Hitze, Grad

Hitze über 40 Grad: Leichte Kost statt reines Trinken schützt

26.06.2026 - 07:07:24 | boerse-global.de

Bei knapp 40 Grad steigen die Patientenzahlen in Krankenhäusern. Behörden geben umfassende Verhaltensempfehlungen für die heißen Tage.

Hitzewelle in Deutschland: Kliniken melden mehr Notfälle
Hitze - Eine Hand greift nach einer Schale mit frischem Salat, daneben ein Glas Wasser, in einer hellen Küche. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Medizinische Einrichtungen, Behörden und Krankenkassen haben umfangreiche Empfehlungen veröffentlicht, um hitzebedingte Notfälle zu vermeiden.

Wenn der Körper überhitzt

Extreme Hitze stellt eine erhebliche Belastung für das Herz-Kreislauf-System dar. In Osnabrück und Berlin verzeichneten Kliniken bei Temperaturen von knapp 40 Grad Celsius deutlich mehr Patienten. Häufige Beschwerden: Schwindel, Kopfschmerzen, ausgeprägte Schwäche und Kreislaufprobleme.

Experten unterscheiden zwischen verschiedenen Stadien der Hitzeeinwirkung. Ein Hitzestau führt zu Übelkeit und einem Anstieg der Körpertemperatur auf bis zu 41 Grad Celsius. Ein Hitzschlag gilt als lebensbedrohlich – die Körpertemperatur kann auf bis zu 43 Grad Celsius steigen, begleitet von Bewusstlosigkeit.

Besonders gefährdet sind laut DRK Sachsen und der AGES ältere Menschen, Säuglinge, Kleinkinder sowie Personen mit chronischen Vorerkrankungen. Das Gesundheitsamt Aachen warnt zudem: Bestimmte Medikamente verlieren bei extremer Hitze an Wirksamkeit.

Trinken allein reicht nicht

Die zentrale Regel zur Vermeidung von Dehydrierung: täglich 1,5 bis 3 Liter Wasser, ungesüßte Tees oder Saftschorlen trinken. Karin Faisst, kantonale Präventivmedizinerin in St. Gallen, betont jedoch, dass reines Trinken allein oft nicht ausreicht. Entscheidend sei auch die Ernährung: schwere Mahlzeiten vermeiden, stattdessen leichte, wasserreiche Kost essen.

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Das DRK Sachsen rät zu regelmäßigen Trinkpausen – ähnlich den Praktiken bei großen Sportveranstaltungen. Im Notfall gilt: Betroffene sofort in den Schatten bringen, Kleidung lockern, Körper mit feuchten Tüchern kühlen. Flüssigkeit darf nur bei vollem Bewusstsein verabreicht werden.

Organisationen wie die Barmer Krankenkasse und die AGES haben spezielle Hitze-Hotlines eingerichtet. Sie geben medizinische Ratschläge zu Sonnenschutz und Medikamenteneinnahme.

Sport bei 40 Grad? Lieber nicht

Hohe Temperaturen beeinflussen die körperliche Leistungsfähigkeit massiv. Eine aktuelle Studie der Universität Bielefeld zeigt: Hitze dämpft selbst bei Fußballfans die körperlichen Reaktionen wie den Puls. Für aktive Sportler empfehlen Mediziner Trainingseinheiten zwischen 6:00 und 9:00 Uhr morgens.

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Die Praxis zeigt die Konsequenzen: Am 24. und 25. Juni fielen der Halbmarathon in Hamburg sowie diverse Reit- und Fußballturniere aus. Sportmediziner raten, bei Hitze auf Maximalbelastungen zu verzichten und Warnsignale wie Erschöpfung oder Übelkeit ernst zu nehmen. Im Profisport setzen Teams vermehrt auf Kühlwesten, um die Körperkerntemperatur stabil zu halten.

Klimaanlagen: Segen und Fluch zugleich

Der Markt für Klimatisierung in Deutschland boomed. Im Jahr 2024 besaßen 19 Prozent der Deutschen eine Klimaanlage – ein Anstieg von sechs Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Die Produktion stieg zwischen 2019 und 2024 um 75 Prozent auf rund 317.000 Stück.

Doch Stadtplaner warnen vor den Nebenwirkungen. Eine Studie aus Paris zeigt: Klimaanlagen erhöhen die Außentemperatur in Städten um bis zu 2,4 Grad Celsius. Nachhaltige Alternativen sind eine verbesserte Gebäudedämmung und der Ausbau grüner Infrastruktur.

In Brandenburg führte die Hitze bereits zu konkreten Anpassungen: Stadtfeste in Wittstock oder Potsdam wurden abgesagt, Freibäder verlängerten ihre Öffnungszeiten, und kulturelle Veranstaltungen fanden vermehrt in Innenräumen oder den späten Abendstunden statt.

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