und Wasserspender
  • Leichte Kost und wasserreiches Obst

Kommunen reagieren ebenfalls. In Freiburg dürfen Müllwerker bei über 25 Grad schon ab 5:30 Uhr starten. So vermeiden sie die schlimmste Hitze.

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